Die eine Kaffeebohne ziert ein gerader Einschnitt, die anderen eine schwungvolle Kerbe. Bohnen der einen Kaffeesorte sind groß, flach und oval. Die der anderen Sorte eher klein und rundlich. Kaffeegenießer lieben den einen für die sanften Schokoladen-Aromen, während der andere nach lieblichen Fruchtnoten duftet. Es gibt vieles, was den Arabica Kaffee vom Robusta Kaffee unterscheidet. Unterschiede in der Qualität gehören aber nicht dazu. Wir klären auf.

Vorurteile über den Robusta Kaffee aus dem Weg geräumt

Unterschiede im Preis zwischen Robusta Kaffee und Arabica Kaffee geben unerfahrenen Kaffeekäufern oft ein falsches Bild von der Qualität. Für den Arabica verlangen Händler meist mehr, als sie für einen Robusta vergleichbarer Qualität verlangen. Die Preisunterschiede liegen hier nicht in der Qualität, sondern im einfacheren Anbau. Die Robusta-Pflanze ist vergleichsweise genügsam und, wie der Name verrät, robust gegen Witterungseinflüsse.

Zudem reifen die Kaffeekirschen des Robusta schneller heran, als die des Arabica. Mit nur rund sechs Monaten Reifezeit dürfen Kaffeebauern auf zwei Ernten im Jahr hoffen. Beim Arabica sind es dagegen 9-11 Monate. Wäre da nicht eine weltweite Vorliebe für die feinen Aromen des Arabica, würden Kaffeebauern ihre Arbeit wohl ausschließlich auf den Robusta Kaffee konzentrieren. So verteilt sich der Welthandel mit 60% zu 40% zugunsten des Arabica.

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Die Kaffeepflanze – eine Frage der Größe

Beim Wachsen der Kaffeepflanze würde ein Robusta-Busch einen Arabica-Strauch buchstäblich in den Schatten stellen. Denn Kaffeebauern trimmen ihre Robusta-Pflanzen zur wirtschaftlicheren Ernte regelmäßig, damit sie unter ihrer vollen Höhe von acht Metern bleiben. Eine mühsame Arbeit, die bei einem maximal fünf Meter hohem Arabica-Strauch weniger nötig ist.

Kaffeekirschen wachsen beim Robusta eng zusammengedrängt an den jeweiligen Blattachsen. Beim Arabica sind sie gleichmäßig über die einzelnen Zweige verteilt. Der größte Unterschied liegt jedoch im Erbgut der Pflanzen. Die Chromosomenanzahl der meisten Arabica-Arten ist doppelt so hoch, wie die der Robusta-Arten. Diesen Umstand geben Experten oft als Begründung für die komplexe Aromenvielfalt und die geringere Intensität im Arabica an.

Anbaugebiete in Äquatornähe

Beide Kaffeesorten lieben die warmen, feuchten Gebiete rund um den Äquator. Die Hauptanbaugebiete des Robusta-Kaffees befinden sich bis zu 10 Grad nördlich und südlich des Hemisphärenteilers, in Höhenlagen vom Meeresspiegel bis zu 700 Metern. Die größten Anbaugebiete liegen in Vietnam, Indien, Indonesien und Afrika.

Arabica verträgt es etwas kühler, solange das Wetter beständig bleibt. Seine Anbaugebiete liegen zwischen 23 Grad nördlicher und 25 Grad südlicher Breite, vornehmlich in Südamerika, Afrika, Australien und Indonesien. Seine Bezeichnung als Bergkaffee trägt er zu Recht, denn er wächst in Gebirgslagen zwischen 1000 und 2000 Metern.

Beide Kaffeepflanzen haben einen Wasserbedarf von 250 – 300 mm pro m² im Jahr. Auch der Boden ist hohen Ansprüchen ausgesetzt. Er muss tief, locker, durchlässig, nährstoffreich und leicht sauer sein.

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Picking vs. Stripping

Bei der Kaffee-Ernte beweist der Robusta ein weiteres Mal, dass seinen Namen mit Bedacht bekam. Sind die Früchte reif, streifen Kaffeebauern sie vom Robusta-Busch mit einer Art Kamm ab. Diese Methode, das sogenannte Stripping, vermischt reife und unreife Bohnen, die anschließend voneinander getrennt werden müssen.

Kaffee ernten

Der Arabica ist da empfindlicher. Reife Kaffeebohnen pflückt der Bauer einzeln vom Strauch. Lässt er sich beim Picking zu viel Zeit, fallen die reifen Bohnen auf den Boden und verderben. Dafür erhält er aber ausschließlich vorsortierte Kaffeebohnen hoher Qualität.

Steht ihm ausreichend Wasser zur Verfügung, löst er die Kaffeebohnen anschließend von der Schale und verarbeitet sie in der hochwertigen nassen Aufbereitung weiter. In Gebieten mit Wassermangel bleibt nur die trockene Aufbereitung, bei der die Kaffeebohnen einen Teil ihrer wertvollen Aromen einbüßen.

Unterschiede in Farbe und Form

Deutliche Unterschiede im Aussehen der Früchte und Bohnen machen es selbst dem Laien leicht, Robusta und Arabica auseinanderzuhalten. Die gelb-bräunlichen Kaffeekirschen des Robusta verbergen kleine, rundliche Kaffeebohnen. Manchmal werden sie auch als Rundbohnen bezeichnet. Ein kerzengerader Einschnitt stellt das prägnanteste Unterscheidungsmerkmal dar.

Flachbohne ist die passende Bezeichnung für die größeren, flacheren und eher ovalen Bohnen des Arabica. Sie wachsen in einer grünlichen bis leicht bläulichen Kaffeekirsche heran und zeichnen sich durch eine charakteristisch geschwungene Kerbe aus.


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Koffeinfreunde aufgepasst

Für die wunderbaren Karamell- und Röstaromen, die während der Röstung entstehen, dürfen Sie nach Belieben zwischen Robusta und Arabica wählen. Für sie sind Zuckerstoffe, sogenannte Polysaccharide, verantwortlich, die in gleicher Menge in den beiden Sorten vorkommen.

Kaffeebohnen

Beim Koffein und bei der Chlorogensäure, die den leicht bitteren Beigeschmack hervorruft, sieht es anders aus. Robusta weist deutlich mehr Chlorogensäure auf und hat einen doppelt so hohen Koffeingehalt wie die Arabica-Bohne.

An aromatischen Kaffeeölen deutlich reicher ist der Arabica. Diese Lipide sind wichtige Bausteine der berühmten Crema auf dem Espresso. Proteine, die sich durch Hitzeeinwirkung mit Zucker zu komplexen Aromastoffen verbinden, sind dagegen stärker im Robusta zu finden.

Der alles entscheidende Geschmack

Soll Ihr Kaffee am Morgen stark schmecken, mit vollem Körper und ausgeprägten erdigen Noten? Dann ist ein Kaffee mit hohem Robusta-Anteil genau das richtige für Sie. Mit dem höheren Koffeingehalt ist er der perfekte Muntermacher für Morgenmuffel und Frühaufsteher.

Zählen Sie dagegen zu jenen Genusstrinkern, die ihre Tasse Kaffee zum Entspannen am Nachmittag oder nach dem Essen am Abend zu sich nehmen, dann ist Arabica die Kaffeesorte der Wahl. Bei ihr dürfen Sie sich über einen edlen, feinen Geschmack, ausgeprägte Aromen und eine feine Säure freuen. Natürlich spricht nichts dagegen, köstliche Mischungen beider Sorten zu probieren oder ab und zu die Sorte zu wechseln. Kaffee ist schließlich ein Genussmittel.

Von Spezialitäten und Blends

Das reinste Arabica- oder Robusta-Geschmackserlebnis beschert Ihnen ein Single Origin Kaffee. Dafür werden die Bohnen einer einzigen Plantage zur Perfektion geröstet. So genießen Sie zum Beispiel einen auf 1400 Höhenmetern in Kenia herangewachsenen Arabica Kaffee, der nach Cranberry und Roten Johannisbeeren schmeckt. Oder Sie greifen zu einem an Cognac und Nougat erinnernden Robusta Kaffee, der in Indien zur Perfektion gereift ist.

Ähnlich wie Spitzenweinen unterliegen diese Single Origin Kaffees von Jahr zu Jahr kleinen Geschmacksschwankungen. Das ist der Grund, weshalb die überwiegende Mehrheit der Kaffees als Blends oder Mischungen verschiedener Bohnen angeboten werden. Durch die Auswahl geschmacklich optimal zueinander passender Arabica- und Robusta-Bohnen stellt der Röster ein tiefes und abgerundetes Aroma sicher und stellt eine Mischung aus Bohnen zusammen, die sich ideal in Intensität und Geschmack ergänzen.

Kennen Sie die beliebtesten Kaffeebohnen?

Begleiten Sie Julian Ploch, Mitgründer der Specialty Coffee Rösterei Hoppenworth & Ploch und Profi-Barista, in unserem Youtube-Video in die faszinierende Welt der Kaffeebohnen! Über Herkunft und Anbau, über Aromenvielfal bis hin zu Intensitäten und Charakteristiken klärt der Profi auf. Anhand von Beispielkaffees, je einer reinen Arabica- und Robustaröstung, verdeutlicht der Experte die wichtigsten Unterschiede und Fakten der Kaffeebohnen. 

Fazit

  • Arabica Bohnen schmecken spritzig und fruchtig und sind reich an Kaffeeölen
  • Robusta Bohnen geben Tiefe, erzeugen eine natürliche Crema und haben einen höheren Säure- und Koffeingehalt
  • Die grünen bis leicht bläulichen Kaffeekirschen der Arabica wachsen zu größeren, flacheren und eher ovalen Kaffeebohnen bei einer Reifezeit von 9-11 Monaten heran
  • Die gelb-bräunlichen Kaffeekirschen der Robusta wachsen zu kleinen, rundlichen Kaffeebohnen bei einer Reifezeit von circa 6 Monaten heran
  • Mischungen kombinieren die besten Seiten beider Bohnenvarietäten

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