2,9 Millionen Tonnen Tee konsumierten Teeliebhaber auf der ganzen Welt in 2016, Tendenz steigend. Noch landet mehr als die Hälfte davon in asiatischen Teetassen. Dabei steigt der Tee-Konsum um 30 % schneller, als der von Kaffee. Welche beliebten Teesorten den Siegeszug des Tees so stark vorantreiben, erfahren Sie hier.

Was ist überhaupt Tee?

Schwarzer Tee, Grüner Tee, Earl Grey, Darjeeling, Rooibostee oder Kamillentee – So viele Heißgetränke beanspruchen die Bezeichnung Tee. Genaugenommen dürfen jedoch nur Blätter und Aufgüsse der Teepflanze (Camellia sinensis) den traditionsreichen Namen tragen, alle anderen fallen unter die Rubrik “teeähnliche Erzeugnisse”. Diese Unterscheidung beruht allein auf dem Namen und trifft keine Aussage zur Qualität oder dem Geschmack.

Auch wenn Kräuter-, Wurzel- und Früchtetee somit keine Tees im wörtlichen Sinne sind, so bereichern sie unsere Genussvielfalt enorm. Der echte Tee ist wiederum abhängig vom Herstellungsprozess in verschiedene Teearten untergliedert, die je nach Region, Auswahl und Aussehen als verschiedene Teesorten in den Handel kommen.

Verbreitete Teesorten

Bei der Herstellung von Tee sind Fermentation und Oxidation maßgebende Faktoren für den späteren Geschmack. Ursprünglich war die Fermentation ein Mittel zur Konservierung des Tees. Schnell nutzten Hersteller den starken Einfluss auf den Geschmack für ihre Zwecke und brachten selbst nachvergorene Teearten wie den Pu-Erh-Tee hervor, der mit seiner dunklen Farbe an Kaffee erinnert.

Zum Fermentieren müssen die frischen Blätter welken. Je nach Teeart geschieht dieser Prozess in der Sonne, wie beim Oolong Tee oder überdacht wie bei Schwarzem Tee und Weißem Tee. Noch größeren Einfluss hat die Oxidation. Reichlich frische, feuchte Luft bewirkt eine chemische Umwandlung in den Teeblättern, die das typische Tee-Aroma hervorbringt. Diese Umwandlung lässt sich präzise steuern und durch die Trocknung beenden. Grüner Tee und Weißer Tee verzichten ganz auf die zusätzliche Oxidation, Gelber Tee wird nur minimal oxidiert und auch Oolong nutzt den Sauerstoff in der Luft nur teilweise. Lediglich beim Schwarzen Tee wird die Oxidation nicht vorzeitig gestoppt.

Teesorten – oft eine Frage der Region

Die Teesorten geben an, aus welchen Regionen die Teeblätter stammen und welche Zutaten in einer Mischung landen. Daher sind viele Teesorten nach ihren Herkunftsgebieten benannt. So stammt der zart blumige, nach Muskat duftende Darjeeling-Tee aus dem gleichnamigen indischen Distrikt. Der kräftig würzige Assam-Tee erhält seine Honignote im Assam-Anbaugebiet, aus dem Nordosten Indiens. Und der an Zitrusfrüchte erinnernde Ceylon-Tee stammt aus Sri Lanka, das Seefahrer einst unter dem Namen Ceylon anfuhren.

Andere Teesorten erhielten ihren Namen werbewirksam durch ihr Aussehen. Die verarbeiteten Blätter des kräftig rauchigen Gunpowders, beliebt als Muntermacher mit hohem Koffeingehalt, erinnern in Größe und Form an früher verwendete Schrotkugeln.

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Früchte-, Kräuter- und sonstige Tees

Teeähnliche Erzeugnisse wie Pfefferminztee, Kamillentee, Kräutertee oder Hagebuttentee werden häufig ebenfalls als Teesorten bezeichnet, ebenso wie Früchte- und Wurzeltees. Auch, wenn in ihnen nicht immer die Blätter der Teepflanze enthalten sind, so rechtfertigt die gleiche Zubereitung als Aufguss diesen Namen. Den Genuss schränkt dieser Namensausweitung nicht im Geringsten ein.

Beliebte Sorten unter den Früchtetees werden aus Äpfeln, Himbeeren, Brombeeren, Waldbeeren, Zwetschken oder Hagebutten hergestellt. Generell eignen sich fast alle Früchte für einen heißen, aromatischen Aufguss. Bei den Kräutertees haben Kamille, Pfefferminze, Zitronenmelisse, Salbei und Brennnessel das Sagen in deutschen Teetassen.

Allein die Kombination der unzähligen Aromen, perfekt auf Stimmung und  Vorliebe abgestimmt, haben uns so viele verschiedene Teesorten beschieden, dass den Herstellern wohl eher die Namen, als Ideen für neue Teesorten ausgehen werden.

Eine Frage des Geschmacks

Die Vielfalt an Teesorten decken den gesamten Geschmacksraum ab, der zwischen dem fein süßen Aroma Weißen Tees liegt und dem erdig kräftigem Geschmack eines nachvermentierten Pu-Erh-Tees.

Bekannte Vertreter von Weißem Tee sind die Teesorten Pai Mu Tan (weiße Pfingstrose), der über ein feines, süßliches Aroma verfügt und der edle Yinzhen (Silbernadel). Für letztgenannten Tee sammeln fleißige Arbeiter 30.000 Knospen, um damit gerade einmal 1 kg Tee herzustellen.

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Die Silbernadel gibt es auch als Gelben Tee mit einem Fermentationsgrad von maximal 20 %. Dieser stammt aus von der Insel Junshan und heißt daher Junshan Yinzhen. Sein Geschmack kann von leicht schokoladig bis dezent Mango-artig reichen. Ebenfalls süßlich, mit grasartigen bis nussigen Noten schmeckt sein Bruder, der Mengding Huangya (Göttertee), aus dem Mengshan-Gebirge bei Sichuan.

Unter den Grünen Tees ragt der kräftig rauchige Gunpowder mit hohem Koffeingehalt hervor und der japanische Sencha. Der hochwertige, leicht herbe Sencha ist in Japan ein wichtiger Bestandteil der japanischen Teezeremonie.

Oolong Tees wie der Tie Guanyin oder der Oriental Beauty gelten als besonders wohlriechend. Sie können mehrfach aufgegossen werden und verändern dabei ihren Geschmack von blumig-frisch nach kräftig würzig.

Von vielen Europäern wird jedoch der Schwarze Tee als Spitze des Genusses angesehen. Hier stechen zwei Teesorten in der Beliebtheit hervor: Der hochwertige Darjeeling Tee von den Südhängen des Himalayas, mit seinem sanften Muskat-Aroma und der edle Earl Grey, dem leicht bittere Öle der Bergamotte-Frucht seinen Geschmack verleihen.

Fazit

  • Nur ein Aufguss aus Blättern der Teepflanze ist Tee.
  • Teeähnliche Erzeugnisse können aus Früchten, Kräutern, Wurzeln und anderen Inhaltstoffen bestehen.
  • Die Auswahl an Teesorten ist nahezu unbeschränkt.

Fotos: – ©zhu difeng, fotolia – © sanchos303, fotolia – © creativefamily, fotolia – © azurita, fotolia, ©drubig-photo, fotolia

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