Kaffee besticht mit leckerem Duft und feinen Geschmacksaromen. Wer denkt schon beim Morgenkaffee daran, welchen ökologischen Fußabdruck das schwarze Gold hinterlässt? 140 Liter virtuelles Wasser werden zur Herstellung einer Tasse Kaffee gebraucht. Kaffeekapseln aus Aluminium, die Einwegbecher des “Café-to-go” lassen die Müllberge weiterwachsen. Aber es gibt auch Alternativen, die die Umwelt schonen und trotzdem keinen Verlust an Komfort bedeuten.

Die Sache mit dem Wasser

Für viele Verbraucher gewinnt die Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit eines Produktes zunehmend an Wichtigkeit. Interessant, dass die Probleme, die die Kaffeeproduktion in der Umwelt verursachen, trotzdem oft ausgeblendet werden: Die Pflanzen brauchen Bewässerung, das Fruchtfleisch wird mit Wasser von den Bohnen geschwemmt und die Säuberung der Maschinen verbraucht große Wassermengen.

Und zwar: 140 Liter pro Tasse Kaffee. Diese Wassermenge übersteigt den täglichen Wasserverbrauch eines deutschen Verbrauchers noch um 15 Liter. Noch schwerer ist vorstellbar, dass die weltweite Kaffeeproduktion jährlich so viel Wasser verschlingt, wie in anderthalb Jahren den Rhein hinunterfließt. Doch der Kaffeeverband wiegelt ab: Es handle sich bei den angegebenen Mengen nur um “virtuelles Wasser”. Das setze sich aus Regenwasser, Grundwasser und Oberflächenwasser zusammen. Außerdem würde der Wasserbedarf zu mehr als 90 Prozent durch Regenwasser gedeckt.

Trotzdem ist nicht zu leugnen, dass die Produktion von Kaffee, Kakao und Fleisch den höchsten Wasserverbrauch der Verbrauchsgüter aufweist. Zum Vergleich: Tee kommt mit 35 Liter Wasserverbrauch pro Tasse aus. In Zeiten wachsender Wasserverknappung sind diese Zahlen durchaus bedenkenswert, denn die Mehrzahl der Kaffeeliebhaber genießt Kaffee mehrmals täglich. Insgesamt liegt der durchschnittliche Kaffeekonsum pro Kopf in Deutschland bei 165 Litern jährlich.

Kaffeekapseln – Komfort auf Kosten der Umwelt


Zugegeben: Kaffee aus Kaffeekapseln besticht durch ausgeprägtes Aroma und komfortable Zubereitung. Doch der Preis für die Umwelt ist hoch. Allein in Deutschland werden jährlich etwa zwei Milliarden Kaffeekapseln aus Aluminium oder Kunststoff verkauft. Diese riesige Menge der Leichtgewichte kumuliert zu vier Millionen Kilogramm Müll jährlich. Grundsätzlich gehört Aluminium zu den wiederverwertbaren Wertstoffen. Schwieriger ist es mit den Kapseln aus Kunststoff, weil das Material nicht sortenrein ist. Die Materialzusammensetzung der Kapseln gehört zu den am besten gehüteten Geheimnissen der Kaffeeproduzenten. So landen die Kapseln bestenfalls im “Gelben Sack” und werden mit dem übrigen nicht verwertbaren Material der Verbrennung zugeführt. Ein unhaltbarer Zustand, denn sechs Gramm Kaffeepulver sind umhüllt von bis zu drei Gramm Verpackung.

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Wachsende Müllberge und keine zukunftsweisenden Perspektiven

Die großen Kaffeeproduzenten sorgen sich zu Recht um ihr Image: So erklärt Tchibo, dass ständig an der Optimierung der Wiederverwertbarkeit der Kunststoff-Kapseln mit Aludeckel gearbeitet werde. Konkrete Angaben – leider Fehlanzeige. Nespresso hingegen gibt an, dass mehr als drei Viertel der Alu-Kapseln gesammelt und recycelt werden könnten. Reale Wiederverwertungszahlen nennt der Konzern nicht.
Allerdings stellte Nespresso in der Schweiz ein verbraucherfreundliches Rücknahmesystem auf die Beine: Der Postbote holt die Kapseln direkt beim Verbraucher zu Hause ab. Für Deutschland ist dieser Service jedoch nicht vorgesehen. Aus finanzieller Sicht ist der Hype um die Kaffeekapseln ebenfalls unverständlich: In ein Kilo Kapselkaffee investiert der Verbraucher bis zu 80 Euro. Ein Preis, der den Kilopreis losen Röstkaffees um ein Vielfaches übersteigt.

Coffee-to-go im Einwegbecher – Müllschwemme in den Städten

Praktisch ist er schon. Für unterwegs oder, wenn die Zeit für den morgendlichen Kaffee zu Hause nicht reichte. Coffee-to-go im Einwegbecher ist längst zu einem Attribut urbanen Großstadtlebens avanciert: Der leere Pappbecher mit Kunststoffbeschichtung fliegt in die nächste Abfalltonne. Die Sache hat aber mehrere Haken: Wegen der Kunststoffbeschichtung ist das Papier nicht recycelbar und die riesige Menge gebrauchter Einwegbecher hat sich längst zu einem Müllproblem ausgewachsen.

Nach Erhebungen der Deutschen Umwelthilfe werden hierzulande pro Stunde 320.000 Coffee-to-go Einwegbecher verbraucht. Das sind jährlich drei Milliarden Einwegbecher – ja, Sie lesen richtig! – und alle landen im Müll. Für die Herstellung dieser Einwegbecher werden 43.000 Bäume gefällt. Die so verbrauchte Produktionsenergie würde die Stromversorgung einer Stadt mit hunderttausend Einwohnern ein Jahr lang abdecken. Ähnliches gilt für den Wasserverbrauch: 1,8 Milliarden Liter Wasser sind erforderlich – der Jahresverbrauch einer mittleren Kleinstadt. Und das alles für ein Produkt mit einer “Halbwertzeit” von höchstens 15 Minuten?

Umweltfreundliche Mehrweg-Lösungen

Die Umweltkritik zeigt auch bei den großen Kaffeekonzernen Wirkung: Wer beispielsweise bei Starbucks seinen Coffee-to-go in einen mitgebrachten Mehrwegbecher füllen lässt, spart 30 Cent.

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An der Berliner TU wurde aus einem studentischen Projekt eine Dauereinrichtung in der Mensa: die Mehrwegbecher “Cup Cycle”. Sie werden gut angenommen. Die Stadt Freiburg startete Ende 2016 das Pilotprojekt “FreiburgCup”. Die Freiburger Mehrwegbecher kosten Pfand und können in jeder teilnehmenden Filiale zurückgegeben werden. Die Stadt erhofft sich mit diesem Ansatz die Eindämmung der Flut gebrauchter Einwegbecher im Stadtbereich.

Ähnliche Projekte laufen in Berlin und Rosenheim. Zunehmend setzen Cafés und Bäckereien bei Coffee-to-go auf Mehrwegbecher. Auch Hamburg bewegt sich in Sachen Umweltbewusstsein: Das Leihbecher-Netzwerk “Refill-it” etabliert sich in zwölf Bäckereien als umweltfreundliche Alternative für Coffee-to-go.

Zusammenfassend: guten Gewissens Kaffee genießen

Auch Sie können einen Beitrag zur Minimierung der Umweltbelastung in Sachen Kaffee leisten:

  • Verzichten Sie grundsätzlich auf den Einsatz von Kaffeekapseln.
  • Auch bewährte Zubereitungsoptionen garantieren köstliche Kaffee-Ergebnisse: Holen Sie die gute alte Kaffeekanne aus dem Schrank und filtern Sie per Hand – ein Genuss für alle Sinne.
  • Kaffee auf Französisch: schnell zubereitet mit einer French Press.
  • Permanentfilter aus Stoff oder goldbeschichtetem Stahlgeflecht sparen Ressourcen.
  • Nutzen Sie statt beschichteter Einwegbecher attraktive Mehrwegbecher.

Wir wünschen Ihnen einen ungetrübten Kaffeegenuss!

Fotos: fotolia – © weixx, fotolia – © Catalin Pop, fotolia – © Dmitry Naumov

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