Pfefferminztee

Pfefferminztee

5 Artikel

Wissenswertes rund um die Pfefferminze und den Pfefferminztee

Als einen der beliebtesten Sorten hierzulande ist Ihnen Pfefferminztee bestimmt bekannt. Aber wissen Sie auch ein wenig über die Geschichte der vielseitigen und oft als Heilpflanze bezeichneten Pfefferminz-Pflanze Bescheid? Heute möchten wir Ihnen einmal erhellende Einblicke in dieses schon im alten Ägypten verwendete Kraut geben, denn Forscher fanden Reste der Pflanze in altägyptischen Gräbern.

Die heutzutage am häufigsten anzutreffende Art der Pfefferminze entstand bereits im 17. Jahrhundert durch eine zufällige Kreuzung. So wuchsen in England nahe einem Feld mit Krauseminze, auch Grüne Minze genannt, wilde Bachminzen. Durch Befruchtung entstand dann die Pfefferminze. Wegen ihrer vielfältigen Eigenschaften wird sie seither kultiviert und beileibe nicht lediglich als Tee genutzt.

Wie Minthe zur Minze wurde und weitere Legenden

Zubereitung von Pfefferminztee

Der Sage nach besuchte Hades, der Gott der Unterwelt, nur äußerst selten die obige Welt. Bei einem seiner raren Besuche jedoch geschah es, dass er sich in die Nymphe Minthe verliebte, die wiederum verzückt war von dem Glanz seines goldenen Wagens, der von schwarzen Pferden gezogen wurde. Hades, hatte bei dem Versuch, Minthe zu verführen, jedoch nicht mit dem Groll seiner Ehefrau Persephone gerechnet, die kurzerhand Minthe in eine Pflanze verwandelte, die man von da ab „Minze“ nannte.

Früher glaubten die Menschen, Minze bringe Glück, wenn sie am 24. Juni, dem Geburtstag des heiligen Johannes, von jemandem gefunden wurde. Sie gehört zum Planeten Venus und steht sinnbildlich für die Eigenschaften der Tugend, Weisheit und Leidenschaft. Im Mittelalter wurden in vielen Klostergärten solche Pflanzen kultiviert. Auch träufelten die Menschen früher mit Honig vermischte Minze bei Ohrenschmerzen in die Ohren. Im alten Griechenland empfahl der Philosoph Aristoteles die Pflanze als Aphrodisiakum, wobei er jedoch davor warnte, zu viel des Guten zu tun.

Sogar bis in die Erzählungen aus 1001 Nacht hat es die Minze geschafft, denn die Erzählerin Scheherezade soll angeblich jeden Tag vor Sonnenaufgang in Minze gebadet haben. Damit tat sie das Gleiche wie die alten Griechen, die sich mit einer solchen Flüssigkeit die Arme einrieben, um mehr Kraft zu bekommen. Der Volksmund sagt der Minze nach, sie vertreibe Insekten. So streuten die Menschen im Mittelalter Minze auf den Boden, um das Haus von Fliegen frei zu halten. Auch in Metzgereien wurde Minze dazu genutzt, das Fleisch vor Fliegen-Befall zu schützen.

Ein Genuss für das ganze Jahr

Die Pfefferminze, als Kreuzung der Bach- und der Waldminze, unterscheidet sich von anderen Minzarten und Sorten - von denen es übrigens wirklich unzählige gibt - durch ihr Menthol-Aroma, das ihr den Gattungsnamen „Mentha Piperita“, also „pfeffrige Minze“ gab. Während der kalten Jahreszeit nimmt der Konsum von Pfefferminztee deutlich zu. Denn so ein dampfendes Glas, gefüllt mit dieser leckeren Flüssigkeit, wärmt spürbar den Körper. Das liegt jedoch wohl eher an der Temperatur vom Wasser des üblicherweise heiß genossenen Tees, denn die Pfefferminze selbst besitzt eher eine kühlende Wirkung. Allerdings empfinden viele Fans den hohen natürlichen Mentholgehalt als äußerst wohltuend, da der Tee auch Sekret-fördernd und antibakteriell wirken soll. Nicht ohne Grund enthalten viele Hustenbonbons Menthol, das sich die Liebhaber über den Pfefferminztee auf natürliche Weise zuführen.

In arabischen Ländern äußerst beliebt: Pfefferminztee im Sommer

Minze Pflanze für Tee

Besonders in Nordafrika erfreut sich das Getränk besonderer Beliebtheit. In Marokko ist es sogar das Nationalgetränk, das Sie an jeder Ecke und zu jeder Uhrzeit serviert bekommen. Die sprichwörtliche „marokkanische Minze“ ist eine Variante der Krausen-Minze, mit der bei uns oft Pfefferminztee zubereitet wird. Der Running Gag: In Marokko wird den Touristen häufig „Berber Whiskey“ angeboten. Wer nun allerdings ein alkoholisches Getränk erwartet, der wird enttäuscht, denn hinter dem vollmundigen Begriff verbirgt sich schlicht und einfach ein Glas Pfefferminztee. In dem muslimischen Land, dessen Bewohner zur ethischen Gruppe der Berber gehören, ist Alkohol nämlich bekanntlich verboten. Morgens wird der Pfefferminztee als „Wachmacher“ genossen, mittags beim Essen zu Kuchen und Gebäck sowie abends während einer geselligen Gesprächsrunde getrunken - und zwar ebenso als probates Mittel gegen Hitze. Dies mag für uns paradox klingen, ist das Wasser doch annähernd kochend heiß, wer aber einmal seinen Urlaub in einem Land verbracht hat, in dem äußerst hohe Temperaturen herrschen, weiß, dass, je heißer es ist, ein warmes Getränk umso kühlender wirkt. So verhält es sich auch bei Pfefferminztee, der mit heißem Wasser zubereitet wird. Daher ist es ebenso nicht verwunderlich, dass Wüstenvölker, wie beispielsweise die Tuareg, die auch zu den Berbern zählen, auf diesen Tee schwören, um sich ein wenig Abkühlung zu gönnen. Über den Tag verteilt und in kleinen Portionen genossen, kühlt Pfefferminztee den Körper und weitet die Gefäße, wodurch die Menschen die Hitze als erträglicher empfinden.

Tasse mit Pfefferminztee 

Haltbarkeit und Lagerung von Pfefferminztee

Für die Herstellung von Pfefferminztee werden die getrockneten Blätter der Pflanze verwendet. Um deren Aromen möglichst lange zu erhalten und genießen zu können, sollte der Tee möglichst trocken und kühl, am besten in einer speziellen Teedose, gelagert werden. Verschlossen hält er sein Duft- und Geschmacksstoffe ungefähr zwei Jahre, danach verflüchtigen sich diese langsam, sodass der Tee zunehmend fad schmeckt.

Fazit

Pfefferminztee ist einfach ein „Tausendsassa“. Seine ätherischen Öle sollen das Gemüt beruhigen, sowie schleimlösende und entzündungshemmende Wirkungen haben. Daher ist die Pfefferminze eine Pflanze, die die Menschen schon seit Jahrhunderten begleitet und sie auf vielfältige Weise in diversen Bereichen und gegen verschiedene Leiden unterstützt!