Die prämierte Schleife am Flaschenhals, die Präsentation der Weinflasche und die Art, wie Sie Ihr Glas halten – damit zeigen Sie Ihre Weinkenntnisse. Sind Sie ein fortgeschrittener Weinkenner oder gehören Sie zu den 76 Prozent der Deutschen, die ihren Wein lieber im Supermarkt kaufen? Oft fehlen nur Übung und Wissen, um vom Weintrinker zum Kenner guter Weine zu werden. Die wichtigsten Grundlagen haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Die Vorlieben in Deutschland

Beinahe zwei Liter Wein trinkt jeder Deutsche pro Monat. Dennoch unterscheiden in Deutschland viele Weintrinker nur zwischen Weißwein und Rotwein. Der Sommelier und Weinkenner weiß daneben die köstlichen Alternativen zum Riesling zu würdigen, dem Favoriten in heimischen Weingläsern. Beim Konsum hat der Rotwein in Deutschland leicht die Nase vorn, nur beim Essen greifen wir lieber zum Weißwein. Abgeschlagen mit 10 Prozent liegt der Rosé, obwohl sich hier herausragende Schätze finden lassen.

Nur bei der Verpackung herrscht Kompromisslosigkeit. Wein im Tetrapack kaufen gerade einmal 6 Prozent der Konsumenten, 80 Prozent entscheiden sich für die Glasflasche mit Korkverschluss. Den Schraubverschluss akzeptieren 51 Prozent der Weintrinker, obwohl er deutlich besser vor Alterungsprozessen bewahrt, als ein Naturkorken.

Freunde trinken Wein Weintrinker, Weinkenner oder Sommelier

Eine eisgekühlte Weißweinschorle im Sommer oder den frisch entkorkten Rotwein zum Rinderbraten sind wohlschmeckende Beilagen für den Weintrinker. Einen echten Weinkenner hingegen lassen solche Fauxpas nur schütteln. Er weiß, dass ein Rotwein am besten schmeckt, wenn er vor dem Trinken zwei Stunden Zeit zum Lüften hatte. Er weiß auch, dass ein Weißwein bei 6 – 10 Grad sein volles Aroma entfaltet und für den vollen Genuss unverdünnt getrunken werden möchte.

Weinflaschen_im_WeinladenDas Wissen um die Besonderheiten eines edlen Tropfens ist das, was den Weinkenner vom bloßen Weintrinker unterscheidet. Echte Weinkenner wissen genau, woher jeder einzelne ihrer Weine im Keller stammt. Sie trinken Weine nicht als Durstlöscher, sondern achten den Aromaträger während geselliger Abende.

Der Sommelier dagegen hat eine gänzlich andere Aufgabe. Als Weinprofi geht es ihm nicht um seinen persönlichen Genuss, sondern um die Beratung seiner Gäste. Mit seinem umfangreichen Wissen, seiner oft jahrelangen Erfahrung und guter Menschenkenntnis schlägt er Getränke vor, die zur Stimmung des Abends, seinen Gästen und dem jeweiligen Essen passen.

Der Sommelier – Menschenkenner, Berater, Entertainer

Das Wissen über gute Weine steht in Deutschland hoch im Kurs. Die Ausbildung zum Sommelier ist keine einfache und dennoch ist die Zahl jener Menschen am Steigen, die in Deutschland diesen gastronomischen Lehrberuf anstreben. Auswahl und Umgang mit den kostbaren Weinen stellt dabei nur einen Teil der Wissensvermittlung dar, denn ein Sommelier ist für die gesamte Getränkekarte verantwortlich.

Dem Begriff “Sommelier” fehlt ein gesetzlicher Schutz. Eine inflationäre Verwendung des Begriffs in modernen Gastronomiebetrieben haben in der jüngeren Vergangenheit zu erstaunlichen Namenskreationen geführt, etwa dem Biersommelier, dem Kaffeesommelier oder sogar dem Wassersommelier. Ursprünglich war der “Saumalier” für die Proviant-tragenden Packtiere provenzalischer Hofgesellschaften verantwortlich. Ihm oblag die Bewirtung der Adligen, mit der er kulinarisch die Stimmung hochhielt.

Rotwein_mit-traubenHeute muss ein Sommelier in Deutschland eine Grundausbildung von zwei bis drei Jahren absolvieren, ein Praktikum auf einem Weingut ableisten und eine Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer ablegen. Alternativ absolviert er eine Vollzeit-Ausbildung an der Hotelfachschule in Heidelberg, wo er seine staatliche Prüfung schon nach einem Jahr ablegt. Nach seiner Ausbildung beginnt der Sommelier, sich einen Erfahrungsschatz aufzubauen. Weiterbildungen, Wettbewerbe und häufiges Reisen zu teils unbekannten Weingütern begleiten ihn sein ganzes berufliches Leben, immer auf der Suche nach dem perfekten Wein.

Was ein Weinkenner wissen sollte

Sommeliers verbringen einen großen Teil ihres Lebens mit dem Erstellen einer persönlichen Genuss-Landkarte von Deutschland, Europa und der ganzen Welt. Ein guter Sommelier entdeckt immer wieder den besonderen Wein eines kleinen Weingutes, der aus der Masse heraussticht. Mit solchen Weinen gestaltet er seine Weinkarte interessant.

Leichter hat es da der Weinkenner. Er darf sich auf Weine konzentrieren, die seinen eigenen Vorlieben entsprechen. Um einen besonderen Wein zu finden, zu erkennen und unter bestmöglicher Entfaltung seiner Geschmacksnoten genießen zu können, sollte er sich mit Güteklassen, Charakteristiken und der Degustation auskennen.

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Güteklassen und Mostgewichte

Europäische Güteklassen stufen einen Wein nach seiner Herkunft ein. Dabei gibt es Weine:

  • ohne Herkunftsangaben
  • mit geschützter geografischer Angabe
  • mit geschützter Ursprungsangabe

Das Deutsche Weingesetz unterteilt zusätzlich anhand des Mostgewichts, gemessen in Grad Öchsle, in vier Güteklassen:

  • Wein (ehemals Tafelwein)
  • Landwein
  • Qualitätswein
  • Prädikatswein (vom Kabinett bis zum Eiswein)

Die Mindestmostgewichte betragen in Deutschland

  • 44° Öchsle für Tafelwein
  • 50° Öchsle für Landwein
  • 60° Öchsle für Qualitätswein
  • 73° Öchsle für Kabinett
  • 85° Öchsle für Spätlese
  • 92° Öchsle für Auslese
  • 120° Öchsle für Beerenauslese
  • 150° Öchsle für Trockenbeerenauslese
  • 120° Öchsle für Eiswein (aus gefrorenen Trauben)

Wein_trinken_in_den_Weinbergen

Die wichtigsten Sorten

  • Leichte Weißweine: Pinot Grigio, Sauvignon Blanc
  • Aromatische Weißweine: Riesling, Weiß- und Grauburgunder
  • Leichte Rotweine: Pinot Noir, Cabernet Franc
  • Kräftige Rotweine: Merlot, Rioja, Zinfandel
  • Leichte Rosés: Weißherbst, Tavel

Die 13 deutschen Anbaugebiete mit Rebsorten

  • Rheinhessen: Müller-Thurgau, Silvaner, Dornfelder, Riesling, Kerner, Bacchus
  • Pfalz: Riesling, Müller-Thurgau, Dornfelder, Portugieser, Kerner
  • Baden: Spätburgunder, Müller-Thurgau, Gutedel, Grauburgunder
  • Württemberg: Trollinger, Riesling, Schwarzriesling, Lemberger
  • Franken: Müller-Thurgau, Silvaner, Bacchus
  • Mosel-Saar-Ruwer: Riesling
  • Nahe: Riesling
  • Rheingau: Riesling
  • Mittelrhein: Riesling
  • Hessische Bergstraße: Riesling
  • Saale-Unstrut: Müller-Thurgau
  • Sachsen: Müller-Thurgau
  • Ahr: Spätburgunder, Portugieser

Weingenuss mit Stil

Neben dem theoretischen Wissen verrät sich ein echter Weinkenner durch die Art, wie er seinen Wein trinkt. Er hält das Glas am Stiel, damit die Handwärme sich nicht auf Glas und Flüssigkeit überträgt. Er schwenkt sein Glas um Aroma- und Geruchsstoffe freizusetzen. Geruch und Geschmack sind bei guten Weinen von gleicher Bedeutung. Nur bei einer Degustation, einer Weinverkostung, beginnt er dann den Geschmack durch schlürfen, schmecken und kauen zu analysieren. Bei einem guten Essen ist so ein Verhalten eher verpönt.

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Weißweine und Rosés werden idealerweise bei 6 – 10 Grad Celsius getrunken. Er passt zu leichtem Essen mit Fisch, Geflügel oder Gemüse. Ein leichter Rotwein sollten in einem Temperaturbereich von 10 – 12 Grad gereicht werden, neben schweren Pastagerichten oder Wildbret. Ein alkoholreicher Rotwein schmeckt bei 15 – 18 Grad gut zu Rindgerichten und fetter Ente.

Glossar der wichtigsten Wein-Begriffe

  • Abgang – anhaltendes Geschmackserlebnis nach dem Schlucken
  • Blume – angenehmer Duft des Weines
  • Caudalie – Messgröße für den Abgang (1 Caudalie = 1 Sekunde)
  • Cuvée – Rebsortenverschnitt für gleichbleibende Qualität
  • Eiswein – aus gefrorenen Trauben hergestellte Weine
  • Großes Gewächs – höchstmögliche Qualität deutscher Weine
  • Halsschleife – zweites Etikett am Flaschenhals mit Prämierungen, Jahrgangs- und Prädikatsangaben
  • Kellerei – Weinbetrieb ohne eigene Rebflächen
  • Öchsle – Einheit für das Mostgewicht und den Zuckergehalt der Trauben
  • Perlage – Bläschenbildung in Schaum- und Perlwein
  • Perlwein – Weine mit zugesetzter Kohlensäure
  • Rosé – Rotwein, der wie Weißwein hergestellt wird
  • Schaumwein – Wein mit natürlicher Kohlensäure
  • Weinfehler – Beeinträchtigungen in Geschmack, Aroma oder Aussehen

Fazit

Zum Weinkenner werden Sie durch Lernen der Grundlagen und häufiges Verkosten. Zurückhaltend genossen wirkt sich vor allem Rotwein positiv auf die Gesundheit aus. Der Sommelier gestaltet die gesamte Getränkekarte und berät auch zu anderen alkoholischen oder nicht-alkoholischen Getränken.

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