Tee wird auf der ganzen Welt getrunken und gilt als eines der beliebtesten Getränke. In einigen Nationen hat sich um Zubereitung und Genuss des Heißgetränkes eine eigene Kultur und Tradition entwickelt, die bis heute den Alltag beeinflusst. Entdecken Sie, wie unterschiedlich die Teezeremonien in Großbritannien, China, Ostfriesland und Marokko wirklich sind und wie Sie diese selber ausprobieren können.

Die britische Tea Time

Tee und England – das gehört einfach zusammen. Doch auch diese Tradition hatte irgendwann ihren Ursprung, nämlich im 17. Jahrhundert, als Tee aus dem Herkunftsland China nach Europa exportiert wurde. So fanden zunächst die Adligen und Bürger der Oberschicht ihren Gefallen an dem, damals luxuriösen und teuren, Heißgetränk. Gerade aufgrund der Exklusivität entwickelten sich Rituale und Verhaltensweisen, die sich bis heute gehalten und zu einem festen Teil der britischen Kultur, über alle Gesellschaftsschichten hinweg, entwickelt haben. Der typische Afternoon Tea geht dabei übrigens auf die frühen 1840er-Jahre zurück, in denen die Duchess of Bedford und Hofdame von Queen Victoria, Anna Maria Stanhope, den Teegenuss inklusive Gebäck oder anderen Kleinigkeiten zwischen Mittag und Abendessen einführte.

Britische TeezeremonieWie sieht nun eine typische englische Teezeremonie aus? Ein paar ungeschriebene Regeln gilt es zu beachten, um den Ablauf einer traditionellen Tee-Zeremonie zu befolgen. Üblicherweise findet die Tea Time nachmittags zwischen drei und fünf Uhr statt und dauert maximal zwei Stunden. In den meisten Haushalten wird inzwischen oft auf normale Teebeutel zurückgegriffen, in gehobeneren Gesellschaften hingegen kommt der Tee natürlich aus der silbernen Teekanne, die lose Teeblätter enthält. Diese werden mit heißem Wasser aufgegossen und verbleiben die ganze Zeit über darin. Entwickelt der Tee zu viele Bitterstoffe, wird mit weiterem Wasser aufgegossen. Um einen echten Afternoon Tea zu genießen, sollten Sie sich für Ceylon, Breakfast Tea oder den typischen Five O’Clock Tea entscheiden – und zwar mit Milch. Ob allerdings zuerst die Milch oder der Tee in der Tasse landet, wird immer wieder gerne diskutiert. Um dem zu entgehen, kann man alternativ zum Schuss Milch auch zur Zitronenscheibe greifen.

Die perfekte Ergänzung zum Heißgetränk bilden Kekse oder ein Stück Kuchen. Wer es original britisch mag, wählt die sogenannten “Scones”, ein weiches Gebäck mit “Clotted Cream”, also dicklicher Sahne, und Marmelade.

Traditionell findet die Tea Time beim Gastgeber zuhause statt. Mittlerweile bevorzugen jedoch viele Briten auch “Teahouse” oder “Tearoom”, eine Art Café für Tee. Suchen Sie sich einfach den Ort aus, der Ihnen und Ihren Gästen am besten gefällt, schließlich dient die Tea Time zur Entspannung und Einkehr.

Tee trinken in Ostfriesland – die Teezeremonie im hohen Norden

Sogar als immaterielles Kulturgut von der UNESCO anerkannt, hat die nordfriesische, “Teetied” genannte, Tee-Zeremonie einen über regionale Grenzen hinweg reichenden Bekanntheitsgrad erlangt. Dabei ist es nicht nur hilfreich, die ein oder andere plattdeutsche Vokabel zu beherrschen. Auch die Zubereitung des Tees im Rahmen der ostfriesischen Teezeremonie ist einen kleinen Exkurs wert.

Ostfriesentee Kluntje

Mit diesen drei einfachen Schritten der Teezubereitung werden Sie zum Teetied-Meister:

  1. In die Tasse bzw. “Ostfriesenrose” kommt zunächst ein großes Stück Kandis.
  2. Daraufhin den Ostfriesentee eingießen. Direkt auf den Kandiszucker, auch “Kluntje” genannt, sodass dieser schön knackt.
  3. Den Abschluss bildet die Sahne. Diese mit einem Löffel gegen den Uhrzeigersinn(!) einrühren. Mit diesem Ritual hält der Ostfriese für einen kurzen Moment die Zeit an. Durch die Sahne entsteht außerdem die “Wulkje” genannte Sahnewolke.

Ein weiteres Umrühren findet nicht statt. So genießt man beim Trinken des Tees zuerst die Schicht Sahne, dann den intensiven Tee und als Letztes die Süße des Kandis. Klassisch genießt man drei Tassen des Heißgetränks. Neben dem “Elführtje” um 11 Uhr, wird gerne auch morgens, nachmittags und abends die ein oder andere Tasse Tee getrunken.

Seit Jahrhunderten tief in der Kultur verankert – Teetradition in China

Auch wenn vor allem die japanische Teekultur bekannt ist, hat das zeremonielle Teetrinken seinen Ursprung in China, die ältesten Schriften gehen dabei auf das 9. Jahrhundert zurück. Als fest verankerter Bestandteil der Kultur hat neben Buddhismus und Konfuzianismus vor allem der Daoismus mit spirituellen Elementen von Ruhe, Gelassenheit, Freude und Wahrheit die chinesische Teezeremonie beeinflusst. Innerhalb der Teekultur gibt es verschiedene Arten der – üblicherweise von einem Teemeister durchgeführten – Teezeremonie, die einige Aspekte gemein haben. Der wichtigste ist wohl besagte Ruhe und Einkehr, die von Natürlichkeit, Reinheit und Spiritualität komplettiert wird.

Eine der bekanntesten Formen der Teezeremonie in China ist das taiwanesische “Gong Fu Cha”. Dafür benötigt eine Person zwei Teeschalen bzw. -tassen, von denen die eine zum Riechen und die andere zum Kosten dient. Hinzu kommen eine Teekanne und loser Tee, wahlweise Grüntee, Oolong oder Pu Errh Tee.

Chinesische TeezeremonieDa die Prozedur bereits vor dem Aufguss mehrere Schritte beinhaltet, geben wir Ihnen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung an die Hand, mit der eine authentische “Gong Fu Cha” Tee-Zeremonie ganz einfach gelingt:

  1. Zunächst wird die Teekanne ca. zur Hälfte mit den Teeblättern gefüllt, um diese kurz mit kochendem Wasser zu abzuwaschen. Gleich darauf wird dieses wieder entfernt.
  2. Neues, frisch aufgebrühtes Wasser wird nun verwendet, um den Tee aufzugießen und 1 Minute ziehen zu lassen.
  3. Durch ein Sieb lässt der fertige Tee dann in die Schalen füllen.
  4. Nun wichtig: Die eine Tasse dient lediglich dazu, Aroma und Duftstoffe zu erfahren. Erst danach wird aus der anderen Schale der Tee getrunken.

Im Rahmen der klassisch chinesischen Teezeremonie kann auf diese Weise der Tee insgesamt bis zu drei Mal aufgegossen werden. Danach sollte der Teetrinker neue Blätter verwenden.

Minze und Zucker – Teetradition in Marokko

Tee genießt auch in Marokko eine ganz besondere Stellung in der Kultur. Wer ein marokkanisches Zuhause betritt, dem wird in der Regel sofort ein Glas Tee zubereitet – wenn dieser nicht sowieso schon gerade aufgebrüht wird. Denn der typische Minztee nicht nur als Zeichen der Gastfreundschaft gilt, sondern ist ein alltäglicher Begleiter. Die Kunst besteht in der richtigen Zubereitung, denn die Teetradition im nordafrikanischen Land besteht (natürlich) nicht aus heißem Wasser und Teebeuteln. So wird die Tasse Tee stattdessen gebrüht und konsumiert, das sind die Regeln der marokkanischen Tee-Zeremonie.

  1. Für den Geschmack am wichtigsten ist die Teesorte, traditionell wird Grüner Tee, oft “Gunpowder”, in Form loser Blätter verwendet.
  2. Dieser wird in einer Teekanne mit Wasser erhitzt.
  3. Sobald dieses kocht, kommt ein Bündel frischer Minze, sowie Zucker hinzu – wie viel, ist dabei dem individuellen Geschmack überlassen. Die Kanne nun weitere 5 Minuten stehen lassen.
  4. Die ersten ein bis zwei Gläser werden mit dem so aufgebrühten Tee befüllt. Das Besondere ist nun, dass diese nicht getrunken, sondern wieder zurück in die Kanne gegossen werden. Dadurch sollen die Aromen zirkulieren und die Bitterkeit des Tees wird reduziert.
  5. Danach geht es an den Genuss. In jedes Glas wird der mit Minze und Zucker versetzte Grüntee aus einem großen Abstand über dem Gefäß eingegossen, wodurch der typische Teeschaum entsteht.

Marokko Teezeremonie

Das Eingießen aus einer Höhe von mindestens 30 cm sorgt nicht nur für eine schaumige Oberfläche, sondern ist auch ein wahres Spektakel, wenn es darum geht, wer aus der größten Distanz treffsicher den Tee im Glas unterbringt.

Die Teesorten können je nach Jahreszeit und Anlass übrigens variieren, nicht immer wird Grüner Tee mit Minze gekostet. Kräuter wie Thymian, Salbei, Zitronengras und Wermut werden oft beigemischt – auch beim sogenannten Berber Tee, eine Art Kräutertee, zu dem nur noch wenig Zucker hinzugefügt werden muss.

Fazit

In vielen Kulturen ist Tee viel mehr als nur ein leckeres Heißgetränk. Es ist nämlich Ausdruck eines Lebensgefühls und Gelegenheit zur Entspannung im Alltag. Von der englischen Tea Time über Ostfriesentee bis hin zur marokkanischen und chinesischen Teezeremonie bringt die Tasse Tee Menschen zusammen und ist über Jahrhunderte hinweg in verschiedenen Ländern als Teetradition gewachsen.

Um sich von der kulturellen Vielfalt des Teetrinkens entführen zu lassen, müssen Sie dabei nicht unbedingt in die Länder reisen, mit den Teesorten von roastmarket – egal ob Schwarzer Tee, Kräutertee, Grüner Tee, Ostfriesentee oder viele weitere wie Matcha oder Chai – und dem passenden Teezubehör – sei es Teekanne, Tasse oder Teefilter – können Sie auch zuhause ganz einfach die Aromen aus aller Welt entdecken und die Teezubereitung gelingt wie bei einer echten Teezeremonie.

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