Eine Klasse für sich: entkoffeinierter Kaffee von Roast Market

Für alle, die ihrer Gesundheit oder ihrem Wohlbefinden zuliebe auf Koffein verzichten wollen, bietet Roast Market eine breites Angebot entkoffeinierter Kaffees. Bei der Auswahl gibt es allerdings neben dem individuellen Charakter der verschiedenen Sorten einiges mehr zu beachten.

Entkoffeinierter Kaffee

Entkoffeinierter Kaffee

33 Artikel

Reihenfolge
In absteigender Reihenfolge

33 Artikel

Reihenfolge
In absteigender Reihenfolge

33 Artikel

Was ist Koffein?

Koffein kommt in zahlreichen Pflanzen vor, die den Stoff in ihren Blättern, Samen oder Früchten als natürlichen Schutz vor Insekten bilden. Menschen schätzen vor allem seine anregende Wirkung in Kaffee, Tee, Cola und anderen Getränken. Enthalten ist Koffein aber auch in anderen Lebensmitteln und in Medikamenten. Medikamente und einige Getränke wie beispielsweise Energy Drinks werden bewusst mit Koffein angereichert. Bei anderen Lebensmitteln wie etwa beim Kakao wissen nicht alle Konsumenten, dass auch sie Koffein enthalten.

Chemisch betrachtet ist Koffein ein Alkaloid aus der Stoffgruppe der Xantine. Es kann in reiner Form als weißes, geruchloses, bitter schmeckendes Pulver extrahiert oder synthetisiert werden.

Eine normale Tasse Kaffee enthält üblicherweise 50 – 100 mg Koffein. Meist spüren wir dessen anregende Wirkung im Zentralnervensystem erst ab einer Dosis von 150 – 200 mg, also bei zwei oder mehr Tassen. Da Robustabohnen rund doppelt so viel Koffein enthalten wie Arabicabohnen, stimulieren uns nicht-entkoffeinierte Kaffees mit einem höheren Robusta-Anteil oft stärker als jene, in denen der Arabica-Anteil überwiegt.

Warum wird Kaffee entkoffeiniert?

Einige Kaffeetrinker erleben nach dem Genuss von nicht-entkoffeiniertem Kaffee unerwünschte Effekte. Neben Einschlafschwierigkeiten werden öfter Magenbeschwerden und Unwohlsein genannt. Diese Beeinträchtigungen schreiben viele Konsumenten dem Koffein zu und versprechen sich von koffeinfreiem Kaffee einen Genuss ohne Reue.

Diese Hoffnungen kann Kaffee ohne Koffein jedoch nur teilweise erfüllen. Tatsächlich verliert entkoffeinierter Kaffee seine anregende Wirkung nahezu vollständig. Einschlafschwierigkeiten sind daher auch nach mehreren Tassen nicht zu befürchten.

Die anderen genannten Beschwerden werden jedoch nicht vom Koffein verursacht. Verantwortlich dafür sind vielmehr Säuren und Bitterstoffe, die sich besonders in Rohkaffee minderer Qualität und in industriell geröstetem Kaffee finden. Bei der Industrieröstung werden die Bohnen für wenige Minuten auf bis zu 800 Grad Celsius erhitzt. So lassen sich in kurzer Zeit große Mengen Kaffee rösten. Die Röstzeit ist allerdings zu kurz, um die im Rohkaffee enthaltenen, den Magen reizenden Fruchtsäuren vollständig abzubauen.

Entkoffeinierter Kaffee ist dennoch immer dann eine willkommene Alternative zum unbehandelten Pendant, wenn Kaffeetrinker bewusst auf die anregende Wirkung des Koffeins verzichten wollen.

Auf welche Weise wird Kaffee entkoffeiniert?

Koffein lässt sich auf unterschiedliche Art und Weise aus Kaffeebohnen extrahieren. In jedem Fall muss das Entkoffeinieren aber vor dem Rösten erfolgen. Prinzipiell führt jedes der heute gebräuchlichen Verfahren zum gewünschten Erfolg. In der Europäischen Union darf entkoffeinierter Kaffee noch maximal 0,1% Koffein enthalten.

Das so genannte direkte Verfahren nutzt Dichlormethan oder Ethylacetat als Lösungsmittel. Die Kaffeebohnen werden dabei zunächst in Wasserdampf aufgequollen und dann für mehrere Stunden in das Lösungsmittel gegeben. Während der anschließenden Trocknung werden das gelöste Koffein und weitere Rückstände entfernt. Dichlormethan gilt allerdings als krebserregend. Und die Nebenwirkungen von Ethylacetat reichen von harmloser Übelkeit bis zu Störungen des zentralen Nervensystems. Immerhin kann Ethylacetat auch aus Obst oder Gemüse gewonnen werden und wird deshalb oft als „natürliches Lösungsmittel“ bezeichnet. Damit behandelter Kaffee darf als „natürlich entkoffeiniert“ bezeichnet werden.

Ob mit Dichlormethan oder mit Ethylacetat entkoffeiniert: Der behandelte Kaffee enthält in beiden Fällen so wenige Rückstände des jeweiligen Lösungsmittels, dass die meisten Wissenschaftler keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit befürchten.

Beim Kohlendioxid-Verfahren werden in Wasserdampf vorbehandelte Bohnen mit so genanntem überkritischem Kohlendioxid unter Druck gesetzt. Das Koffein löst sich und geht in das Lösungsmittel über. Anschließend wird das Kohlendioxid verdampft, das Koffein fällt aus. Das gereinigte Kohlendioxid kann wieder verflüssigt und erneut verwendet werden.

Beim Triglycerid-Verfahren werden die Kaffeebohnen in eine heiße Wasser-Kaffee-Lösung gegeben. Das in den Bohnen enthaltene Koffein wird so an die Oberfläche geholt. Anschließend taucht man die Bohnen mehrere Stunden in heiße Kaffeebohnenöle. Die Öle enthalten Triglyceride, die das Koffein entfernen, Geschmack und Aroma der Kaffeebohnen aber kaum verändern.

Weitere bekannte Verfahren wie das Roselius-Verfahren oder der Schweizer Wasser Prozess spielen heute aus Umweltschutz- oder Kostengründen bei der Herstellung von koffeinfreiem Kaffee kaum mehr eine Rolle.

Als Alternative zur Entkoffeinierung arbeiten Wissenschaftler seit einigen Jahren an der Züchtung oder gentechnischen Erzeugung von Kaffeepflanzen, deren Bohnen kein oder nur noch sehr wenig Koffein enthalten.

Koffeinfrei oder mit Koffein – Welcher Kaffee ist gesünder?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Fest steht, dass Koffein einige durchaus erwünschte Wirkungen hat. Dazu zählen unter anderem

  • anregende und aufmerksamkeitssteigernde Wirkung
  • schmerzlindernde Wirkung

Zudem legen neueste Untersuchungen eine gewisse Schutzfunktion von Kaffee und Koffein vor Diabetes Typ 2, Parkinson und bestimmten Lebererkrankungen nahe. Dazu bedarf es allerdings weiterer wissenschaftlicher Studien.

Gleichzeitig werden Koffein aber auch unerwünschte oder gar gesundheitsschädigende Wirkungen zugeschrieben, wie beispielsweise:

  • Steigerung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Steigerung des Blutdrucks
  • Steigerung des Gesamt- und des LDL-Cholesterins
  • krebserregende Wirkung
  • Schlafstörungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Entzugserscheinungen

Bislang gibt es allerdings keine wissenschaftlich fundierten Hinweise darauf, dass koffeinhaltiger Kaffee, in üblichen Mengen genossen, tatsächlich diese unerwünschten Wirkungen verursacht. Wenn überhaupt, scheinen die negativen Effekte nur bei übermäßigem Konsum oder bei Menschen mit einer ausgeprägten Koffeinunverträglichkeit aufzutreten. Und nicht zuletzt deuten neueste Erkenntnisse darauf hin, dass beispielsweise für Magen-Darm-Beschwerden oder die Steigerung des Cholesterins nicht das Koffein verantwortlich ist, sondern andere Inhaltsstoffe bestimmter Kaffees.

Die einzige Konsumentengruppe, der heute aus wissenschaftlicher Sicht eher zu entkoffeiniertem Kaffee geraten wird, sind Schwangere und stillende Mütter. Koffein gelangt auch in den Embryo und in die Muttermilch. Negative Auswirkungen größerer Mengen von Koffein auf Babys können derzeit noch nicht mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden.

Umgekehrt ist jedoch auch umstritten, ob koffeinfreier Kaffee tatsächlich gesünder ist. Hierbei spielt es allerdings eine entscheidende Rolle, mit welchem Verfahren der Kaffee entkoffeiniert wird. Unbestritten ist vor allem die krebserregende Wirkung von Dichlormethan. Deshalb setzt die Technische Hilfsstoffe-Verordnung (THV) einen Grenzwert von maximal 2 Milligramm pro Kilogramm für Rückstände von Dichlormethan in Kaffee fest. Dieser Wert gilt als gesundheitlich unbedenklich. Die direkte Entkoffeinierung mit Dichlormethan wird allerdings nicht zuletzt wegen ihrer vergleichsweise geringen Kosten genutzt. Vor diesem Hintergrund bevorzugen mittlerweile doch mehr und mehr Verbraucher Kaffee, dessen Koffein mit anderen, weniger kontrovers diskutierten Verfahren entfernt wurde.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Entscheidung für oder gegen entkoffeinierten Kaffee aufgrund persönlicher Vorlieben und Erfahrungen getroffen werden sollte. Wer koffeinhaltigen Kaffee weniger gut verträgt, gleich aus welchem Grund und unabhängig davon, ob sich seine negativen Erfahrungen objektiv belegen lassen, möge zu koffeinfreiem Kaffee greifen. Die Auswahl ist groß und viele gute Kaffees schmecken auch entkoffeiniert hervorragend. Die große Mehrheit der Kaffeeliebhaber, die ihren Kaffee mit Koffein beschwerdefrei genießen, können sicher weiterhin ohne Bedenken zu ihrer bevorzugten, koffeinhaltigen Sorte greifen.