Was bewirkt Koffein im Körper?

Koffein: Wirksubstanz mit Vor- und Nachteilen

Für viele Menschen startet der Tag mit einer guten Tasse Kaffee. Das darin enthaltene Koffein gilt als animierend, bringt den Kreislauf in Schwung und soll sich positiv auf die Stimmung auswirken. Doch nicht nur in Kaffee ist Koffein enthalten und der Konsum von koffeinhaltigen Getränken birgt in hohen Maßen genossen auch Nebenwirkungen.

Vorrangig in Getränken enthalten

Vor allem von den folgenden Getränken ist bekannt, dass sie Koffein enthalten: Kaffee, Cola und Tee gelten dabei als Spitzenreiter.
Beispiele für den Koffeingehalt von Getränken:

Es befinden sich in…

  • einer Tasse Kaffee (ca. 150 ml) – 80 bis 120 mg Koffein
  • einer Tasse Espresso (ca. 30 ml) – ca. 35 bis 45 mg Koffein
  • einer Tasse Schwarztee (ca. 150 ml) – ca. 35 bis 45 mg Koffein
  • einer Tasse Kakao (ca. 150 ml) – ca. 5 bis 8 mg Koffein
  • einem Glas Cola (ca. 150 ml) – 20 bis 35 mg Koffein
  • einem Glas Energiedrink (ca. 150 ml) – 45 bis 50 mg Koffein

Bei Schokolade richtet sich der Koffeingehalt nach dem Kakaoanteil und kann zwischen 15 mg für Vollmilchschokolade und 90 mg bei dunkler Bitterschokolade liegen. Das im Tee enthaltene Koffein, wird dabei meist als Teein bezeichnet. Da es, obwohl chemisch dem Koffein gleichzusetzen, durch die Begleitstoffe im Tee erst im Darm vom Körper aufgenommen wird, während Koffein aus Kaffee und anderen Getränken sowie Schokolade bereits im Magen freigesetzt wird. Die Wirkung von Teein tritt daher später ein, gilt jedoch als länger anhaltend.

Wie wirkt Koffein auf den Körper?

Koffein aus Kaffee und anderen Getränken gelangt über den Magen binnen 30 bis 45 Minuten in den Blutkreislauf. Hier angekommen regt die Substanz in geringen Maßen die Konzentrationsfähigkeit an und vertreibt leichte Müdigkeit. In höheren Dosierungen nimmt das Koffein Einfluss auf den Kreislauf an sich: Der Herzschlag wird beschleunigt, der Stoffwechsel angeregt und eine geringe Blutdrucksteigerung kann erfolgen.

Kaffee Koffein Wachmacher

Während im Gehirn die Blutgefäße eine leichte Verengung erfahren, werden die Blutgefäße im Körper dezent erweitert. Die Durchblutung wird somit gesteigert. Dies bewirkt sowohl im Bereich von sportlicher Betätigung einen geringen Förderungseffekt, als auch eine leichte Entspannung bei Spannungsschmerzen, z.B. Kopfschmerzen und Migräne. Entsprechend enthalten viele Schmerzmittel einen geringen Anteil von Koffein. Zusätzlich gilt Koffein als hautstraffend und revitalisierend, wenn es beispielsweise in Körperpflegeprodukten zum Einsatz kommt.

Dieser Effekt hält an, bis das Koffein nach rund vier bis sechs Stunden den Körper über den Urin wieder verlassen hat. Bei Menschen, deren Stoffwechsel durch besondere Belastungen geschwächt ist, können bis zu 20 Stunden vergehen, bis das Koffein vollständig abgebaut und ausgeschieden ist.

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Hintergrund hierfür ist die Ähnlichkeit, die das Koffein zum körpereigenen Adenosin mitbringt. Adenosin ist ein Nebenprodukt der aktiven Nervenzellen, das bei hohem Energieverbrauch ausgeschüttet wird. Das Adenosin verlangsamt durch das Andocken an die Rezeptoren die Reizweiterleitung der Nervenbahnen, um eine Überlastung zu vermeiden. Der Mensch verspürt Müdigkeit. Koffein kann ebenfalls die Rezeptoren besetzen, sorgt jedoch nicht für die Verlangsamung der Reizleitung, sondern lässt weiterhin die Reize fließen. Der Mensch fühlt sich länger wach, da die Nervenzellen im gewünschten Maß weiterarbeiten.

Interessant sind besonders die Auswirkungen regelmäßigen Koffein-Konsums. Der Körper reagiert auf die wiederkehrende Zufuhr, indem er mehr Rezeptoren bildet, an die Adenosin andocken kann. So kann sich allerdings nicht nur mehr Adenosin sondern auch mehr Koffein absetzen, was die Wirkung des Koffeins abschwächt.

Will man folglich wieder den gewünschten aufputschenden Effekt, müsste man deutlich mehr Koffein zu sich nehmen, als die Menge, an die sich der Körper gewöhnt hat. Das funktioniert so lange, bis der Körper sich auch an diese Menge gewöhnt und mehr Rezeptoren gebildet werden. Um keine zu hohen Toleranzen aufzubauen, kann es also lohnen, den Koffeinkonsum zwischendurch zu reduzieren, damit der belebende Effekt später wieder schneller einsetzt.

Nebenwirkungen bei Überdosierung bis zur Suchtentwicklung

Geht die konsumierte Koffeinmenge deutlich über das normale Maß hinaus, kann diese anregende Wirkung in Nervosität bis hin zu Einschränkungen der Feinmotorik und innere Unruhe umschlagen und somit Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Gleichzeitig tritt bei regelmäßigem Konsum nicht nur eine Gewöhnung ein, die die positiven Effekte minimiert (s.o.), sondern bei weiterer Erhöhung auch den Organismus belastet. Eine Überdosierung von Koffein kann dabei Probleme des Herz-Kreislauf-Systems forcieren und bis zum Kreislaufkollaps führen.

Paar trinkt Kaffee

Als unbedenklich gilt nach einem Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vom Mai 2015, eine Menge von ca. 3 mg je Kilogramm Körpergewicht je Einzeldose bzw. eine Gesamtmenge von bis zu 5,7 mg/Kilogramm pro Tag für einen gesunden Erwachsenen. Ausgenommen von dieser Bewertung sind Menschen mit gesundheitlichen Problemen im Stoffwechsel oder bei besonderen Lebenssituationen, beispielsweise in der Schwangerschaft.

Wird versucht, den Gewöhnungseffekt mittels weiterer Steigerung der Koffeindosis über einen längeren Zeitraum hinweg zu überwinden, besteht jedoch auch die Gefahr einer Suchtentwicklung. Ein darauffolgender Verzicht geht mit Entzugserscheinungen einher, zu denen neben Kopfschmerzen und Übelkeit auch Energieverlust und Müdigkeit sowie Antriebslosigkeit zählen, die sich mit depressionsähnlichen Symptomen äußert. Die Entzugserscheinungen im Fall einer Koffeinsucht setzten zwischen 12 und 24 Stunden nach der Abstinenz ein und können einen Zeitraum von bis zu 10 Tagen umfassen.

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Wechselwirkungen mit Alkohol und Medikamenten möglich

Durch den normalen Tagesablauf und die individuelle Ernährung kommt das Koffein selten als Einzelsubstanz in den Körper. Werden dem Körper darüber hinaus beispielsweise Medikamente oder Genussgifte wie Alkohol zugeführt, kann sich der Wirkmechanismus des Koffeins verändern.

So kann Koffein die Wirkung von Schmerzmitteln mit den Inhaltsstoffen Paracetamol und Acetylsalicylsäure oder Blutdruck-Medikamenten verstärken, was im ersteren Fall mit Einschränkungen erwünscht sein kann, im letzteren Fall jedoch zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führen kann. Bei der Einnahme von Beruhigungsmitteln kann die anvisierte Wirkung durch den Konsum von Koffein geschwächt werden. In Verbindung mit Alkohol senkt Koffein die Empfindung des Rauschzustandes, ohne den tatsächlichen Alkoholgehalt im Blut zu beeinflussen.

wechselwirkung koffein medikamente

Entsprechend der möglichen Wechselwirkungen sollten Menschen mit chronischen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Schwangere und Personen mit Stoffwechselstörungen ihren Konsum von koffeinhaltigen Getränken zur Vorsicht mit dem Arzt absprechen.

Wie immer gilt: Die Dosis macht den Unterschied

Koffein ist wie die meisten im Körper wirksamen Substanzen stets von der richtigen Dosierung abhängig, um als förderlich oder ungesund zu gelten.

Koffein ist..

  • enthalten in Kaffee, Tee, Kakao, Cola und als Zusatz in Energiedrinks
  • in geringen Mengen temporär förderlich für Entspannung, Konzentrationsfähigkeit und Kreislauf
  • bis zu einer Menge von 5,7 mg/Kilogramm pro Tag für Erwachsene unbedenklich

Bei Überdosierung sind Nebenwirkungen und Wechselwirkungen möglich und kann Sucht erzeugen, wobei darauffolgende Abstinenz zu Entzugserscheinungen führt

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Koffein: Wirksubstanz mit Vor- und Nachteilen
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