Zwischen 2005 und 2015 erhöhte sich der weltweite Kaffeeverbrauch um 25 Prozent. Wer als Investor an dieser Branche Interesse hat, investiert zum einem in börsengehandelte Produkte. Dies sind ETPs, abgekürzt nach dem englischen Begriff Exchange Traded Products oder ETCs: Exchange Traded Commodities. Die andere Möglichkeit ist das indirekte Investment über börsennotierte Unternehmen, die Kaffee verarbeiten und vertreiben, wie beispielsweise Nestle oder Starbucks.

Erntemenge und Klima bestimmen den Preis

Der Kaffeehandel ist ein Spekulationsobjekt, externe Einflüsse sorgen für stark schwankende Preise. Um dies anschaulicher zu machen: Als im Jahr 1994 Frost einen Großteil der Ernte im weltweit größten Anbauland Brasilien zerstörte, stiegen die Preise von 70 Cent auf zwei US-Dollar pro Pfund. 2001 hingegen sorgte eine weltweite Überproduktion dafür, dass ein Pfund Kaffee nur noch 41 Cent kostete. Prognosen über Menge und Qualität der nächsten Ernten hängen also sehr stark von den langfristigen Wettervorhersagen ab. Und die beziehen sich auf Länder mit extremen klimatischen Verhältnissen: Die fünf größten Kaffeeanbauer der Welt sind Brasilien, Vietnam, Indonesien, Kolumbien und Indien. Generell ist der Kaffeeanbau auf unserem Planeten nur im Äquatorgürtel möglich, die Erntefläche lässt sich also nicht beliebig vergrößern. Für die besonders gute Arabica-Bohne gilt im Unterschied zur Kaffeesorte Robusta zudem, dass sie nur in Höhenlagen wächst.
Kaffeepreise schwanken abhängig vom Klima

Für steigende Preise spricht, dass die Weltbevölkerung wächst und Kaffee zu den global beliebtesten Getränken zählt. Vor allem China, das einwohnerstärkste Land der Welt, stellt den größten Wachstumsmarkt dar.

Investitionen mit Blick auf die Preisentwicklung

Generell und speziell für Kleinanleger ist die Investition in das physische Gut – also in die Kaffeebohne – nicht sinnvoll. Lagerkosten und begrenzte Haltbarkeit mit Qualitätsverlusten dieses Naturprodukts sprechen dagegen. Für Einsteiger eignen sich klassische Open-End-Zertifikate, die an der Entwicklung des Kaffeepreises partizipieren. Mit Exchange Traded Commodities (ETCs), einer Anlageklasse für Rohstoffe, erwirbt der Anleger entweder ein Call-Zertifikat und setzt damit auf steigende Preise. Oder er kauft Put-Zertifikate, die auf fallende Preise setzen. Zudem ist es wichtig, auf währungsbereinigte Zertifikate zu achten, da Kaffee nicht in Euro gehandelt wird. Wer zudem noch bei großen und liquiden Kreditinstituten kauft, reduziert die Gefahr, dass Einlagen möglicherweise komplett verloren gehen.

Anlageberater sagen voraus, dass mittel- bis langfristig der Kaffeepreis wahrscheinlich steigt, verweisen jedoch auf die Gefahr hoher Preisschwankungen. Sie empfehlen sicherheitsbewussten Anlegern, nur einen mäßigen Anteil an Kaffee-Zertifikaten in ihr Gesamt-Portfolio aufzunehmen.

Aktienkauf und Future-Kontrakte

In Kaffee investierenEin indirekter Einstieg als Investor ist der Aktien-Kauf von Unternehmen, die in der Verarbeitung und dem Vertrieb von Kaffeeprodukten arbeiten. Global Player sind unter anderem der Schweizer Konzern Nestlé und die US-amerikanische Kette Starbucks. Wer gezielt den Zugang zum asiatischen Markt sucht, erwirbt Anteile von Tata Coffee in Indien.

Futures, auch Future-Kontrakte genannt, sind eine weitere Möglichkeit, als Investor ins Kaffeegeschäft einzusteigen. Auf diese Weise ist ein kontinuierliches Rohstoffengagement möglich – zum Beispiel für Kaffee. Dieser als “Rollen” bezeichnete Prozess führt zu einer Rollrendite und vermeidet die tatsächliche Lieferung der Ware. Sie wird kurz vor Ablauf des Kontrakts verkauft – und das Geld in einen neuen investiert. Sind die erworbenen Kontrakte teurer als die verkauften, spricht die Wirtschaftswissenschaft von einer ansteigenden Terminkurve: Das ist negativ für die Anleger und wird als Contango bezeichnet. Sind die verkauften Kontrakte teurer als beim Einkauf, liegt dem eine fallende Terminkurve zugrunde und führt zu Gewinnen bei den Anlegern: Das Fachwort dafür lautet Backwardation.

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Zum gleichen Geschäftsmodell gehören die ETPs, die Exchange Traded Products. Sie bilden Indizes – Einzahl Index – nach, die an den Erträgen von Kaffee-Futures ein kontinuierliches Engagement simulieren. Börsenindizes beschreiben die Entwicklung bestimmter Aktien über einen ausgewählten Zeitraum und ihre Veränderungen dabei. Drei Beispiele für Kaffee-Futures sind der Dow Jones-UBS Coffee Subindex, der US-amerikanische Barclays Capital Commodity Index Coffee und der UBS Bloomberg CMCI Coffee.

Planen in Generationen – nicht in Quartalen

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Nachhaltigkeit ist ein Konzept mit Zukunft – auch beim Kaffee-Investment. Wer ökologische und soziale Komponenten in sein Investment miteinbezieht, rüstet sich für kommende Herausforderungen. So wie die Milliardärsfamilie Reimann mit dem deutsch-niederländischen Kaffeekonzern Jacobs Douwe Egberts. Sie formieren sich als Alternative zum Beispiel zu Starbucks und Nestlé. Das Prinzip lautet, nicht in Quartalszahlen zu planen, sondern in Generationen. Geht es im ersten Fall um Gewinne und Boni, zählt im zweiten das Wohlergehen aller am Produktions- und Vermarktungsprozess Beteiligten. Umweltfreundlicher, weil schadstoffarmer Anbau ohne die Landwirtschaftsflächen kaputtzumachen, menschenwürdige, soziale Standards der Beschäftigten und eine faire Bezahlung Aller: Das sind die Ziele. Weil gerade für kleine Kaffeebauern das Fair-Trade-Zertifikat häufig zu teuer ist, lautet ein Vorhaben: Ganze Anbauregionen werden zertifiziert, die Überwachung erfolgt per Satellit und durch Kontrollen vor Ort. So ist sichergestellt, dass die Standards eingehalten werden. Wer hier in den Kaffee investiert, liegt mit großer Wahrscheinlichkeit richtig.

Anlagen in nachhaltige Kaffee-Start-ups

Investieren in nachhaltige Start-ups
Die Branche hat diesen Trend erkannt und bietet potenziellen Investoren mehrere Start-ups an, die für dieses Konzept der Nachhaltigkeit stehen. Zum Beispiel der Coffee Circle: Er vertreibt äthiopischen Spitzenkaffee und die Kunden entscheiden beim Kauf, welches der verschiedenen Entwicklungsprojekte vor Ort sie unterstützen. Moema geht über das klassische Fair-Trade-Modell hinaus und installiert das Direct Fair Trade: Die komplette Wertschöpfung aus Kaffeeproduktion und -vermarktung bleibt im Anbauland. My Coffee Star bietet die wiederverwendbare Kaffeekapsel an. Bei Erikas Bag Shop gibt es Taschen, die aus mit Stoff verstärkten Filtertüten bestehen. Sie tragen finnische Frauennamen, weil die Idee ursprünglich aus Finnland stammt.

Anlagemöglichkeiten in Kürze

Ein Investment in der Kaffeebranche erfolgt über Open-End-Zertifikate wie ETCs oder über den Kauf von Aktien börsennotierter Unternehmen, die Kaffee verarbeiten und vertreiben. Der Kaffeekonsum nimmt in Zukunft wahrscheinlich zu, unterliegt aber schwer zu kalkulierenden Preisschwankungen, die zum Beispiel vom Wetter abhängen.

Fotos: fotolia – © kantver, fotolia – © Alexey Kuznetsov, fotolia – © bychykhin, fotolia – © Syda Productions

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