Verantwortungsvoll genießen: Bio-Kaffee von Roast Market

Bio-Kaffee ist gut für Kaffeeliebhaber und für die Umwelt. Allerdings sollten sich Kaffeetrinker nicht mit einem x-beliebigen Zertifikat auf der Packung zufrieden geben. Wirklich nachhaltig erzeugter und verarbeiteter Kaffee zeichnet sich durch mehr als ein Siegel aus. Dafür erfreut er Gaumen und Geist gleichermaßen.

Bio Kaffee

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Natürlich gut: Bio-Kaffee



Was ist eigentlich Bio-Kaffee?

Jeder Kaffeeliebhaber verbindet mit „Bio-Kaffee“ wohl eine bestimmte Vorstellung. Allerdings beschreibt der scheinbar einfache Begriff durchaus komplexe Zusammenhänge. Bio-Kaffee oder Espresso kann ganz unterschiedliche Produkte bezeichnen, insbesondere:

  • nach biologischen Kriterien angebauten und geernteten Rohkaffee aus biologisch angebautem und geerntetem Rohkaffee
  • schonend gerösteten Kaffee oder Espresso in verschiedenen Konfektionierungen wie ganzen Bohnen, gemahlen, als Kapseln, Pads, etc.
  • Kaffee oder Espresso, der zertifiziert und mit einem oder mehreren der im Handel anzutreffenden Bio-Siegel gekennzeichnet ist, wobei hier die Qualität der verschiedenen Zertifikate und Siegel eine entscheidende Rolle spielt

Bio Kaffee

Das wichtigste dieser Kriterien für Kaffeeliebhaber ist wohl eine mit einem seriösen Bio-Siegel bestätigte Zertifizierung. Sie soll zumindest die Einhaltung grundlegender biologischer und ökologischer Kriterien beim Anbau und der Ernte garantieren. Wer aber Wert auf wirklich exzellenten Kaffee oder Espresso legt und ihn zudem ohne jegliche moralische oder ökologische Bedenken genießen möchte, muss noch strengere Maßstäbe anlegen.

Biologischer Anbau

Kaffees dürfen nur als biologisch angebaut bezeichnet werden, wenn sie folgende Anforderungen erfüllen:

    • Verzicht auf chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel

Der Kaffee wird ohne oder - in Ausnahmefällen - mit geringsten Mengen von Pestiziden und Kunstdünger angebaut.

      • Verzicht auf Genmanipulation

Meist werden keinerlei genmanipulierte Rohstoffe verwendet. Gesetzlich erlaubt sind allerdings bis zu 0,9% genverändertes Material in Bio-Kaffee.

        • Anbau in Mischkulturen

Für diese Form des Anbaus müssen keine Wälder abgeholzt werden und der Boden leidet weniger unter Erosion und Auslaugung. Zudem können die Kaffeekirschen im Schatten größerer Bäume langsamer reifen und sind weniger anfällig für Insektenfraß.

          • Recycling von pflanzlicher Abfällen

Insbesondere die Schalen der Kaffeebohnen, die nach der Ernte entfernt werden, können kompostiert und weiter genutzt werden.

Biologische Ernte

Echte Bio-Kaffees sollten auch nach ökologischen Gesichtspunkten geerntet, das heißt, von Hand gepflückt werden („picking“). Weil niemals alle Kaffeekirschen an einem Strauch zur selben Zeit reifen, erfasst eine maschinelle Ernte („stripping“) immer unterschiedlich reife Kaffeekirschen und führt zu Qualitätseinbußen. Dagegen wählen bei der manuellen Ernte die Pflücker und Pflückerinnen stets nur die Bohnen aus, die die ideale Reife erreicht haben.

Und der Transport?

Gerade bei Kaffee fallen weite Transportwege aus den Erzeugerländern bis zu den Verarbeitungsbetrieben und schließlich bis zum Verbraucher an. Zudem müssen Verpackungen und Transportmittel besondere Anforderungen erfüllen, damit die Qualität und das Aroma des Kaffees während des Transports nicht leiden.

Rohkaffee wird hauptsächlich per Schiff aus den Anbauländern am Äquator nach Europa, Amerika und Asien verfrachtet. Leider leisten Schiffe einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag zum weltweiten CO2-Ausstoß. Da sie jedoch große Mengen Kaffee auf einmal transportieren, fällt die CO2-Bilanz pro transportiertem Kilogramm Kaffee etwas besser aus.

Manche Kaffeehändler und Röstereien kompensieren die beim Transport zu Lande und zu Wasser unvermeidlichen CO2-Emissionen, indem sie geeignete Umweltschutzprojekte unterstützen.

Schonende Röstung

Die Bezeichnung Bio-Kaffee beinhaltet keine Vorgaben für die Röstung. Im Interesse der Umwelt und der Kaffeeliebhaber sollten die Produzenten aber dennoch verantwortungsvoll arbeiten.

Kaffeeröstung

Zum einen entscheiden die Röstdauer und die Rösttemperatur mit über den späteren Geschmack. Um alle Aromen zu erschließen, müssen Bio-Kaffee und Espresso langsam und schonend geröstet werden. Eine Turboröstung bei hohen Temperaturen würde die in den vorangegangenen Arbeitsschritten sorgsam bewahrte Bio-Qualität beeinträchtigen.

Zum anderen können die verarbeitenden Betriebe auch beim Rösten wichtige Beiträge zum Umweltschutz leisten. Zwar nutzen nur einige wenige tatsächlich erneuerbare Energien für den Röstvorgang. Viele verwenden aber die entstehende Abwärme beispielsweise zum Heizen und führen Arbeits- und Hilfsstoffe einer Wiederverwertung zu.

Bio-Siegel

Seit einigen Jahren konkurrieren eine ganze Reihe von Bio-Siegeln um die Gunst der Verbraucher. Zumindest eines der beiden folgenden Siegel sollte auf jedem Bio-Kaffee zu finden sein:

            • Das speziell in Deutschland gebräuchliche, sechseckige Biosiegel mit der Aufschrift „Bio nach EG-Ökoverordnung“. Es garantiert die Einhaltung und regelmäßige Kontrolle der (mäßig strengen) EU-Rechtvorschriften für den ökologischen Landbau.
            • Das EU-Bio-Logo, eine aus Sternen stilisierte Blattform. Es erscheint auf Produkten, die ökologisch angebaut und innerhalb oder außerhalb der Europäischen Gemeinschaft erzeugt oder verarbeitet wurden.

Zu beachten ist allerdings, dass diese beiden Siegel ausschließlich den ökologischen Anbau des jeweiligen Produktes betreffen. Beim Kaffee regeln sie weder die Arbeitsbedingungen der Kaffeebauern, noch das Ernteverfahren, noch den Transport.

Neben den beiden staatlich kontrollierten Siegeln existieren zahlreiche weitere von Verbänden, Herstellern oder Handelsketten. Einige wie beispielsweise die Siegel von Demeter oder Bioland stellen noch deutlich höhere Anforderungen an die nachhaltige Erzeugung und Verarbeitung der Produkte. Andere dienen wohl eher dem Marketing als der Verbraucherinformation.

Fair-Trade

Die Fair-Trade-Standards zielen vor allem auf eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Bauern in Entwicklungsländern. Ein blau-grünes Fair-Trade-Siegel auf einer Kaffeepackung signalisiert, dass bei der Verarbeitung und beim Verkauf bestimmte soziale, ökonomische und ökologische Standards eingehalten werden. Zu diesen Standards zählen:

Kaffeeanbau

            • ein fester Mindestpreis, der eine nachhaltige Produktion erlaubt,
            • eine Prämie zusätzlich zum Kaufpreis, mit der Gemeinschaftsprojekte für die Erzeuger wie Schulen, Krankenhäuser oder Infrastruktur finanziert werden,
            • ein weitgehendes Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit,
            • ein Diskriminierungsverbot,
            • ein Preisaufschlag für biologisch angebaute Produkte,
            • Verbote und Einschränkungen für den Einsatz von Pestiziden, Chemikalien und gentechnisch veränderte Pflanzen.

Die Rainforest-Alliance

Ein grüner Frosch ist das Zeichen der internationalen Umweltorganisation Rainforest Alliance, die sich besonders für den Erhalt der Artenvielfalt und die ökologische Landnutzung sowie für soziale Verantwortung von Unternehmen und Verbrauchern einsetzt. Dazu zählen auch die Erhaltung und Unterstützung der Lebensgrundlagen für Kaffeebauern. Zertifiziert werden allerdings nur Kaffeefarmen, die ihrerseits natürliche Ressourcen schützen und beispielsweise auf Rodungen zur Gewinnung zusätzlicher Anbaufläche verzichten.

Die richtige Entscheidung

Wir fassen zusammen: Der Begriff Bio-Kaffee ist weder geschützt, noch bezeichnet er einen eindeutigen Standard. Daher sollte jeder Kaffeeliebhaber „seinen“ Bio-Kaffee oder Espresso sorgsam nach seinen persönlichen Anforderungen wählen. Mögliche Auswahlkriterien können sein:

          • mindestens ein staatlich kontrolliertes Bio-Siegel, möglicherweise ein zusätzliches Siegel eines Erzeugerverbandes mit noch strengeren Anforderungen,
          • Fair-Trade-Siegel zur Dokumentation einer fairen Zusammenarbeit mit den Erzeugern,
          • möglicherweise eine Zertifizierung des Erzeugerbetriebs durch die Rainforest Alliance,
          • sozial- und umweltverträgliches Handeln der Rösterei und des Verkäufers
          • und nicht zuletzt der exzellente Geschmack und die Aromavielfalt, die wir von echtem Bio-Kaffee erwarten.