Die Karibik besteht aus einer Vielzahl tropischer, üppig begrünter Inseln im azurblauen Meer. Temperament und Lebensfreude sind in Musik, Tanz, Küche sowie dem Kaffee und der Gastfreundschaft allgegenwärtig. Das Mikroklima rund um nährstoffreiche Böden und ergiebige Niederschläge lassen Arabica Raritäten, wie die “Typica-Varietäten”, zur Blüte kommen. Der Lohn für die mühsame Arbeit im unwegsamen Gelände sind unbeschreibliche Kaffees wie der “Blue Mountain” aus dem Hochland Jamaikas sowie eher unbekannte Aromaexplosionen anderer karibischer Inseln.

Sehnsucht Karibik

Weiße Sandstrände, kristallklares Wasser, exotische Riffe und die tropische Flora rund um Palmen und bizarre Blüten. Zweifelsohne, allein die geographischen Besonderheiten der Karibik im Schoß zwischen Süd-, Nord- und Mittelamerika beflügeln die Phantasie und lassen Sehnsüchte wachsen. Doch dem nicht genug, denn geziert wird die Karibik von der Mentalität der Menschen, der Musik und nicht zuletzt der kreolischen Küche.

Eines darf dabei keinesfalls fehlen: Der Kaffee. Denn auf den gastfreundlichen Inseln gehört es zum guten Ton, Besucher mit einer frischen Tasse zu begrüßen. Zu jeder Tageszeit ist er die erste Präferenz der Insulaner.

Der Kaffeeanbau auf Vulkangestein

Trotz der Assoziationen rund um weiße Sandstrände und klarem Meerwasser, sind die meisten Inseln der Karibik vulkanischen Ursprungs und alles andere als flach. Die hohen Berge und Vulkanschlote, die bis auf 3 098 Meter in der Dominikanischen Republik anwachsen, stoppen die feuchte Luft, die der Passat über die Inselgruppen weht und sorgen für verlässliche und beständige Regenfälle im Zentrum der Inseln. Dies erzeugt beste Bedingungen, um die Kaffeepflanzen ohne künstliches Bewässerungssystem zu kultivieren. Großbauern gibt es nicht, denn die Berghänge sind zwischen vielen Familien aufgeteilt. In dem unwegsamen Gelände tun sich Maschinen schwer und so ist der Kaffeeanbau und die Ernte noch heute fast ausschließlich Handarbeit.

Kaffeeanbau in der Karibik
Für die Bauern ist das Gelände mühsam, für die Kaffeepflanzen hingegen ein idealer Lebensraum. Ausreichend Wasser, andauernde warme Temperaturen und die nährstoffreichen Böden der Ton- und Vulkanerden lassen den Kaffee wachsen. Die idealen Bedingungen machen den Anbau der stresstoleranten Robustabohne unnötig und so dominiert allseits die Arabica-Kaffeesorte. Anders als vielerorts werden nicht nur die “Bourbon-“, sondern vor allem die “Typica-Varietäten” angebaut, die neue Geschmackserlebnisse versprechen. So ist es kein Wunder, dass die exquisite und eine der kostspieligsten Kaffeesorten aus der Karibik stammt: Der “Blue Mountain”- Kaffee aus Jamaika. Doch auch die anderen Inseln erzeugen Kaffee der Extraklasse.

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Jamaikas “Blue Mountain”

Die bläulichen Nebelschwaden, die allmorgendlich über dem Gebirgszug der Blauen Berge zu sehen sind, haben dem Anbaugebiet und dem Kaffee seinen Namen gegeben. Der “Blue Mountain” Kaffee wird im Hochland der Insel vor allem in den Regionen Silver Hill, Atlanta und Wallenford angebaut. Ein eigenes Gütesiegel schützt die limitierten Erträge von jährlich ca. 1.000 Tonnen und stellt die Qualität sicher. Insgesamt stehen lediglich 6.000 Hektar Anbaufläche zur Verfügung, denn der “Blue Mountain” darf nur auf einer Höhe zwischen 900 und 1700 Metern kultiviert werden.
Kaffee lagert im FassDer schattenspendende Nebel und die für Kaffeepflanzen kühlen Temperaturen um die 22°C des Hochlandes lassen die Bohnen nur sehr langsam reifen. Zehn Monate dauert es bis zur Ernte. In der gleichen Zeitspanne tragen andere Kaffeepflanzen bereits zum zweiten Mal Früchte. Und noch etwas ist anders. Die Bohnen werden nach der Ernte in Holzfässern gelagert, was Sommeliers intuitiv an einen guten Wein erinnern wird.

Lange Reifezeit, nährstoffreiche Vulkanböden und die ungewöhnliche Lagerung sorgen für ein säure- und bitterstoffarmes, jedoch erdiges und hölzernes Aroma, das von fruchtigen und süßen Nuancen begleitet wird. Der Körper wirkt voll und voluminös und ist in Sachen Geschmack eine Seltenheit. Dies alles bestimmt in der Summe den hohen Preis von über 110 Euro fürs Kilo.

Puerto Ricos Arabica-Varietäten

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In Puerto Rico werden vor allem die Arabica-Varietäten “Bourbon”, “Grand Lares”, “Typica”, “Catimor” sowie “Yauco Selecto” kultiviert, die zusammen einen Ertrag von 135 Tonnen ergeben. Die “Yauco Selecto” gab dem bedeutenden, gleichnamigen Anbaugebiet im Südwesten der Insel auf rund 1.000 Meter Höhe seinen Namen und ist das Glanzprodukt der Insel. Die Tonböden der Region versorgen die Bohnen mit ausreichend Nährstoffen, um das typisch kräftige Aroma auszubilden. Tabak scheint auf Schokolade, Zitrone und Orange zu treffen und in tiefen, erdigen Komponenten seine Harmonie zu finden. Dank der schonenden Verarbeitung und Lagerung in der Hülse, bleibt der Kaffee frisch und kann so nach der Röstung seine volle Komplexität zeigen. Das Ergebnis: Ein prachtvoller Kaffee der mehrere Ebenen hat und diese auch zeigen kann.

Kubas süße Kaffeesünden

Die Kubaner lieben Kaffee und so ist es nicht verwunderlich, dass nur ein Viertel der Erträge ins Ausland exportiert wird. 30.000 Hektar in überwiegend geringer Höhe stehen für den Kaffeeanbau zur Verfügung. Trotz der im Vergleich zu Jamaika niedrigen Höhen der Anbaugebiete, reifen die Bohnen in auf Kuba langsam heran. Der Boden ist nicht vulkanisch, sondern humos und bietet den Pflanzen eine ausgeglichene Nährstoffversorgung.

Kaffee in KubaNicht nur der “Turquino”, den die Einheimischen besonders schätzen, glänzt mit seinem rauchigen Körper und der intensiven Süße. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass ausgehend von den kubanischen Bohnen der “Café Cubano”, quasi das Nationalgetränk, als kräftiger, rauchiger Espresso in Erscheinung tritt, der schon beim Brühen mit Zucker versetzt wird. Trotz der intensiven Säure der Bohnen avanciert er so zu einem lieblichen “Süßen” der ideal zur Zigarre passt. Die Kubaner nehmen dies übrigens wörtlich und tunken das Ende der Tabakrolle gern vor dem Anzünden in den Kaffee und genießen das karamellige Aroma.

Haiti und die Dominikanische Republik

Die Insel Hispaniola wird von Haiti und der Dominikanische Republik in zwei Teile geteilt. Die beiden Länder produzieren ganz unterschiedliche Kaffees. Während Haiti die vulkanischen Böden in moderaten Höhen von 500 Metern für den Kaffeeanbau nutzt, setzt die Dominikanische Republik auf die Berghänge der Cordillera Central in 1.200 bis zu 1.500 Metern Höhe.

Aufgrund der Anbauhöhe bilden die Bohnen in Haiti weniger Säure aus und sind süßlich, wohingegen die dominikanischen Varianten mehr Herbe produzieren, säurehaltiger und komplexer sind. Dort werden vor allem “Juncalito” und “Ocoa” kultiviert, die in dem Mikroklima, das an die Blauen Berge Jamaikas erinnert, einen hochwertigen Kaffee reifen lassen. Obwohl im Geschmack ähnlich, ist er wesentlich kostengünstiger.

Vollmundiger Kaffee der vulkanischen Karibik

Obwohl in Europa wenig bekannt, produziert das Sehnsuchtsziel Karibik exzellente Kaffees.

  • Der jamaikanische “Blue Mountain” ist einer der kostspieligsten der ganzen Welt und besonders komplex im Geschmack
  • Die Dominikanische Republik produziert einen günstigen Kaffee, der mit dem “Blue Mountain” vergleichbar ist
  • Puerto Rico und Kuba halten im Geschmackswettstreit Schritt
  • Der Kubaner trinkt ihren Kaffee vor allem süß und stark

Fotos: fotolia – © Kzenon, fotolia – © Danaan, fotolia – © magdal3na, fotolia – © darezare

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