Sortenreine Vielfalt aus dem Anden-Hochland

In der idealen Höhenlage Kolumbiens zwischen 1000-2000 Metern reifen vor allem die geschmacklich intensiven Arabica Bohnen heran. Als weltweit zweitgrößter Kaffee- und größter Arabica-Produzent, ist Kolumbien nicht mehr aus dem Kaffeeanbau wegzudenken.

Kaffee aus Kolumbien

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Großer Genuss und fairer Handel: Kaffee aus Kolumbien

Der im Anden-Hochland von Kolumbien angebaute Kaffee ist eine Freude für jeden Genießer. Vor allem die sortenreine Qualität macht den Kaffee aus Kolumbien so einzigartig. Das ist nur bei wenigen Bohnen der Fall, die der Weltmarkt handelt. Es ist das reiche, runde Aroma, das Kaffeebauer dieses Landes liefern - zumeist mit einer Spur oder je nach Wahl auch einer größeren Fülle von Nusseinfluss.

Die Kaffeeernte ermöglicht die Zubereitung eines Getränks, das aus dem kraftvollen Körper der Bohnen einen vollen, runden Geschmack gewinnt. Kolumbien ist der weltweit größte Produzent der Arabica-Sorte. Der lateinamerikanische Staat lag viele Jahre auf Weltrang zwei der größten Kaffeeanbau-Nationen. 2010 verdrängte Vietnam das Land auf Platz drei und liegt jetzt hinter dem globalen Spitzenreiter Brasilien.

Anbaugebiete und Struktur

Die Kaffeebauer dieses lateinamerikanischen Landes arbeiten vor allem im Kaffeedreieck, drei Departements im Zentrum: Risaralda, Caldas und Quindio. Dort finden sich die idealen Höhenlagen zwischen 1000 und 2000 Meter beziehungsweise die fruchtbare Vulkanerde mit durchgehend mildem Frühlingsklima. Ein Drittel des Kaffeeanbaus übernehmen auch heute noch traditionelle Familien- und Kleinunternehmen, zwei Drittel stammen von Plantagen. Im Raum Medellin entsteht der feinste Kaffee, den Kolumbien zu bieten hat: Er erzielt auf dem Weltmarkt Höchstpreise.

Die Geschichte des Kaffees in Kolumbien begann zu Anfang des 19. Jahrhunderts, als durch Siedlungsbewegungen die Pflanze von den französischen Antillen über Venezuela in die Region kam. Quellen der Jesuiten sprechen davon, dass bereits um 1730 der Kaffeeanbau hier begann, möglicherweise besitzt er sogar religiösen Hintergrund: Ein katholischer Pfarrer namens Francisco Romero von Salazar de las Palmas soll als Kaffeefreund den Gläubigen ihre Sünden vergeben haben, wenn sie Kaffee anpflanzten - so jedenfalls geht die Legende. Heute bieten die Kaffeebauer hier drei unterschiedliche Qualität-Stufen an, die im Online-Handel über Roast Market erhältlich sind: Neben dem großbohnigen Supremo und dem weichen, säurebetonten Excelso gibt es die ebenfalls noch hervorragende Durchschnittsqualität. Größter Abnehmer vom Kaffee aus Kolumbien ist nach den USA übrigens Deutschland.

Fairtrade und Qualitätssicherung

Das besondere an den kolumbianischen Kaffeesträuchern ist, dass an ihnen reife wie unreife Früchte gleichzeitig hängen. Deswegen ist die im Kaffeeanbau überwiegend übliche Ernte per Hand hier besonders wichtig. Nachdem das Fruchtfleisch abgequetscht wurde, kommen die Bohnen mit den Fruchtfleischresten in einen Fermatationstank. Dieser 15 bis 36 Stunden lange Gärungsprozess bildet einen weiteren Zwischenschritt auf dem Weg zu dem ganz besonderen Geschmack von Kaffee aus Kolumbien. Nach dem Waschen erfolgt dann die Freilufttrocknung der Bohnen. Käufer des Kaffees sind neben Privatfirmen auch Kooperationen in Zusammenarbeit mit dem National Coffee Fund.

Und hier beginnt schon der Handel nach Fairtrade-Prinzipien: Die Kooperativen garantieren Abnahme-Mengen und einen Mindestpreis, den der Fond unterstützt. Verwalter dieses Fonds ist die Nationale Kaffee-Föderation von Kolumbien. Sie unterstützt die Kaffeebauer auch mit Hinweisen zu Anbau, Ernte und Pflege der dafür genutzten landwirtschaftlichen Flächen. Auch das garantiert die gleichbleibend hohe Qualität von Kaffee aus diesem südamerikanischen Staat.

Marken und Genussvielfalt

Die vielen Kaffee-Sorten, die Bohnen aus Kolumbien enthalten, ermöglichen eine große Breite der Marken und Genussvielfalt. Da ist zum Beispiel Kaffee, zu zwei Dritteln aus Arabica und zu einem Drittel aus Robusta gemischt. Er enthält noch Bohnen aus anderen lateinamerikanischen Ländern sowie aus Indien. Die schonende Röstung führt zu einem geringen Säuregrad und zu einem fruchtigen Duft mit einem Hauch von Schokoladen-Geschmack. Wenn es Espresso-Pads sein sollen, empfehlen sich Sorten mit Bohnen aus Kolumbien, Brasilien und Indien, etwas dunkler geröstet. Sie entfalten ihr Aroma mit Schokoladennote und italienischer Crema.

Fairtrade und ökologischer Anbau sind wichtige Kennzeichen von Kaffee aus Kolumbien. Ein aussagekräftiges Symbol dafür ist zum Beispiel die Abkürzung GEPA, sie steht für: Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt. Dieses Logo garantiert, dass die Kaffeebauer in Kolumbien einen angemessenen Anteil für ihre Arbeit enthalten. Es sagt auch aus, dass beim Kaffeeanbau menschenwürdige Arbeitsbedingungen herrschen und eine umweltschonende Produktionsweise vorliegt. Auch der Bio-Kaffee aus Kolumbien vereinigt in seinen Marken alle Stärken dieser Bohnen: Elegant veredelt ist er ausdrucksstark mit nussiger Note.

Kolumbianischer Kaffee - Klassisches und Variantenreiches

Die Kaffeebauer aus dem Andenhochland liefern Bohnen von einer Qualität, die dem Endverbraucher viele Zubereitungsmöglichkeiten bieten. Ob der Kaffee noch im Haushalt selbst frisch gemahlen oder schon als Kaffeemehl gekauft wird: Stets zeigt er sich von seiner besten Seite: rein im Geschmack mit dem runden, ausgeprägten Charakter in jeder Variante von mild bis stark. Ob es die klassische, frisch aufgebrühte Tasse aus dem Automaten oder dem kleinen Filter über der Kanne ist oder der Espresso: Stets wartet ein Genuss auf den Kenner. Das gilt auch für löslichen Kaffee, gefriergetrocknet, mit einem Hauch von Karamell sanft im Geschmack bei mittlerer Stärke. Die Technik der Gefriertrocknung sorgt dafür, dass der heiße Kaffeeextrakt innerhalb weniger Sekunden auf minus 50° Celsius abkühlt.

Wer den Kaffee aus Kolumbien ohne Koffein bevorzugt, genießt dennoch die volle Qualität: medium geröstet, mit geringer Stärke und leichtem Citrusaroma. Wer für die Tasse zur Veredlung lieber laktosefreie und fettarme Creme verwendet, kann das zu allen Sorten aus Kolumbien ebenfalls wählen - ohne Aromaverlust! Wer die Kombination aus kräftigem Kaffeegeschmack und Süße mag, wählt Arabica-Bohnen, umhüllt mit weicher Schokolade. Wer die Tasse mit dem schwarzen Genuss in Sekundenschnelle bevorzugt, greift zum Drip Bag Coffee. Es gibt ihn selbstverständlich auch mit Bohnen aus Kolumbien. Er erinnert dann an den Duft von roten Früchten wie Brombeere, Kirsch sowie Erdbeere und entwickelt den Geschmack von reifem Obst wie rotem Apfel.

 

Tipp: Der echte Genießer gießt immer die frisch gemahlenen Bohnen auf. Wer Kaffeepulver kauft, bewahrt es in einer luft- und lichtundurchlässigen Dose auf und stellt sie in einen geschlossenen Schrank. Der gemahlene Kaffee hält so seine Qualität bis zu acht Wochen.

 

Modetrends und Umweltschutz

Kaffee ist ein Getränk, das generell in Ruhe und Entspannung genossen wird. Der Coffee to go ist in der heutigen, schnelllebigen Zeit zwar nicht mehr wegzudenken. Doch er muss nicht unbedingt aus einem von innen beschichteten Wegwerfbecher konsumiert werden - das passt ohnehin nicht zu den edlen Bohnen. Entgegen einem weitverbreiteten Irrtum dürfen Geschäfte sehr wohl den Kaffee zum Mitnehmen in die mitgebrachte Porzellantasse der Kundschaft abfüllen. Die Herstellung - und die Entsorgung! - des Wegwerfbechers verschlingt Unmengen an Rohstoff sowie Energie. Wenn Deutschland allein auf die hierzulande jährlich anfallenden zwei Milliarden Einmalbecher verzichtet, versorgt der dabei eingesparte Strom eine Kleinstadt mit der nötigen Energie. Wer die Produkte der Kaffeebauer lieber in Kapselform genießt, besitzt dafür ebenfalls eine ökologische Recycling-Alternative. Die insgesamt allein in Deutschland jährlich 2,5 Milliarden verwendeten Kaffeekapseln stellen ein großes Umweltproblem bei Produktion und Entsorgung dar.

Auch die von einem Schweizer entwickelte Bio-Kapsel mit Kaffee hält einer kritischen Betrachtung nicht stand: Die aus Pflanzenfasern und Maisstärke entwickelte Umhüllung ist ökologisch zwar um etwa ein Drittel günstiger. Sie enthält aber eine Aluminiumbeschichtung, die das biologische Verrotten verhindert. Die Alternative hier ist die hygienisch einwandfreie, wiederbefüllbare Edelstahlkapsel, die ebenfalls ein Schweizer Unternehmen herstellt. In sie füllt der Verbraucher die eigene Lieblingssorte vom Kaffee aus Kolumbien, schont damit die Umwelt und den eigenen Geldbeutel. Der höhere Anschaffungspreis zahlt sich rasch aus.

Kolumbien - Geographie und Gesellschaft

Kolumbien, am nördlichen Rand Südamerikas gelegen, ist mit seiner geographischen Lage gerade in den Höhen der Anden ein idealer Platz für die Kaffeepflanze. Der Landwirt benötigt tropisches Klima mit möglichst wenigen Temperaturschwankungen - genau das, was in den Höhenlagen dieses Teils vom Globus herrscht. Dort wächst der besonders wertvolle aber auch besonders empfindliche Arabica. Als drittgrößter Kaffeehersteller der Welt mit Marken von ausgezeichneter Qualität ist Kolumbien immer noch die Nummer eins beim Knowhow rund um den Kaffeeanbau. Von den etwa 46 Millionen Einwohnern des Staates leben cirka zwei Millionen von diesem Produkt. Die Haupterntezeit für den Kaffeebauer in Kolumbien ist die Spanne von September bis Dezember. Zwar gilt das Land als die industriell am weitesten entwickelte Nation in den Anden, stützt sich wirtschaftlich aber dennoch stark auf die Bereiche Landwirtschaft und Bergbau. Die Kaffeeproduktion ist ein wichtiger Pfeiler für die ökonomische Stabilität des Landes. Der Nationalverband der Kaffeebauern in Kolumbien kümmert sich auch um gerechte, gesellschaftliche Strukturen und Bildungszugang für die arme Bevölkerung. Der Anbau besitzt noch eine weitere wichtige Dimension: Er ist häufig die einzige legale Verdienstmöglichkeit für die Kaffeebauer, die andernfalls auf Mohn für die Rauschgiftproduktion ausweichen.