Köstlich süß, etwas herzhaft und dabei schön heiß, so muss ein echter Pharisäer schmecken. Alles andere wäre fade und würde dem Namen Pharisäer nicht gerecht werden. Nicht umsonst hat ein Richter höchstpersönlich diesem Kaffeegetränk seine Bedeutung verliehen und ihm zu dem verholfen, was dieser Kaffee auch ist: Ein süßer Genuss, der gut einheizt.

Der Pharisäer Kaffee gehört zu den heißen Getränken, welche durch eine dicke Haube Sahne geschlürft wird, die den Kaffee abdeckt. Wichtig beim Pharisäer ist, dass die Sahnehaube nicht verrührt wird. Wie die meisten alkoholischen Kaffeegetränke trinken viele Kaffeeliebhaber den Pharisäer gerne Abends, denn sein Alkoholgehalt “heizt” ein. Es ist der warme Rum, der für viel Wärme und gute Laune beim Trinken sorgt.

Zutaten für einen echten Pharisäer

Für einen originalen Pharisäer benötigen Sie vor allem eines: einen guten und starken Kaffee. In Nordfriesland, dem Herkunftsort des Pharisäers, schwören die Kaffeegenießer darauf, den Kaffee mit der Hand aufzubrühen. Nur dann käme der Pharisäer dem originalen Rezept gleich. Sie benötigen noch 4 cl braunen Rum von guter Qualität und frische Schlagsahne, die nicht gesüßt ist. Zum Süßen des Kaffees verwenden Sie normalen weißen Zucker

roastmarket Probierpaket schokoladiger Espresso

Dafür bietet sich die Kaffeezubereitung mit einem klassischen Handfilter an. Bei der Wahl der Kaffeebohnen empfehlen wir mittel bis dunkle Röstungen mit intensiven Aromen wie Schokolade und Nuss. Wer den Pharisäer besonders intensiv genießen möchte, der kann das Brührezept etwas großzügiger verändern und so pro Tasse mit 12-15 Gramm Kaffeemehl rechnen. 

 

Pharisäer Rezept

Für eine Tasse Pharisäer wird folgendes benötigt:

  • 12-15 Gramm starker Kaffee, am besten als Filterkaffee zubereitet
  • Eine große Portion geschlagene Sahne (ungesüßt)
  • 2 Stück Würfelzucker
  • 4 cl Rum

Zubereitung der Kaffeespezialität

In den Familien von Nordfriesland werden für den originalen Pharisäer ganz normale Kaffeetassen verwendet. In den Cafés auf den friesischen Inseln wird der Kaffee für die Touristen gerne in einer hohen Tasse mit Fuß serviert. Welcher Tasse Sie den Vorzug geben, machen Sie am besten von Ihrer Stimmung und Ihrer Lieblingstasse abhängig. Wichtig ist allerdings, dass die Tasse vorgewärmt wird. Dazu gießen Sie kurz heißes Wasser in die Tasse, damit sie schön durchwärmt oder Sie nutzen die Milchlanze Ihrer Espressomaschine zum Erwärmen der Tassen. Auch den Rum sollten Sie leicht anwärmen.

In die warme Tasse legen Sie nun die Würfelzucker und gießen den warmen Rum darüber. Das Ganze gießen Sie mit dem frisch gebrühten starken Kaffee auf. Auf den Kaffee setzen Sie einen großen Klecks geschlagene Sahne.

Pharisäer Kaffee in Tasse mit Sahnehaube

Hinweis: Der Pharisäer darf nicht mehr umgerührt werden. Und auch der Einsatz von Strohhalm oder Löffel ist nicht erwünscht bzw. gilt als No-Go. Er wird durch die Sahne geschlürft. Sprühsahne verbietet sich ebenfalls, da diese Sahne sehr schnell in sich zusammenfällt und somit ein originales Schlürfen gar nicht mehr möglich ist.
Die Nordfriesen behaupten zudem, dass für einen echten Pharisäer auch viel Liebe bei der Zubereitung und beim Servieren mit einfließen soll. Nur dann sei gewährleistet, dass der Pharisäer nicht nur den Leib, sondern auch die Seele erwärmt.

Die Wiege des Pharisäers

Die Geschichte des Pharisäers beginnt in Nordfriesland auf dem Hof des Peter Georg Johannsen im Elisabeth-Sophien-Koog auf Nordstrand. Es war im Oktober 1872, das siebte Kind des Bauern wurde getauft und es sollte ein schönes Fest werden. Für die trinkfesten Bewohner von Nordstrand eine willkommene Abwechslung vom Inselalltag. Doch der Pastor der Kirchengemeinde hatte dem reichlichen Alkoholkonsum den Kampf angesagt.

Ursprung des Pharisäers Rum und KaffeeZum Fest kam auch der Pastor. Bauer Johannsen musste sich daher einer List bedienen, damit seine Gäste feucht fröhlich feiern konnten. Er gab seinen Helfern den Auftrag, in jeden Kaffee auch einen Schuss Rum zu geben, außer beim Pastor, der sollte nur reinen Kaffee trinken. Und damit der Kirchenmann den Alkohol nicht riecht, musste jede Tasse Kaffee mit einer dicken Haube von geschlagener Sahne verziert werden. Der Plan ging auf und die Taufgesellschaft wurde immer fröhlicher und ausgelassener. Dies wiederum kam dem Pastor nun doch etwas seltsam vor. In einem unbeobachteten Moment nahm er einen Kaffeeschluck von seinem Sitznachbarn. Und siehe da, dieser Kaffee schmeckte gänzlich anders, als seiner. Sofort erkannte er die Finte und rief völlig aufgebracht: “Nun weiß ich aber Bescheid, ihr Pharisäer!” So wurde der Name des Kaffees geboren und der Pharisäer entwickelte sich seit dieser Zeit zum Nationalgetränk der Nordfriesen.

Unser starker Kaffee für Ihren Pharisäer

Wenn das Gericht entscheidet, was einen originalen Pharisäer ausmacht

Doch die Geschichte des Pharisäers war mit seiner Taufstunde noch nicht beendet. Sie erhielt noch eine richterliche Krönung.

109 Jahre nach der Taufe des neuen Kaffeegetränks, im Jahre 1981, bestellte ein Flensburger Gast in einem Ausflugslokal in Glücksburg einen “Pharisäer nach Originalrezept”. Doch er war mit dem Geschmack des Kaffees überhaupt nicht zufrieden. Für den Gast war der Pharisäer geschmacklos, er hatte seiner Meinung nach zu wenig Rumanteil. Der Wirt allerdings fand, dass 2cl Rum im Pharisäer genügend seien. Der Gast verweigerte die Bezahlung, sodass sich Wirt und Gast vor dem Richter wieder trafen.

Gerichtsentscheidung über Ruminhalt in PharisäerDer Richter hatte wohl seine Freude an diesem Verfahren. Im Zuge der Beweisaufnahme ließ er sich einen Pharisäer mit 2 cl Rum und einen mit 4 cl servieren. Die Geschmacksprobe ergab eindeutig, dass der Pharisäer mit 2 cl mehr als fade schmeckt. Der Richter gab daher zu Protokoll, dass dieses Getränk nur einen geringen alkoholischen Beigeschmack habe. Es handele sich dabei keinesfalls um ein köstliches, hochprozentig alkoholisches Getränk. Weiter kann man aus dem Urteil herauslesen, dass der Richter wusste, dass das Originalrezept das Getränk als hochprozentig alkoholhaltig beschreibt und daher deutlich die Rumbeigabe schmecken lässt. Doch bei nur zwei Zentiliter Rum sei das nicht der Fall. Der Gast musste nach diesem Gerichtsurteil seinen Pharisäer nicht bezahlen. Es wurde bestätigt, dass ein echter Pharisäer mehr als 2 cl Rum enthalten muss.

Fazit

Ein echter Pharisäer zeichnet sich durch seine Zugaben aus:

Der Pharisäer ist eine Kaffeespezialität für späte Stunden. Mit ihm wird Ihnen schön warm und die Laune steigt mit dem Genuss.

Fotos von oben nach unten: fotolia – © Petra Fischer, fotolia – © shaiith, fotolia – © Butch, fotolia – © sebboy12

Folgen Sie uns auf Social Media

Schreiben Sie einen Kommentar

Mit einem Netzwerk anmelden, oder das Formular ausfüllen. Die E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Notwendige angaben sind mit * gekennzeichnet.

5 € Willkommensgutschein
für Ihre Newsletter-Anmeldung

Tauchen Sie ein in die Welt des Kaffees und freuen Sie sich auf exklusive Angebote & tolle Aktionen. Melden Sie sich jetzt zum roastmarket Newsletter an und erhalten Sie für Ihre Erstanmeldung 5 €-Rabatt auf Ihren Einkauf.

Abmeldung jederzeit moglich. Mehr unter Datenschutz.
Diese Website ist durch reCAPTCHA geschützt und es gelten die Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen von Google.

App Teaser hier