Der neueste Kaffeetrend, der jetzt in vielen angesagten Cafés und Kaffeehäusern auf der Getränkeliste steht, kommt aus Down Under. Doch ist der Flat White eigentlich wirklich so neu? Und wie wird er eigentlich hergestellt? Wir liefern Antworten auf alle Fragen rund um den Milchkaffeekult der Australier, der gerade in großen Wellen aus Übersee heranschwappt, und zeigen, wie er am besten gelingt.

Der Flat White und seine Ursprünge

Was auf den ersten Blick wie ein simpler Cappuccino aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung doch als eine eigene Variante des Milchkaffees, die sich vor allem aus seiner flachen Oberfläche auszeichnet. Wie der Name schon verrät, ist diese nicht wie beim Cappuccino durch eine aufgetürmte Milchschaumhaube gekennzeichnet, sondern schließt flach mit dem Tassenrand ab.

Genau dieser “flache Weiße” erobert jetzt immer mehr Cafés und Kaffeebars. Doch woher kommt die aus zwei Espresso und feinstem Milchschaum zubereitete Kaffeespezialität? Die Ursprünge liegen lange zurück und haben – wie so oft – mit einem wunderbaren Mix der Kulturen zu tun.

Flat White vs. Cappuccino

Der Name Flat White kam erstmals in den 1980er Jahren in Australien und Neuseeland auf. Seine eigentliche Geschichte beginnt aber viel früher und geht auf die Einwanderungswellen von Engländern und Italienern zurück. Während erstere ihren Tee von Zuhause mitbrachten, führten die Italiener später den Kaffee ein. Da die Engländer es gewohnt waren ihren Tee mit Milch zu trinken, wollten sie auch beim Kaffee nicht darauf verzichten und legten somit den Grundstein für den beliebten Milchkaffee in Australien. Für den morgendlichen Milchkaffeegenuss schäumte man später die Milch auch gerne auf und zauberte so die ersten köstlichen Flat White. Die Zubereitung des Milchschaums ist dabei eine Kunst für sich – genauso wie die Latte Art, mit der ein Flat White normalerweise verziert wird. Doch was ist eigentlich der Unterschied zum Cappuccino?

Flat White versus Cappuccino

Was den Italienern ihr Cappuccino ist, ist den Australiern der Flat White. Wer denkt, dass beide gleich sind, liegt allerdings falsch. Zwar werden beide Milchkaffeevarianten in einer 150 bis 160 ml großen, eher breiten Tasse serviert – doch der Milchschaum macht – wie so oft – den feinen, aber spürbaren Unterschied aus. Ist der Cappuccino von einer trockenen “Bauschaumhaube” gekrönt, ist der Flat White durch eine besonders feinporig aufgeschlagene Milchschaumcreme gekennzeichnet. Sie sorgt dafür, dass sich das australische Trendgetränk samtig weich auf der Zunge anfühlt und immer beliebter wird.

Während der Cappuccino schon vor vielen Jahren die deutschen Cafés eroberte, steht jetzt auf vielen Getränkekarten auch der Flat White. Doch wer das neue Kultgetränk zu Hause zubereiten möchte, sollte erst einmal üben. Denn die die Herstellung des Milchschaums mit der typisch sämigen Konsistenz erfordert einiges an Übung. Noch schwieriger wird es bei der Latte Art, die jeden echten Flat White zieren sollte.

Der Flat White und die richtige Milchschaumkonsistenz

Für dieses Kultgetränk benötigen Sie einen besonders feinporigen, eher flüssigen Milchschaum. Daher ist eine Dampfdüse am Kaffeeautomaten unerlässlich, um die etwa 120 Milliliter an flüssigen Milchschaum, den man für einen Flat White benötigt, zu zaubern.

Für einen guten Milchschaum nehmen Profis gerne Vollmilch. Lactose-Intolerante und Veganer können aber auch auf Soja-Milch zurückgreifen. Sie ist geschmacklich zwar etwas anders, eignet sich aber relativ gut zum Aufschäumen. Durch den höheren Proteingehalt ist das Schaumergebnis aber deutlich schlechter als bei Vollmilch. Dafür kann Soja-Milch aber wiederum mit niedrigeren Fettgehalten punkten.

Mandelmilch lässt sich deutlich besser aufschäumen und sorgt für einen cremigen Milchschaum. Geschmacklich spürt man allerdings eine dezente Mandelnote sowie einen leicht säuerlichen Schaum. Während sich Reis-Milch nicht gut aufschäumen lässt, sorgt sie geschmacklich für eine angenehme Süße. Eine gute Alternative mit cremig, festen Schaum bietet dagegen Reis-Mandel-Milch. Die besten Schaumergebnisse bieten aber Hafer- und Dinkelmilch. Sie schmecken zwar etwas nach Getreide, liefern aber auch eine leichte Süße.Mit dem guten Milchschaumergebnis dieser veganen Milchsorten gelingt vielleicht sogar die Latte Art, die wir gleich näher vorstellen werden.


Übrigens: Sollte Milch im Kaffee ausflocken, liegt dies nicht an verdorbener Milch, sondern vor allem am Säuregehalt des Kaffees. Daneben können aber auch die Eiweiße in älterer Milch schneller an Löslichkeit verlieren und Klümpchen bilden. Der Säuregehalt im Kaffee wird hingegen durch den Grad und die Art der Röstung bestimmt. Der Säuregehalt im Kaffee ist aber auch umso höher, je länger er warm gehalten wird.


Mit diesen Espressi gelingt der perfekte Flat White


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Latte Art – die Kunst des Milchschaumaufgießens

Ein guter Flat White sollte von kunstvoller Latte Art verziert werden. Herzen, Schwäne und Fantasiefiguren sind dabei besonders beliebt. Diese werden allerdings nicht – wie die meisten denken – mit einem Stäbchen gezeichnet, sondern entstehen durch das spezielle Eingießen des Milchschaums in die Tasse. Dabei wird die Tasse mit dem Espresso schräg gehalten und die Eingießhöhe des feinporigen Milchschaums schwenkend variiert. Wie das richtig gemacht wird, können Sie nicht nur in entsprechenden Kursen, sondern auch autodidaktisch in einem der vielen Videos wie diesem (https://youtu.be/XeAH9ambHpM) lernen.

Eine Kaffeemaschine mit Dampfdüse ist ebenfalls nötig. Denn nur mit dieser Dampfdüse lässt sich die Milch richtig aufschäumen und wird so feinporig, wie man es für die Latte Art braucht.

Cappuccino Latte Art

Eine Kaffeespezialität per Knopfdruck?

Für einen echten Flat White benötigt man normalerweise fünf Dinge: eine professionelle Siebträgermaschine, gute Kaffeebohnen, frische Milch, eine Dampfdüse sowie einen erfahrenen Barista, der die Handwerkskunst Latte Art beherrscht. Doch mit dem neuen Vollautomaten von DeLonghi soll dies jetzt auch per Knopfdruck gehen!

Er sorgt dafür, dass jede Kaffeespezialität den passenden Milchschaum bekommt, und holt den Flat White somit in die heimischen Küchen. Ein Manko bleibt allerdings: So tolle Latte Art wie beim Profi gibt es mit diesem Automaten nicht. Dafür muss man schon selbst üben und kann es (noch) nicht der Technik überlassen.

Fazit

Zwar besteht der Flat White ganz wie der Cappuccino und ein Latte Macchiato nur aus Kaffee und Milch, aber wie so oft machen die Zubereitung und die Menge den großen Unterschied. Verziert wird der Flat White meist zudem mit Latte Art, während Kakaopulver nicht darauf gehört!

Das gehört in bzw. auf einen White-Kaffee:

  • ein doppelter Espresso für vollen Kaffeegenuss
  • etwa 120 ml flüssiger und feinporiger Milchschaum für einen samtigen Geschmack
  • fantasievolle Latte Art fürs Auge

Fotos: iStock – © Marinovicphotography, iStock – © probuxtor, iStock – © jbretro

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Ein Kommentar

  • schade das kein Bild von einem flate White dabei ist und nur die drei typisch italienischen und zu dickwandigen Tassen mit cappucino auf dem Foto abgebildewt sind. der größte unterschied zum cappucino ist, dass ein Flate White niemals bitter ist und einen feinen Geschmack von schokolade hinterlässt. ein flate White ist ein anderes niveau

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