Sage Oracle Touch SES990 Nahaufname im Gebrauch
10.11.2019

Sage Oracle Touch SES990 – der Siebträger mit Mahlwerk im Test

Was kann der Hybrid aus Siebträgermaschine und Kaffeevollautomat?
Name des Autors:

Der klassische Espresso ist immer noch der Renner unter den Kaffeetrinkern. Als beste Zubereitungsarten gelten die Siebträgermaschine und der Kaffeevollautomat. Die Oracle Touch SES990 des australischen Herstellers Sage will beides sein, kommt die Siebträgermaschine doch mit einem integrierten Mahlwerk, einer Tamping-Automatik und einem Touchscreen daher und vereint zwei Welten in sich. Der Hersteller spricht von einer “vollautomatischen Espressomaschine” mit einem einzigartigen wie innovativen “Bean-to-Cup”-Prinzip. Gemeinsam mit Matthias Hoppenworth, einer der Geschäftsführer der Rösterei Hoppenworth & Ploch aus Frankfurt, haben wir getestet, wie automatisch die Hybrid-Siebträgermaschine aus dem Hause Sage wirklich ist.

roastmarket Newsletter Anmeldung

Sage Oracle Touch SE990 im Test

Matthias Hoppenworth ist nicht nur ausgezeichneter Barista und gemeinsam mit seinem Partner Julian Ploch Betreiber mehrerer Cafés, in denen Hoppenworth & Ploch eigene Röstungen servieren. Nein, bei Craft Coffee Gear statten Sie zudem auch noch Hobby-Baristas wie Profis mit exklusiven Siebträgermaschinen des renommierten Herstellers La Marzocco aus, restaurieren Maschinen und sind somit nicht nur in Fragen der Röstung sondern auch der Zubereitung ausgewiesene Experten. Damit ist Matthias Hoppenworth für unseren Test der ideale Ratgeber, denn er weiß, worauf es ankommt. Gemeinsam mit ihm haben wir die Sage Oracle Touch SE990 unter die Lupe genommen.
Sage Oracle Touch SES990

Erster Eindruck und Lieferumfang

Preislich liegt die Siebträgermaschine im unteren vierstelligen Bereich. Dafür liefert sie eine sehr ansprechende, schlicht gehaltene Optik, eine solide Haptik sowie ein Kegelmahlwerk aus Edelstahl. Die Komponenten der Sage Oracle Touch bestehen aus gebürstetem Edelstahl, das Gehäuse selbst ist aus Kunststoff gefertigt. Die matte Kunststoffoberfläche ist für Schmutz nicht sonderlich anfällig. Auf der trüffelschwarzen – so nennt sich die Farbe der Maschine – Oberfläche sind Fingerabdrücke so gut wie nicht sichtbar und Staub lässt sich einfach abwischen. Ein erheblicher Pluspunkt gegenüber vielen Konkurrenzprodukten, die häufig in Klavierlack oder poliertem Edelstahl daherkommen. Spätestens nach der regelmäßigen Verwendung in der heimischen Küche werden Sie nachvollziehen können, wovon wir sprechen. 

Im Lieferumfang enthalten ist nicht nur der 58 Millimeter große Siebträger aus poliertem Edelstahl mit doppeltem Auslass – fast das wichtigste Utensil. Sondern auch eine Knockbox zum Ausschlagen der Kaffeepucks, Ersatzteile für den Milchaufschäumer, ein Reinigungsset, ein Aktivkohle-Wasserfilter inklusive Halter, ein Teststreifen für die Wasserhärte sowie ein Korbfilter. Das mitgelieferte Milchkännchen ist ebenfalls aus Edelstahl und fasst 480 Milliliter. Edelstahl hat den Vorteil, dass nichts ansetzt oder anläuft und die Komponenten immer schön aussehen. Unser Kenner Matthias Hoppenworth ist mit der Ausstattung zufrieden.

Design und Funktionen

Nun jedoch zum wirklich Interessanten: Da es sich bei der Sage SES990 um eine Siebträgermaschine mit integriertem Mahlwerk handelt, finden wir folglich neben der Fassung unter der Brühgruppe sowie der Dampflanze zusätzlich, und praktischerweise ganz links angeordnet, eine weitere Fassung für den Siebträgers vor. Die Elemente sind damit in der Reihenfolge der Benutzung angeordnet, was dem Kaffeetrinker die Arbeit erleichtert. Alle Elemente wirken hochwertig und stabil.

Der Kaffeebohnenbehälter – auch Hopper genannt – sitzt oben links auf der Maschine. Er kann einfach und bequem abgenommen sowie befüllt werden. Der Hopper fasst 280 Gramm Bohnen. Der Wasserbehälter hat ein Fassungsvermögen von 2,5 Litern Wasser. Der Clou an diesem Behälter ist, dass er sowohl hinten als auch vorne entnommen und befüllt werden kann. So ist es kein Problem, die Kaffeemaschine an der Wand zu positionieren. Die Klappe des Wasserbehälters schließt sich mit einem kleinen Klacken sehr sanft. Auch die hintere Öffnung ist gut verarbeitet. Ein eingebauter Schwimmer schaltet die Maschine bei einem zu niedrigen Füllstand ab. Dieser ist von vorne übrigens gut sichtbar und kann so kontrolliert werden.

Das Touchdisplay der Sage Oracle Touch überzeugt

Wie sieht es mit der Benutzeroberfläche aus? Unmittelbar fällt das beleuchtete Touchdisplay zentral auf der Vorderseite auf. Ein Anblick, den besonders die Verwender klassischer Siebträgermaschinen so vielleicht nicht unbedingt erwarten würden.

Touchdisplay der Sage Oracle Touch Siebträgermaschine

Anders als bei Vollautomaten, die inzwischen ab gewissen Preissegmenten standardmäßig mit Touchbedienung ausgestattet sind, sind manuelle Bedienelemente besonders bei Espressomaschinen für den Heimbedarf noch recht verbreitet. Durchaus eine erste Unterscheidung vom ,Standard’-Siebträger. Was gibt es sonst noch zu entdecken? Links des Displays findet sich der Power-Button, seitlich außen ein Rädchen zur Justierung des Mahlgrades, bei dem zwar eine Skalierung fehlt, was aber nicht stört, wie im Weiteren noch erklärt wird. Diese drei Elemente sind tatsächlich die einzigen, die zur Bedienung zur Verfügung stehen. Ob die Reduzierung mit unzureichenden Einstellungsmöglichkeiten einhergeht? Wir werden es beantworten. In jedem Fall wirkt alles sehr aufgeräumt. Außer den beschriebenen Elementen fällt auf der Vorderseite lediglich noch der Schriftzug der Marke Sage ins Auge. Noch ein (wenn auch kleines) Plus gibt es zudem für die beheizte Abstellfläche für Tassen auf der Oberseite, die man natürlich von vielen anderen Siebträgern und Kaffeevollautomaten kennt.

Wichtigste Fakten zu Mahlwerk und Brühgruppe

Das verbaute Mahlwerk ist ein Kegelmahlwerk aus Edelstahl. Es maximiert die Oberfläche des gemahlenen Kaffees für den vollen Geschmack. Edelstahl ist sehr robust, aber im Vergleich zu dem deutlich teureren Keramik etwas anfälliger für Verschleißerscheinungen. Dennoch lassen sich mit dem Material ebenso gute Mahlergebnisse erzielen – wenngleich ein Mahlwerk aus Edelstahl geringfügig lauter mahlt. Das Kegelmahlwerk arbeitet zuverlässig mit rund 400 Umdrehungen pro Minute und ist vor Überhitzung gut geschützt. Kegelmahlwerke überzeugen außerdem mit einem leiseren Mahlvorgang als Scheibenmahlwerke, die zudem deutlich häufiger Opfer von Überhitzung werden. 

Sage The Oracle Touch Siebträgermaschine Bohnenbehälter mit Kaffeebohnen

Weiterhin für das Gerät von Sage spricht, dass sie eine Dual-Boiler Maschine ist. Die Sage Oracle Touch verfügt somit über zwei separate Boiler, die eine eine unabhängige Funktionalität der Brüheinheit und der Milchschaumautomatik garantieren. Das parallele Aufschäumen von Milch und Aufbrühen eines Kaffees stellt also kein Problem dar.

Bedienung der Sage Oracle Touch

Beim ersten Starten der Kaffeemaschine gelangt man unweigerlich in das Setup-Menü, bei dem der Anwender gut durch die ersten Schritte begleitet wird. Wie bei anderen Geräten muss der Wasserfilter vor dem Einsetzen zunächst aktiviert werden. Außerdem benötigt die Maschine den genauen Wasserhärtegrad, den Sie mit dem mitgelieferten Teststreifen ermitteln können. Die Sage führt Sie zuverlässig durch jeden dieser Schritte. Dabei überzeugt uns besonders die zurückhaltende Benutzeroberfläche. Sie sorgt für eine einfache Handhabung der Maschine, was auch dem Profi , Röstmeister Matthias Hoppenworth, positiv auffällt. Das Touchdisplay liefert eine gute Bildqualität und kommt natürlich in Farbe und hintergrundbeleuchtet daher. Positiv fällt außerdem auf, dass das Gerät von selbst auf den regelmäßigen Wechsel des Filters aufmerksam macht. 

Wasserfilter

Ist die Maschine einmal mit Wasser gefüllt, startet sie automatisch einen ersten Spülvorgang. Danach geht es an die Auswahl des Getränks: Über das Touchdisplay scrollt man sich durch das Menü und wählt das gewünschte Getränk aus. Voreingestellt sind hier bereits zum Beispiel Espresso, Long Black, Latte oder Cappuccino. Seltsamerweise gibt es keine Voreinstellung für Latte Macchiato. Positiv zu bemerken ist die Möglichkeit, eigene Getränkeeinstellungen im Menü zu hinterlegen. Bis zu sechs eigene Kreationen kann die Sage Oracle Touch abspeichern. Damit kann jeder sein eigenes Lieblingsgetränk einmal konfigurieren und es jeden Morgen genießen. 

Ist die Auswahl getroffen, “arbeitet” man sich wie bereits erwähnt von links nach rechts vom Mahlen über das Brühen und schließlich Aufschäumen weiter. Über das Display werden diese Stationen im jeweiligen Getränke-Menü angewählt. Zunächst muss der Siebträger in die Mühle eingesetzt werden. Das Kaffeemehl wird automatisch gemahlen und getampt, da die Maschine über ein integriertes Mahlwerk mit Tamping-Automatik verfügt. Je nach gewünschtem Getränk beziehungsweise gewählter Einstellung mahlt die Maschine unterschiedlich lange die Bohnen. Das getampte Mahlgut macht einen guten Eindruck, ist nicht zu locker und nicht zu lose. Matthias Hoppenworth ist von dieser Ausstattung begeistert: “Das lästige Verdichten, das sehr auf die Handgelenke geht, nimmt die Sage dem Nutzer mit dieser Funktion ab.” 

Der Siebträger

Der Siebträger lässt sich ziemlich leicht in die dafür vorgesehene Fassung einspannen. Ein sanftes Klicken verrät, dass er richtig sitzt. Die Espressomaschine mahlt je nach Getränk automatisch die passgenaue Menge Kaffeemehl – zwischen 18 und 22 Gramm – ab und ist dann bereit für das Brühen. 

Siebträger der Sage Oracle Touch

Leistung

Das Resümee unseres Kaffee-Experten lautet: “Die Espressomaschine von Sage mahlt zuverlässig, aber eventuell etwas viel Kaffeemehl ab.” Der geübte Kaffeetrinker kann hier durch den Mahlgrad feinjustieren. Dieser ist für uns am Anfang etwas zu fein. Der Mahlgrad lässt sich mit dem Rädchen außen links verändern, der gewählte Wert wird parallel auf dem Display digital angezeigt. So kann man sich auch die individuelle Präferenz ganz einfach einprägen und bei der Verwendung einfach anpassen. Matthias Hoppenworth weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die neue Einstellung aber natürlich nicht direkt ankommt: “Es muss immer etwas abgemahlen werden. Außerdem ist klar, dass die integrierte Mühle immer etwas Zeit benötigt, um sich ‘einzumahlen’.” 

Sage Oracle Touch Siebträgermaschine mit Milchkännchen und Milchschaum

Hat man die richtige Einstellung gefunden, macht die Sage, was sie soll: guten Kaffee. Und das eben auch und gerade bei ungeübten Siebträger-Nutzern. Wo Neulinge vielleicht am Einstellen von Mahlgrad, Kaffeemenge, Durchlaufzeit und weiteren Fragen verzweifeln würden, greift die Sage ihnen mit gewissen Grundeinstellungen hilfreich unter die Arme. Für Espresso, Caffè Creme oder Americano und viele weitere “Standards” liefert sie bereits in den Standardeinstellungen sehr gute Mengenverhältnisse, die man ohne Weiteres übernehmen kann, die sich aber natürlich nach Bedarf anpassen lassen. Der konstante Extraktionsdruck sowie die Vorbrühfunktion sorgen für das bestmögliche Aroma.

Hervorragender Milchschaum mit der Sage Oracle Touch

Milchgetränke sind in den Einstellungen natürlich ebenfalls vordefiniert, über die jeweilige Kaffeemenge hinaus aber halten sich die Optionen hier in Grenzen, schließlich wird am Ende lediglich noch die Milch aufgeschäumt.

Dies allerdings in einer solch guten Qualität, dass man sich mit der Milch leicht in Sachen Latte Art versuchen kann. Da war selbst Latte Art-Champion Matthias Hoppenworth mehr als angetan. Würde die Maschine das Kondenswasser noch ablassen, wäre der Schaum in seinen Augen aber vermutlich noch etwas cremiger. Nichtsdestotrotz überzeugen uns die Standardeinstellungen der Maschine.

Sage Oracle Touch Test Milchschaum Latte Art

In den Grundeinstellungen kann man definieren, auf welche Temperatur die Milch erhitzt werden soll und wie schaumig das Ergebnis gewünscht ist. Das manuelle Aufschäumen ist zwar möglich, aber davon rät Matthias Hoppenworth ob der hervorragenden Ergebnisse ab. Nach der Benutzung reinigt sich die Dampflanze automatisch. Wischen Sie von außen noch kurz Milchreste ab, damit sie für den nächsten Einsatz parat ist.

Zuverlässiger Mahlvorgang

Im täglichen Gebrauch also muss man gegebenenfalls noch den Mahlgrad ein wenig nachjustieren, wählt anschließend die gewünschte Spezialität und fertig. Das Schöne hieran ist, dass Sage damit einen angenehmen Mix aus dem Komfort und gewissermaßen auch der Sicherheit in der Anwendung eines Vollautomaten bietet und gleichzeitig das Gefühl, man würde eine manuelle Espressomaschine bedienen. Dieser Spagat gelingt ausgesprochen gut und dürfte besonders die überzeugen, die sich an die traditionelle Siebträgermaschine nicht herantrauen oder ein etwas mehr Komfort (sowie eine integrierte Mühle) wünschen. 

Zahlen und Fakten zur Sage Oracle Touch

Mahlwerk: Kegelmahlwerk aus Edelstahl

Voreingestellte Getränke: Kaffee, Caffè Latte, Flat White, Cappuccino, heiße Milch

Individuelle Getränkeprofile: 6

Fassungsvermögen Wassertank: 2,5 Liter

Wassertank entnehmbar: Ja

Fassungsvermögen Bohnenbehälter: 280 Gramm

Vorbrühfunktion: Ja

Wasserfilter: Ja

Milchschaumautomatik: Ja

Heißwasserfunktion: Ja

Steuerung: Touchdisplay

Pumpendruck maximal: 15 Bar

Gewicht: 21 Kilogramm

Maße (HxBxT): 39,2 x 37,3 x 45,4 Zentimeter

Pro und Kontra

Pro

  • “echter” Espresso aus dem Siebträger
  • eignet sich für Espresso-Anfänger
  • Tamping-Automatik
  • feinporiger, cremiger Milchschaum auf Knopfdruck
  • einfache Reinigung
  • hochwertige Komponenten
  • integriertes Mahlwerk
  • die wichtigsten Faktoren regelt die Maschine

Contra

  • keine günstige Anschaffung

Zwischenfazit nach der ersten Anwendung

Kaffee-Experte Matthias Hoppenworth und wir von roastmarket sind der Meinung, dass der australische Hersteller Sage mit seiner halbautomatischen Espressomaschine Oracle Touch SES990 eine gute Mischung aus Siebträgermaschine und Vollautomat geschaffen hat, die besonders für Kaffeeeinsteiger und Siebträgerfans mit einem gewissen Budget eine gute Basis bietet. Sie liefert nicht nur guten Espresso, sondern auch hervorragende Milchgetränke. Auch Latte Art Musterungen wie die klassische Tulpenform lassen sich mit dem cremigen Milchschaum aus der Oracle Touch zubereiten. Als Schnittstelle zwischen Vollautomat und Siebträger bringt sie besonders folgende zwei Vorteile eines Vollautomaten mit: Ein integriertes Mahlwerk mit Tamping-Automatik sowie das Touchdisplay mit vorgegebenen Einstellungen für diverse Getränke. Beides gibt es bei der klassischen Siebträgermaschine nicht. Dafür sind normalerweise eine zusätzliche Kaffeemühle sowie ein Tamper notwendig, um das Kaffeemehl zu verdichten. Dadurch spart die Sage in der Küche viel Platz. Die Kaffeemaschine ist sogar kompakter als einige Vollautomaten. Die Anwendung ging dank der intuitiven Einführung leicht von der Hand, wenige Handgriffe sind für die erste Inbetriebnahme erforderlich. Es dauert nicht lange und wir produzieren zufriedenstellende Ergebnisse.

Abschließendes Fazit zur Sage Oracle Touch

Mit ihren Features nimmt die Maschine dem Nutzer viel Arbeit ab und merzt zwei häufige Fehler bei der Zubereitung von Espresso aus: den falschen Mahlgrad und die nicht optimale Verdichtung. Das prädestiniert das Gerät in den Augen des Profis besonders für Einsteiger und weniger erfahrene Kaffeetrinker sowie diejenigen, die schnell einen guten Kaffee aus dem Siebträger genießen möchten. Doch die Sage Oracle Touch ermöglicht es erfahrenen Kaffeetrinkern ebenso, in die Zubereitung einzugreifen und ihre Getränk nach ihren Vorstellungen zu optimieren.

Kleiner Nachteil

“Nachteil” der halbautomatischen Espressomaschine Sage Oracle Touch ist der Preis. Mit rund 2.000 Euro ist das Gerät natürlich nicht gerade günstig und liegt über den üblichen Preisen von Einsteiger-Siebträgermaschinen und -Vollautomaten. Was viele allerdings vergessen: Gerade für ein vergleichbar gutes, vollständiges Espresso-Equipment inklusive einer Mühle, Tamper, Tampingstation und gegebenenfalls einer Knockbox muss man in der Regel mindestens den gleichen Beitrag einplanen. Wer wirklich nur guten Kaffee aus dem Siebträger möchte, ohne sich tiefer in die Kunst einlesen zu müssen, der ist mit der Maschine von Sage daher sehr gut versorgt. Besonders für Milchgetränke-Liebhaber ist sie genau das Richtige. Wer ein Vollautomaten-Fan ist und so wenig, wie möglich selbst machen will, dem wird selbst der Siebträger-“Hybrid” vielleicht noch ein stückweit zu viel Eigenaufwand abverlangen. Denn das Motto “Drücken und fertig” erfüllt sie nicht ganz – aber das will sie auch gar nicht.

Die Sage Oracle Touch im roastmarket-Langzeittest

Unser abschließendes Fazit nach dem Dauereinsatz: Wir sind sehr angetan. Nach dem ersten Test haben wir die Maschine im roastmarket-Dauertest auf die Probe gestellt und sie schlicht als Alternative neben dem standardmäßig verwendeten Siebträger platziert. Damit blieb jedem selbst überlassen, weiterhin die gewohnte Qualität zu nutzen oder sich auf etwas Neues einzulassen. Der größte Unterschied zum gewohnten Bild: Die Hürde vor der Kaffeezubereitung ist genommen. Wo insbesondere unerfahrene KollegInnen bisher noch auf jmd. Geübteren warteten, um einen Kaffee zuzubereiten, tummeln sich heute alle an der Maschine und bereiten Kaffees nach eigenem Gusto zu. Der Respekt vor Mühleneinstellungen, Bezugszeiten und insbesondere dem Milchaufschäumen, ist einem allgemeinem Barista-Gefühl gewichen. Schnell wird auf die vorprogrammierten Einstellungen zurückgegriffen, bei Sonderwünschen einfach eine individuelle Spezialität ergänzt (um beispielsweise die exakt gewünschte Wassermenge im Americano zu beziehen). Je nach Bohne muss der Mahlgrad natürlich angepasst werden, hier hilft der auf dem Display eingeblendete aktuelle Wert wunderbar zur Orientierung (und natürlich zum unkomplizierten Wiedereinstellen, wenn man die Bohnen erneut nutzt). Die beste Bestätigung aber ist der Blick neben die Sage. Hier stehen eine seit Wochen nicht eingeschaltete Siebträgermaschine und eine verwaiste Kaffeemühle. Wer klassisches Siebträgergefühl mit großen Teilen des Vollautomaten-Komforts vereinen will, ist hier genauso gut versorgt wie alle, die ein Gerät für verschiedene Anwender mit unterschiedlichen Vorstellungen suchen. Test bestanden.

Röster Matthias Hoppenworth

Zuletzt möchten wir von roastmarket uns nochmals recht herzlich bei unserem Kaffee-Experten Matthias Hoppenworth für seine umfangreiche Unterstützung und Expertise bedanken, mit der er uns durch den Test begleitet hat! Wer Beratung in Sachen Siebträgermaschine sucht, ist bei Craft Coffee Gear genau richtig. Und wer noch mehr Anregung, Tipps und Hilfe in Sachen Kaffeemaschinen, Espresso und Mahlgrad sucht, der findet Matthias auch in vielen Videos unseres Youtube-Kanals. 

Der ganze Test im Video

Den ausführlichen Test finden Sie übrigens auch in unserem Youtube-Video. Lehnen Sie sich einfach entspannt zurück und schauen Sie sich den Test in Ruhe im Video-Format an. 

Die Wahl der richtigen Siebträgermaschine

Die Sage Oracle Touch ist als erste “Bean-to-Cup” Hybrid-Siebträgermaschine ein absolutes Top-Gerät für den Home Barista Bereich. Wer allerdings noch andere Maschinenmodelle im Vergleich sehen möchte, dem empfehlen wir einen Blick in unseren Siebträgermaschinen Test. Um die Suche nach einem geeigneten Modell zu vereinfachen und beliebte Modelle von Herstellern wie Sage, Quick Mill und La Marzocco zu vergleichen, haben wir mehrere Modelle für Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis getestet. 

Fotos: Roast Market GmbH

Folgen Sie uns auf Social Media

13 Kommentare

  • Hallo,

    welche Bohnen werden den für den Sage SES990 empfohlen?

    Mit freundlichen Grüßen

    • Lieber Nittel,

      vielen Dank für das Interesse an unserem Magazin und Ihre freundliche Anfrage. Wir können Ihnen bedenkenlos alle Röstungen anbieten, die wir auch generell für die Verwendung im Siebträger empfehlen. Eine große Auswahl finden Sie selbstverständlich direkt im roastmarket-Shop in der entsprechenden Kategorie. Falls Sie noch ein wenig Inspiration und eine konkrete Empfehlung für einen besonderen Espresso suchen, dann lohnt sicherlich auch ein Blick in unseren Espressotest.

      Wir hoffen, dass wir Ihnen mit der Information weiterhelfen konnten. Berichten Sie uns gern von Ihren eigenen Erfahrungen.

      Beste Grüße vom gesamten roastmarket-Team

  • Ich lese ihr konntet neben dem Americano auch einen Café Creme erszeugen? Wie geht das mit der Sage?

    • Liebe/r Hansueli,

      vielen Dank für Ihre Frage! Die Sage hat in ihren Grundeinstellungen einige Standart-Rezepte eingespeichert. Neben Espresso, Schwarzem Kaffee, Cappuccino und Flat White gibt es auch ein Rezept für einen Caffè Creme. Wenn Sie diesen zubereiten möchten, müssen Sie nichts weiter tun, als auf dem Touch Screen der Sage auf das entsprechende Symbol für ein Caffè Creme zu klicken.

      Wir hoffen, dass Ihnen unsere Tipps weiterhelfen. Lassen Sie es uns gerne wissen!

      Viele Grüße vom gesamten roastmarket-Team!

  • Ich habe die Maschine jetzt auch schon über ein Jahr, musste allerdings nach ca. 9 Monaten das Gerät tauschen lassen, da unser Wasser offensichtlich so kalkhaltig ist, dass trotz eifrigem Filterwechsel der “Milchschaum”-Boiler so verkalkt war, dass kein richtiger Milchschaum mehr zustande kam und auch die Entkalkung der Maschine durch den Support von Sage nicht mehr geholfen hatte.
    Ein großes Manko diesbezüglich ist, dass man zwar durch die Maschine aufgefordert wird, Milchdüse und Brüheinheit zu reinigen, aber nie zu entkalken! Das muss der Anwender nach eigenem Ermessen tun – das ist sehr ungewöhnlich und sollte dringend verbessert werden.
    Ich habe inzwischen auf externe Wasserentkalkung umgestellt und führe eine Entkalkung mindestens alle 2 Monate durch – hoffen wir, dass es funktioniert.

  • Toller Bericht.
    In meiner Familie wird neben normalem Kaffee auch viel entkoffeinierter Kaffee getrunken. Gibt es bei dieser Maschine die Möglichkeit, E.S.E Pads zu verwenden, wie es bei der kleinsten Sage der Fall ist?
    Dann könnte man den Entkoffeinierten über die Pads machen, und den normalen Kaffee über das System.

    • Lieber Herr Kopmann,

      vielen Dank für Ihr Feedback und Ihre Frage.
      Laut des Herstellers ist die Oracle Touch nicht kompatibel mit E.S.E Pads.
      Allerdings bieten mittlerweile viele Röstereien entkoffeinierten Kaffee in ganzen Bohnen an, schauen Sie dafür gerne einmal bei uns im roastmarket-Shop in der Kategorie “Entkoffeinierter Kaffee” vorbei!

      Falls Sie auf der Suche nach Siebträgermaschinen sein sollten, die E.S.E Pad kompatibel sind, können wir Ihnen die La Piccola oder auch die Severin Espresa Plus und die WMF Lumero empfehlen. Bei den Modellen von Severin und WMF können Sie wählen, ob Sie lieber gemahlenen Kaffee oder Pads verwenden möchten, während die La Piccola speziell für die Kaffeezubereitung mit E.S.E Pads designed wurde.

      Hoffentlich konnten wir Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude beim Lesen unseres Magazins!

      Beste Kaffeegrüße vom gesamten roastmarket-Team!

  • Hi Philip
    Vielen Dank für den sehr informativen Bericht.
    Eine Frage habe ich: Kann gemahlener Kaffee (meine Frau trinkt nur koffeinfreien Kaffee) selber getampt werden? Also direkt Brühen anwählen ohne Bohnen zu mahlen?
    Vielen Dank.
    Herzliche Grüsse
    Jürg

    • Lieber Jürg,

      vielen Dank für das Interesse an unserem Magazin und die Frage.

      Vorgesehen ist das direkte Brühen mit bereits gemahlenem Kaffeemehl nicht, da das integrierte Mahlwerk ganze Kaffeebohnen mahlt, im Siebträger verteilt und direkt tamped. Allerdings könntet Ihr das ganze einfach einmal ausprobieren und dafür den gemahlenen Kaffee in den Siebträgerhalter einfüllen, fest andrücken (mit einem Tamper), einhängen und beim Display direkt auf die Funktion “Brühen” klicken. Selbst ausprobiert haben wir diese Methode allerdings auch noch nicht, lasst uns also gerne wissen, wie es geklappt hat!

      Wir hoffen, dass wir mit diesen Informationen weiterhelfen konnten.

      Beste Grüße vom gesamten roastmarket-Team aus Frankfurt!

  • Hallo zusammen , ich habe die Saga ganz neu und komme aber irgendwie nicht klar ! Mein Kaffee schwarz (mahlgrad 19)ist so Dünn das ich durch schauen kann , wo ist das Problem und wie kann ich es beheben

  • Hallo , ein ähnliches Problem habe ich mit dem Caffee Crema , der zeigt mir während des Brühvorgangs keine Zeit an ,ist das normal ? Und da kommt nicht viel caffee raus ?

  • Liebes Roastmarket Team , ich habe meine Sage ganz neu und verzweifle an den richtigen Einstellungen der Maschine , besonders bei Caffee Crema und schwarzen Kaffee , könnt ihr mir helfen ?

    • Liebe Katja,

      vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Magazin! Gerne beantworten wir Ihre Fragen.

      Ein zu dünner Kaffee oder Espresso kann verschiedene Gründe haben. Generell gilt: Die Mühle ist dann richtig eingestellt, wenn der Espresso in 25 – 30 Sekunden in die Tasse fließt. Um zu testen, ob Ihr Kaffee zu grob gemahlen ist, könnten Sie den Mahlgrad feiner justieren. Und auch die Kaffeemenge spielt eine Rolle: Für einen einfachen Espresso sollten Sie circa 9 Gramm Kaffeemehl nutzen. Nicht zuletzt könnte es daran liegen, dass das Kaffeemehl nicht fest genug getampt ist. Falls Sie die Vermutung haben, dass das Kaffeemehl nicht fest genug angedrückt ist, könnte es sich um einen technischen Fehler der Maschine handeln. In dem Fall wäre es ratsam, Sage direkt zu kontaktieren.

      Falls Sie bezüglich der Zeitanzeige einen technischen Fehler bei Ihrer Maschine vermuten, würden wir Ihnen ebenfalls empfehlen, Kontakt mit dem Sage Kundenservice aufzunehmen.

      Es tut uns leid, dass Sie bei der Einstellung Ihrer Siebträgermaschine eher schlechte Erfahrung machen mussten. Unser Tipp: Probieren Sie verschiedene Einstellungen aus. Selbst Profis brauchen etwas Zeit, um die perfekte Einstellung zu finden! Café Crème hat, ähnlich wie der Espresso, eine Zubereitungszeit von etwa 25 – 30 Sekunden. Allerdings laufen beim Café Crème etwa 120 ml in die Tasse. Damit das gelingt, empfehlen wir, einen gröberen Mahlgrad als beim Espresso zu wählen und vor allem helle bis mittlere Röstungen zu nutzen.

      Falls Sie an weiteren Tipps rund um die Espressozubereitung und nützlichen Hinweisen rund um das Brührezept interessiert sind, dann können wir ihnen folgendes Youtube Video empfehlen. Hier führt Julian Ploch, Röster und Mitgründer der Spezialitäten-Rösterei Hoppenworth & Ploch, durch die Espresso Zubereitung und gibt Ratschläge zum passenden Mahlgrad, zum richtigen Tampen und zur idealen Extraktionszeit.

      Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen konnten und Sie bald den perfekten Kaffee aus Ihrer Siebträgermaschine in den Händen halten können!

      Beste Grüße vom gesamten roastmarket-Team aus Frankfurt!

Schreiben Sie einen Kommentar

Mit einem Netzwerk anmelden, oder das Formular ausfüllen. Die E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Notwendige angaben sind mit * gekennzeichnet.

5 € Willkommensgutschein
für Ihre Newsletter-Anmeldung

Tauchen Sie ein in die Welt des Kaffees und freuen Sie sich auf exklusive Angebote & tolle Aktionen. Melden Sie sich jetzt zum roastmarket Newsletter an und erhalten Sie für Ihre Erstanmeldung 5 €-Rabatt auf Ihren Einkauf.

Abmeldung jederzeit moglich. Mehr unter Datenschutz.
Diese Website ist durch reCAPTCHA geschützt und es gelten die Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen von Google.

App Teaser hier