Kaffee selber rösten: Zwischen Bratpfanne und Backofen

Ein Hobby für echte Kaffeeliebhaber

Kaffee selber rösten ist eine Kunst. Ziel ist es Kaffeebohnen bei trockener Hitze über 800 Aromastoffe zu entlocken, die das Getränk unvergleichlich machen. Und wer gerne zwischen Kochtopf und Schüsseln hantiert, kann seine Fähigkeiten im Haushalt um einen Aspekt bereichern: Kaffee rösten in den eigenen vier Wänden. Das ist eine aufregende Entdeckungsreise durch verschiedene Methoden mit haushaltsüblichen Geräten, aber auch kleinen, professionellen Maschinen.

Kaffeebohnen in der Pfanne rösten

Ja, es ist möglich, in der Bratpfanne Kaffee selber zu rösten – allerdings ist dies nicht ganz ungefährlich. Es erfordert Konzentration und eine kleine Sicherheitsausrüstung. Die Kaffeebohnen kommen in die Pfanne, die auf 200° C erhitzt ist, kontrolliert mit einem Infrarot-Thermometer. Dabei werden sie ständig umgerührt. Generell ist Vorsicht geboten: Durch die Hitze entstehen Gase, die die Bohnen platzen lassen. So sollte eine Schutzbrille vom Hobby-Röster getragen werden. Weitere Schutzkleidung gegen die Hitze schadet nicht. Ganz wichtig ist eine gute Lüftungsanlage, denn der Geruch der Kaffeeröstung ist stark und kann sonst länger in der Wohnung haften.

Rohkaffee Bohnen zum Rsten

Kaffee selber rösten im Backofen

Zu einem noch genussreicheren Ergebnis führt die Produktion im Backofen. Es empfiehlt sich, die Bohnen vor dem Rösten im 200° heißen Backofen zu waschen. Denn dann besitzen sie weniger Häutchen, die ansonsten herumfliegen und den Ofen verunreinigen. Nach 10 bis 20 Minuten ist der Röstvorgang fertig, der Kaffee besitzt – besonders bei Umluftbetrieb – eine deutlich bessere Qualität als aus der Bratpfanne. Die Bohnen kommen jetzt in ein Sieb, um möglichst schnell abzukühlen. Die Erwartung, dass der auf diese Weise hergestellte Kaffee so gut schmeckt wie der aus einer professionellen Röstung, erfüllt sich allerding bei beiden Methoden leider nicht. Wichtig ist allerdings zu wissen: Ein Kaffee entwickelt etwa 24 Stunden nach dem Röstvorgang die höchste Aromaentfaltung.

Zur Heißluftpistole gehört die hitzefeste Schüssel

Auch mit der Heißluftpistole ist eine Kaffeeröstung zu Hause möglich. Zwingend gehören dazu jedoch eine feuerfeste Schüssel und die Schutzbrille, denn hierbei fliegen die Silberhäutchen der Rohbohnen durch die Luft. Die Herausforderung beim Rösten mit der Heißluftpistole ist der richtige Abstand. Er findet sich nur nach dem Prinzip: “Versuch und Irrtum”. Ist er zu klein, wird die Hitze zu stark und zerstört wichtige Aromastoffe, statt sie zu entwickeln. Ist er zu groß, findet kein Röst- sondern nur ein Backvorgang statt.

Espressobohnen

Sehr naturnah beim Einsatz der Heizpistole ist das typische Crackgeräusch der Bohnen. Der gesamte Röstvorgang sollte etwa zwölf bis fünfzehn Minuten dauern. Das Crackgeräusch tritt im Röstvorgang zweimal auf: Beim Einsatz der Heißluftpistole erstmals nach etwa fünf Minuten. Für einen Filterkaffee endet die Röstung idealerweise zwischen den beiden Cracks, für einen Espresso geht es in den zweiten Crack hinein. Anstelle der feuerfesten Schüssel eignet sich auch eine Brotbackmaschine. Während der Teigrührer die Kaffeebohnen in Bewegung hält, kommt aus der Heißluftpistole die nötige Hitze von oben.


Übrigens: Wer eine Popcornmaschine zu Hause besitzt, kann auch diese zur Kaffeeröstung nutzen – nur etwas Feintuning ist dazu nötig. Sie verbindet die Möglichkeiten von Heißluftpistole und Brotbackautomat.


Heimröster: preiswert und leistungsfähig

Heimröster gibt es inzwischen in vielen Ausführungen und Preisklassen ab etwa 200 Euro aufwärts. Das fängt beim kleinen, manuellen Tischröster an und geht bis zu semiprofessionellen Geräten. Wer den Kaffee zu Hause wirklich selbst nicht nur mahlen, sondern in kleinen Verbrauchsmengen auch rösten möchte, findet dafür bezahlbare Haushaltsmaschinen, wie zum Beispiel den “Röstmeister” von Dieckmann.

Damit lassen sich bis zu 300 Gramm Rohkaffee bequem zuhause rösten. Das Gerät verfügt außerdem über sieben Röstprogramme, davon zwei für Espresso, sodass wirklich für jeden Geschmack und jede Bohnensorte der passende Röstgrad vorhanden ist. Und vor allem deckt es die gesamte Bandbreite aller Zubereitungsarten ab: vom milden Filterkaffee bis zum kräftigen Espresso. Das Tolle am “Röstmeister” ist die simple Bedienung. Da diese Hausgeräte einen elektronischen Röstprogramm-Ablauf besitzen, sind sie auch für Laien gefahrlos zu bedienen – die Lektüre der Bedienungsanleitung genügt dafür.
Wartungsfrei sowie leicht und mit haushaltsüblichen Mitteln und Möglichkeiten zu reinigen sind die Geräte ebenfalls, die entnehmbare Edelstahltrommel darf sogar in die Spülmaschine. Und ganz wichtig ist: Für den Betrieb genügt der normale Stromanschluss mit 230 Volt. Einen gewerblichen Kraftstrom-Anschluss mit 400 Volt, wie er für manche Eismaschine notwendig ist, benötigt der Kaffeeröster für zu Hause nicht.

Das eigenhändige Rösten roher Kaffeebohnen ist (nicht nur) für Kaffeeliebhaber ein echtes Erlebnis. Beobachten Sie, wie die anfangs grünen Bohnen langsam dunkler werden und ihre charakteristische Färbung entsteht. Dabei treten die zahlreichen enthaltenen Aromen hervor und es entwickeln sich intensive Geschmacks- und Duftstoffe. Wenn Sie sich für den “Röstmeister” von Dieckmann entscheiden, können Sie sofort loslegen, denn zu dem Gerät gehören vier verschiedene Beutel Rohkaffee zu je 300 Gramm. Mit Brasilia, Guatemala, Kenia und Espresso steht dem Rösten in den eigenen vier Wänden nichts mehr im Wege. Dieser Prozess hat einen ganz eigenen Charme, und wer kann schon behaupten, die Kaffeebohnen für verschiedenste Spezialitäten selber geröstet zu haben?

Kaffeetassen für den selbst gerösteten Kaffee

EspressotasseEspressotasseEspressotasse

Aroma kommt aus Erfahrung

Eines allerdings muss jedem Heim- oder Hobbyröster klar sein: Die Qualität eines guten, von erfahrenen Profis in hochwertigen Maschinen gerösteten Kaffees erreicht die häusliche Produktion in der Regel nicht. Dann die Aromaentwicklung kommt nicht allein aus dem Röstvorgang, sondern vor allem aus der Erfahrung des Fachmanns. Der gute Röstmeister weiß genau, woher die Bohnen kommen, wie er sie behandeln muss, auf welche Kaffeevariante und Zubereitungsform die Röstung vorbereiten soll. Dabei helfen ihm neben der Erfahrung auch Intuition und Leidenschaft beim Umgang mit Temperatur und Luft, Drehzahl und Dauer. Es sind manchmal nur wenige Sekunden und winzige Temperatur-Abweichungen, die das volle Aroma der Kaffeebohne entwickeln.

Kaffee selber rösten

Jemand, der sich nicht als gelernter, hauptberuflicher Kaffeespezialist mit ständig neuer und wachsender Erfahrung um diesen zentralen Vorgang der Kaffeeproduktion kümmert, erreicht mit der Hausröstung eher selten die Qualität der Spezialisten. Eines gilt für Profi- wie Hobbyröster gleichermaßen: Der Kaffee muss nach dem Rösten ein bis zwei Tage ausgasen – zum Beispiel in einer Verpackung mit Aromaventil, denn dieses lässt das Gas heraus aber keinen Sauerstoff hinein.

Fazit: Ein nettes und geselliges Hobby

Die Hausröstung von Kaffee ist eine nette Freizeitaktivität, geeignet als geselliges Event bei Privatpartys oder als Element von professionellem Team-Building. Den richtig guten Kaffee, zielgenau für jede Zubereitungsart mit voller Aromaentfaltung geröstet, produziert oft nur der erfahrene Fachmann mit Intuition und Leidenschaft.

 

Fotos von oben nach unten: fotolia – © Everest Adv, fotolia – © Gerhard Seybert, fotolia – © Firma V

Kaffee selber rösten: Zwischen Bratpfanne und Backofen
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Ein Kommentar

  • Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin im Besitz des Röstmasters von Dieckmann Aroma Kaffee und wollte nur wissen, wie man herkömmlichen Rohkaffee von den Flusen befreien kann.
    mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Knütter

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