Direkt gehandelter Kaffee

Der direkt gehandelte Kaffee zeichnet sich durch den engen Kontakt zu den Produzenten aus. Preise werden direkt ausgehandelt und die hohe Qualität der Bohnen kann unmittelbar überprüft werden.

100% Direkthandel Kaffee

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Direkthandel ist fair und hilft dem Kaffee-Anbauer

Wer Kaffee aus dem Direkthandel ordert, ist auf der sicheren Seite, was Fairtrade, ökologische Anbaumethoden und die sozialen Bedingungen der dort Beschäftigten angeht. Wer auf diese Weise seine Ware ordert, benötigt allerdings Geduld, Zeit für einen erhöhten Kommunikationsaufwand mit den Produzenten und für diverse Behördenangelegenheiten.

Wie sich das alles praktisch darstellt, zeigt der Weg des Produkts von der Finca Casa Ruiz. Gewachsen in Boquete, einem Anbaugebiet im mittelamerikanischen Panama, macht sich dieser fair gehandelte Kaffee auf den Weg über den Atlantik und Hamburg ins bayerische Murnau.

Espresso - aber nicht per Express

Der erste Kontakt mit dem Arabica kommt über eine Verwandte zustande, die aus dem Urlaub einen Beutel Kaffee und die Visitenkarte der Finca aus Panama mitbringt. Gemahlen und zubereitet genossen ist klar: Dieser Espresso gehört in das eigene Warenangebot, Aroma und Geschmack sind umwerfend. Also online bestellen und morgen Mittag per Express-Versand in Empfang nehmen?

Genauso funktioniert es beim Direkthandel ausdrücklich nicht. Es war September, als über in Deutschland lebende Angehörige der Familie Casa Ruiz die erste Kommunikation mit den Kaffee-Anbauern in Panama zustande kam. Die Haupterntezeit dort allerdings liegt zwischen November und Januar, danach kaufen Abnehmer die qualitativ hochwertige Arabica-Sorte schnell auf. Allerdings findet die Ernte mehrmals im Jahr statt - immer mit Blick auf den Reifezustand der Kaffee-Sträucher. Dabei gilt der Grundsatz, dass die erste Ernte nicht unbedingt die beste Qualität besitzt.

Transport - aber mit Geduld

Während der Wartezeit gilt es, ein weiteres Problem zu lösen, das des Übersee-Transports. Schließlich ist es betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll, die Menge für einen Abnehmer auf den so langen Weg zu schicken. Es gelingt, so viele weitere Kleinröstereien finden, dass sie gemeinsam einen Container füllen: zehn Paletten mit je zehn Säcken à 60 Kilogramm. Unsicher bleibt allerdings, ob die Qualität der neuen Ernte genauso gut ausfällt wie die mit der bereits gekosteten Probe. Der Espresso hält die hohe Genussqualität, das ist im Februar klar. Und danach heißt es wieder warten auf eine günstige Möglichkeit der Verschiffung.

Espresso

Und das dauert bei dem Charakter der Menschen in Panama etwas länger als bei den ungeduldigen Deutschen. Dafür gibt es Zeit, in aller Ruhe die notwendigen Regularien mit den Behörden zu erledigen: ebenfalls Neuland für alle Beteiligten, weil es sich um den ersten Direkthandel mit Kaffee handelt. Im August kommt die heiß ersehnte Lieferung mit der gewünschten Menge in Hamburg an. Dann geht es noch mit der bewährten Spedition nach Süddeutschland zur Röstung.

Qualität - aus Liebe zum Kaffee

Bei dem Kaffee-Anbau in Casa Ruiz handelt es sich um ein Familienunternehmen, das mittlerweile in der dritten Generation tätig ist. Aus Liebe zum Kaffee, so der heutige Leiter Plinio Ruiz, übe er diesen Beruf aus. Elf Plantagen auf insgesamt 221 Hektar in einer Höhe von 1000 bis 1250 Metern bewirtschaftet das Unternehmen inzwischen. Damit ist es der größte Händler von Kaffee-Spezialitäten in Panama. Das kleine, mittelamerikanische Land kann im Vergleich zu großen, benachbarten Anbauern wie Kolumbien oder Brasilien nicht durch Menge überzeugen, sondern nur durch Qualität.

Deswegen ist Panama berühmt für hochwertigen und aromatischen Kaffee. Die Bohne, die es auf der Casa Ruiz zu kaufen gibt, ist charakterstark und empfiehlt sich für den fortgeschrittenen Gourmet. Der Espresso, der daraus entsteht, besitzt ein harmonisches Säurespiel und duftet blumig. Er ist leicht, liegt aber dennoch voll im Mund und zeigt Nuancen von Schokolade. Dieser Direkthandel-Espresso eignet sich für jede Zubereitungsart und entfaltet sich besonders gut in der Herdkanne.

Ökologischer Anbau - soziale Struktur

Der Arabica für diesen Espresso wächst auf der Finca Casa Ruiz unter ökologischen Standards. Die Anpflanzung dort ist Teil einer Mischkultur, die Pflanzen genießen den Schatten von Orangenbäumen. Die Bewirtschaftung der Flächen folgt einem ganzheitlichen Ansatz: Das Fruchtfleisch und die Kaffee-Schalen finden als natürliches Düngemittel in den biologischen Kreislauf zurück. Die Erlöse aus dem Direkthandel mit diesem Kaffee unterstützen die soziale Infrastruktur. Sie finanzieren die Weiterbildungsangebote für die Angestellten der Finca, die damit ihr Wissen um Anbau und Ernte stets auf dem bestmöglichen Stand halten. Die Erträge fließen zudem in die kostenlose medizinische Grundversorgung und in die Unterstützung von Programmen zur Alphabetisierung. Dabei geht es unter anderem um den Erhalt der Volkssprache "Ngäbe". Das Qualitätsmanagement der Finca Casa Ruiz umfasst die eigene Röstung vor Ort. Während der Erntezeit geht es an die tägliche Verkostung vom Kaffee, um den idealen Zeitpunkt zum Pflücken für den Direkthandel zu ermitteln.

Fairtrade - wissenswerte Details

Direkthandel ist praktisch gleichbedeutend mit Fairtrade. Es gibt keinen Zweifel daran, dass diese Regeln die menschenwürdige Lebensgrundlage vieler Kaffee-Anbauer sichert. Dennoch lohnt sich ein etwas genauerer Blick auf einige Zusammenhänge: Faire Handelsbeziehungen nämlich bedeuten mehr als das Verbot von Kinderarbeit und existenzsichernde Preise. Ein typischer Kleinanbauer, der zwei Sack Rohkaffee produziert, ist Mitglied einer Kooperative. Er hat die Wahl, seine Ernte über die Kooperative zu verwerten oder auf dem freien Markt. Der Anbauer verkauft seinen Spezialitäten-Kaffee, zum Beispiel für Espresso, eher im freien Handel, wo er zwei Dollar pro Kilogramm erzielt. Den qualitativ nicht so hochwertigen Teil der Ernte verwertet er über die Kooperative. Dort erzielt er zwar nur 1,20 Dollar pro Kilogramm, bekommt aber 20 Cent Zuschlag über die Fairtrade-Handelsprinzipien. Dennoch liegt er mit dann 1,40 Dollar immer noch unter dem Zwei-Dollar-Preis für seinen Spezialitäten-Kaffee - immerhin eine Differenz von 60 Cent.

Fairtrade Kaffee

Also versucht der Anbauer, den Ernteertrag von der Sorte zu erhöhen, die ihm mehr Gewinn einbringt. Dabei gerät er möglicherweise in Konflikt mit ökologischen Grundsätzen, weil er in Versuchung gerät, dafür mehr Dünger einzusetzen. Diese Zusammenhänge führen zu einem weiteren Effekt. Er hängt damit zusammen, dass die potenziellen Kunden den Direkthandel-Kaffee fair aber auch preiswert erwerben wollen. So kann es passieren, dass gerade der qualitativ nicht so gute Kaffee von dem garantierten und subventionierten Basispreis der Fairtrade-Prinzipien profitiert. Dennoch ist es wichtig, am Ende dieser Beobachtungen klar festzustellen: Wer im Direkthandel mit kleineren Produzenten-Gemeinschaften zusammenarbeitet und freiwillig höhere Preise zahlt, trägt zum umweltschonenden Anbau sowie zu menschenwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen der Produzenten bei.

Direkt gehandelt - großer Genuss

Kaffee aus Direkthandel bereitet zu bezahlbaren Preisen großen Genuss. Im Online-Handel bei Roast Market bekommen Sie zum Beispiel den Schwarzwild Yellow Bourbon Fazenda Rainha Brazil. Zu 100 Prozent aus der Arabica-Bohne hergestellt, liefern wir ihn auf Wunsch auch gemahlen. Die Sorte wächst im Hochland von Mogiana, Brasilien. Zu der angenehmen Fülle mit geringer Säure sowie einer schoko-nussigen Note trägt ein ungewöhnliches Aufbereitungsverfahren bei. Das Aroma der von Hand geernteten Kaffeekirsche entsteht, weil bei der Trocknung Fruchtfleisch an den Bohnen bleibt. Sechs Euro für das halbe Pfund kostet diese Sorte von einem Familienunternehmen, bei uns bestellt im Internet. Der Kaffee ist geeignet für die Zubereitung mit dem Siebträger und dem Vollautomaten. Der Blick auf weitere Kaffee-Angebote aus dem Direkthandel in unserem Onlineshop lohnt sich.