10.10.2016

Bohnen, Kapseln oder Pads? Im Kaffeetrinken sind die Deutschen Meister. Doch neben dem klassischen Filterkaffee erobern immer mehr schnellere Varianten die Haushalte Deutschlands. Während im Kaffeevollautomaten automatisch ganze Bohnen zunächst gemahlen und dann aufgebrüht werden, geht es mit Pads und Kapseln noch schneller. Aber schmeckt dieser Kaffee wirklich so gut, wie die Werbung behauptet? Und wie teuer ist der so zubereitete Kaffee eigentlich auf lange Sicht? Wir haben einen näheren Blick auf die verschiedenen Kaffeezubereitungsmöglichkeiten geworfen.

Ganze Bohnen versus gemahlener Kaffee

Echte Kaffeeliebhaber schwören auf frisch geröstete und gemahlene Bohnen und kaufen daher nur ganze Bohnen. Immer mehr Mikroröstereien in ganz Deutschland bieten dazu reichlich Auswahl frischer Ware in zahlreichen Mischungen sowie verschiedenen Röststufen an. Wer allerdings keinen teuren Kaffeevollautomaten sein Eigen nennen kann, muss die Bohnen zunächst per Hand mahlen. Klingt kompliziert und nicht jeder hat dazu Zeit und Lust, aber braucht man wirklich so lange dafür? Wir zeigen, wie lange und was man zum Mahlen braucht und vor allem warum es sich lohnt, selbst seinen Kaffee zu mahlen.

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Schon kurz nach dem Rösten verlieren Kaffeebohnen etwas von ihrem Aroma, da Luft, Feuchtigkeit und Licht ihre Wirkung tun. Auch in einer aromadichten Schutzverpackung ist der Kaffee nicht vor Aromaverlusten geschützt und gast etwas aus. Genau deshalb empfehlen Experten, Kaffeebohnen innerhalb von sechs bis acht Wochen nach der Röstung zu verbrauchen.

Kaffeebohnen

Wird der Kaffee gemahlen, ist er noch größeren Aromaverlusten ausgesetzt, da der Sauerstoff eine viel größere Angriffsfläche hat. Daher setzen Liebhaber auf ganz frisch gemahlene Bohnen aus der Kaffeemühle und nehmen sich die Zeit, ihren Kaffee kurz vor dem Aufbrühen zu mahlen. Für ein optimales Ergebnis ist allerdings eine gute Kaffeemühle notwendig.

Kaffeemühlen für Kaffeegenießer

Eine gute Kaffeemühle muss nicht unbedingt teuer sein. Vielmehr ist das richtige Mahlwerk entscheidend, denn Schlagmahlwerke verursachen nicht nur eine unregelmäßige Mahlung, sondern sind auch extrem laut. Außerdem laufen sie wie Scheibenmahlwerke schnell heiß, was die Bohnen noch einmal nachröstet und so deren Geschmack verändert.

handmuehle für Kaffee

Gerade wer viele Bohnen mahlen möchte, sollte daher auf eine Mühle mit Kegelmahlwerk setzen. Sie mahlt den Kaffee nicht nur bei weniger Umdrehungen, sondern schont auch das Aroma, sorgt für eine gleichmäßige Körnung und ist einfach leiser.

Kegelmahlwerke werden sowohl in Handmühlen als auch elektrischen Modellen verbaut. Die Entscheidung für oder gegen eine Handmühle hängt vor allem von der Personenanzahl ab, für die täglich Kaffee gekocht wird. Wer für mehr als zwei Personen Kaffee kocht, sollte schon über eine elektrische Mühle nachdenken. Für alle anderen stellt das Mahlen per Hand ein schönes Ritual dar, das genauso lange dauert, wie das Wasser zum Kochen und Abkühlen benötigt.

Kaffeeportionsautomaten für eilige Genießer

Seit ein paar Jahren boomt der Markt an Kaffeeautomaten, die dank vorverpackter Portionen Kaffee auf Knopfdruck liefern. Nach den Pads sind heute auch zahlreiche Kapseln im Angebot und versprechen guten Kaffeegenuss.

Coffee pads

Verschiedene Mischungen sollen bei jeder Marke für den passenden Kaffeegenuss sorgen. Doch wer sich einen solchen Kaffeeportionsautomaten kauft, sollte beachten, dass er sich damit auf eine begrenzte Auswahl an Kaffeemischungen festlegt. Schließlich passen meist nur ganz bestimmte Kapseln der jeweiligen Marke ins Gerät. Daher heißt es unbedingt Ausprobieren! Am besten geht das bei entsprechenden Veranstaltungen oder in Ruhe bei Freunden, die bereits einen solchen Automaten besitzen.

Kaffee-Experten geben dem Geschmack des von den Automaten zubereiteten Kaffees unterschiedliche Bewertungen. Während einige Marken mit guten Noten abschneiden konnten, fielen andere beim Geschmacks- und Aromatest durch. Wer sich beim Kauf einer solchen Kaffeemaschine auf längere Zeit auf bestimmte Kapseln oder Pads festlegt, sollte daher sichergehen, dass der Kaffee ihm auch wirklich schmeckt.

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Bohnen, Kapseln und Pads im Preisvergleich

Über den Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Doch beim Preis liegen klare Ergebnisse vor. Mit ein bisschen Rechnerei zeigt sich, was Kaffeetrinker für ihren schnellen Kaffeegenuss per Knopfdruck wirklich zahlen müssen. Wir haben dies getan und festgestellt, dass Pads und Kapseln mehr als zwei- bis zehnmal so teuer sind. Während eine Tasse Kaffee aus dem Kaffeefilter oder -automaten etwa 4 bis 10 Cent kostet, sind es bei den Pads etwa 10 bis 15 Cent und bei den Kapseln sogar mindestens 25 Cent. Die teuerste Variante ist dabei der Nespresso, der mit rund 40 Cent zu Buche schlägt. Wer täglich zwei Tassen Kaffee trinkt, zahlt bei Kapseln also im Jahr schnell mindestens 100 Euro mehr!

Im Internet finden pfiffige Kaffeetrinker allerdings viele Möglichkeiten, wie sie auch bei Kapseln und Co. sparen können. Von Tipps zum Selbstbefüllen über gebrauchte und gewaschene Kapseln bei eBay bis hin zu Billigvarianten bei den Kapseln und Pads sind hier viele Ideen zu finden. Dennoch sollte man vor dem Kauf eines Geräts am besten durchrechnen, wie viel der Kaffeegenuss mit dieser Variante wirklich kostet. Hier zeigt sich auch schnell, ob ein billigeres Modell sich am Ende nicht doch als deutlich teurer entpuppt, weil man auf teure Kapseln oder spezielle Pads angewiesen ist.

Und wie steht es mit der Umweltfreundlichkeit?

Umwelt und Kaffee
Ein weiterer Aspekt, der deutlich gegen die Kapseln spricht, ist die große Müllproduktion, die sie verursachen. Zwar gibt es inzwischen auch biologisch abbaubare Kapsel, aber die meisten werden aus Kunststoff oder Aluminium hergestellt und verursachen bei jeder Tasse Kaffee Müll. Deutlich besser schneiden hier die Pads aus Papierfiltern ab. Sie können wie die Filter des Filterkaffeeautomaten auch zum Kompost bzw. Bioabfall gegeben werden. Wer noch weniger Müll produzieren will, greift entweder zum Vollautomaten oder nutzt die wiederbefüllbaren Pads, die mittlerweile angeboten werden und in verschiedenen Automaten genutzt werden können.

Unser Tipp

Am günstigsten und vielfältigsten ist und bleibt der selbst aufgebrühter Kaffee aus Pulver oder frisch gemahlenen Bohnen. Für viele stellt das tägliche Kaffeekochen zudem ein Ritual dar, auf das sie genauso wenig wie den Genuss der Tasse Kaffee am Morgen, verzichten wollen. Wer dagegen auf den Trend des schnellen Kaffees setzt, sollte die Resultate aus diesen Automaten vorher unbedingt ausprobieren. Den Duft der frisch gemahlenen Bohnen aus der nächstgelegenen Mikrorösterei wird man allerdings kaum in die kleinen Kapseln zaubern können.

Unser kurzes Fazit:

  • Frisch geröstete und gemahlene Kaffeebohnen bleiben im Geschmack und Aroma auf dem Spitzenplatz
  • Pads und Kapseln punkten vor allem im Büro, sind preislich aber deutlich teurer.

Fotos von oben nach unten:
fotolia – © FreePod, fotolia – © xixstock, fotolia – © tunedin, fotolia – © Catalin Pop

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2 Kommentare

  • Es geht nichts über frisch gebrühten Kaffee immer schon

  • Danke für die Hinweise. Ich bin schliesslich bei den Pads geblieben. Frisch gemahlener Kaffee ist gut, aber das tägliche frühmorgendliche Geratter nervt. Ausserdem nimmt so eine Maschine viel Platz weg. Die Kapseln waren mir eindeutig zu stark. Konnte 14 Tage im H10 Hotel “testen”. Pads sind vielfältig und geschmacklich in Ordnung. Aber wie im wahrem Leben: Probieren geht über studieren.

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