Kaffeebohnen für den Vollautomaten
Der Kaffeevollautomat erzeugt Qualität dank exzellenter Kaffeebohnen

Welche Kaffeebohnen für den Vollautomaten?

Auf Knopfdruck bereitet der Kaffeevollautomat selbständig genussvollen Kaffee zu. Doch stellt die technische Errungenschaft besondere Anforderungen an die Kaffeebohnen. Hochwertige Qualität, mittlere bis starke Röstgrade und Knowhow rund ums Brühen kreieren ein Geschmackserlebnis, das selbst kritischen Geschmäckern standhält. Empfehlungen zeigen die Varianz der Aromavielfalt und helfen, die idealen Bohnen für Zuhause zu finden.

Die Erfindung Kaffeevollautomat

Der erste Kaffeevollautomat kam bereits 1964 auf den Markt. Doch eines fehlte der Erfindung zur Kreation vollendeten Kaffeegenusses: der Wasserdruck. Das Brühwasser wurde nicht mit ausreichendem Druck durch das Kaffeepulver gepresst, wodurch die entstehende lange Brühdauer oftmals zu unerwünschten bitteren Nuancen führte. Dennoch überzeugte die Funktionsweise an sich, sodass bis 1985 eine verbesserte Variante auf den Markt kam. Noch heute ist das grundlegende Funktionsprinzip unverändert.

Einstellung KaffeevollautomatEin Kaffeevollautomat ermöglicht es, in wenigen Sekunden eine Tasse frisch gemahlenen und gebrühten Kaffees zuzubereiten. Aus einer Vielzahl verschiedener Zubereitungsmethoden kann mittels Knopfdruck gewählt werden. Mittlerweile stehen dem Konsumenten bei den ausgefeilten Vollautomaten verschiedene Mahlgrade, Wasserhärten, -druck, -menge und -temperatur, Brühdauer und Kaffeemenge pro Tasse frei zur Verfügung.

Entgegen dem hartnäckigen Glauben, dass Vollautomaten ausschließlich minderwertigen Kaffee erzeugen, kommt es vor allem auf die richtigen Bohnen und Einstellungen am Gerät an, damit ein exzellentes Ergebnis entsteht.

Die Diversität der Kaffeebohnen

Obwohl es eine nur schwer überblickbare Vielzahl an Sorten gibt, wird die Welt des Kaffees vornehmlich von zwei Arten dominiert: der Robusta und der Arabica.
Lediglich vier andere Sorten, Liberica, Excelsa, Maragogype und das Luxusprodukt, Kopi Luwak, sind hierzulande überhaupt bekannt. Doch wird die Diversität der Kaffeebohnen nicht nur durch das genetische Erbgut klassifiziert. Verarbeitungsmethoden wie Entkoffeinierung, Trocken- und Nassaufbereitung, Röst- und Mahlgrade sowie Aroma- und Zuckerzusätze verändern die Charakteristik der Bohne.

Profi-Röster und Latte Art Champion Matthias Hoppenworth über Kaffeebohnen

Mit Co-Gründer Julian Ploch betreibt Matthias Hoppenworth die eigene Rösterei mit Café (Hoppenworth & Ploch) in Frankfurt am Main. Er weiß genau, worauf es bei Qualitätsbohnen ankommt:

Der Kaffeevollautomat: die Eignung

Vorweg sei gesagt: Nicht jede Kaffeebohne ist für den Kaffeevollautomaten geeignet. Dies liegt in zwei Parametern begründet, der Technik und dem Geschmack.
Nicht jede Bohne eignet sich für den Vollautomaten
Das Kaffeearoma wird durch Röst- und Mahlgrade sowie der Brühdauer nachhaltig beeinträchtigt. Obwohl moderne Maschinen es ermöglichen, viele Kenngrößen manuell einzustellen, sind die Möglichkeiten begrenzt. Die Brühdauer etwa kann zwar reguliert werden, doch beträgt sie häufig nur wenige Sekunden. Dies kommt zwar dem immer noch populären „Fast Food“ Wunsch entgegen, doch braucht es eben einige Zeit, bis sich die ätherischen Öle der gemahlenen Bohne im heißen Wasser lösen.

Daher sollte zu besonders aromatischen Kaffeesorten gegriffen werden, die eine kurze Brühzeit tolerieren. Sehr helle Röstungen wie die „Cinnamon“ oder „New England“ sind daher eher nicht die richtigen. Von der „American“ bis zur „Italian“ Röstung lässt sich hingegen von einer Eignung sprechen.

mahlgrad entscheidet über Geschmacksintensität des KaffeesDie Stärke des Kaffees ist darüber hinaus durch den Mahlgrad beeinflussbar. Je feiner dieser ist, desto mehr Aromen können in kürzester Zeit gelöst werden. Der Vollautomat generiert jedoch ein technisches Problem. Das eingebaute Mahlwerk kann keine extrem feine Mahlung vornehmen, da dies die Gefahr birgt, die Brühgruppe, ein Bauteil der Maschine, zu verstopfen. Da dies zu aufwendigen Wartungsarbeiten führt, sollte ein idealer Kaffee diese Einschränkungen berücksichtigen.

Ebenso spielt die Wassertemperatur eine wichtige Rolle. Während Robusta zu heißes Wasser verzeiht, wird Arabica bitter und verliert ihre Komplexität. Daher sind die meisten Kaffees für Vollautomaten Blends aus Arabica und Robusta, um ein ansprechendes Ergebnis zu gewährleisten.

No-Gos für den Vollautomaten

Zu den absoluten No-Gos für den Kaffeevollautomaten zählen vor allem karamellisierte Bohnen. Die „torrefacto“, “ torrefatto“ oder „spanische“ Röstung verwendet Zucker, der die Herbe verringert und einem zu hohen Säuregehalt entgegenwirkt. In dem nicht zugänglichen Mahlwerk kann die harzige, karamellisierte Bohne jedoch verkleben und die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen. Ähnliches gilt für extrem ölhaltige Bohnen und auch Aromazusätze sind nicht zu empfehlen.

Um sicher zu gehen, dass die Kaffeebohnen für einen Vollautomaten geeignet sind, gibt es im Shop von Roastmarket die Kategorie „Kaffee für Vollautomaten“. In dieser sind die besten Kaffeesorten markenunabhängig zusammengestellt. Außerdem ist in der Beschreibung der einzelnen Kaffees der Hinweis „für Kaffeevollautomaten geeignet“ vermerkt. Die nützliche Kategorie ermöglicht es auch Laien, einen exquisiten Kaffeegenuss zu kreieren und kann darüber hinaus auch Sonderwünschen gerecht werden. So gibt es „torrefacto“ Röstungen wie die „Drago Mocambo Brasilia„, die dem Mahlwerk nicht schaden.

Superb: Kaffee vom Feinsten

Feinster Kaffee für den VollautomatenDrei ausgewählte Mischungen, „Gorilla Superbar CremaDrago Mocambo Brasilia“ und „Speicherstadt II Gusto Espressomischung Bio„, zeigen die Diversität der Geschmackserlebnisse wie sie durch einen Kaffeevollautomaten kreiert werden. Eine richtige, abgedunkelte Lagerung konserviert die Aromen und nicht zu hartes Wasser löst sie sanft, sodass jede Tasse ein Erlebnis wird.

Der „Gorilla Superbar Crema“ ist dank des 80%-igen Arabicabohnenanteils und der mittleren Röstung nicht zu kräftig und dennoch vollmundig im Geschmack. Die tiefen nussigen, erdigen und holzigen Noten aus den tropischen Regionen des amerikanischen Kontinents bilden einen charaktervollen Kaffee. Die Crema, die dank des hohen Wasserdrucks des Vollautomaten besonders gut zur Geltung kommt, ist schokoladenbraun und von fast sahniger Konsistenz.

Der „Drago Mocambo Brasilia“ zeichnet sich durch eine extrem starke Espressoröstung aus. Sein 40%-iger Robustaanteil intensiviert die Kraft der Arabicabohnen und bildet ein harmonisches Ensemble. Intensiv im Geschmack, schonend geröstet und mit herrlich sanften Karamelltönen, die das Aromaerlebnis abrunden.

Der Bio-Kaffee „Speicherstadt II Gusto“ in der Espressomischung ist ein Blend aus 40% indischer Robusta- und 60% milder Arabicabohnen aus Brasilien sowie der sonnenverwöhnten Dominikanischen Republik. Die fruchtig, süße Hauptnote aus Kakaonibs und Trockenfrucht wird von Zedernholz begleitet und entfesselt im Abgang ein bitterschokoladiges Aroma, das von Sauerkirschnuancen kontrastreich überzeugt. Die feste Crema schmeichelt dem säurearmen, intensiven Kaffee und vollendet das Gesamtbild.

Fazit: Das Wichtigste in Kürze

Ganze Kaffeebohnen enthalten die volle Kraft der Aromen und erzeugen im Vollautomaten vorzügliche Kaffees. Es gilt:

  • mittlere bis dunkle Röstungen sind ideal
  • karamellisierte, „spanische“, „torrefacto“ bzw. „torrefatto“ Röstungen, ölhaltige Bohnen und Aromen vermeiden
  • auf den Hinweis „Kaffee für Vollautomaten“ im Shop von Roastmarket achten
  • Experimentierfreude mit Kaffeebohnen und Einstellungsmöglichkeiten erschließen die Geschmacksfülle

Fotos: fotolia – © Instudio68, fotolia – © CandyBox Images, fotolia – © Fxquadro, fotolia – © haweli, fotolia – © Mariusz Blach

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