Für die Menschen der heutigen Zeit gehört Kaffee, morgens zum Frühstück, nach dem Mittagessen als runder Abschluss eines leckeren Menüs und am Abend als eine Möglichkeit, den Feierabend einzuläuten, zum alltäglichen Genuss. Und für manche ist er auch während der Arbeit einfach unverzichtbar. Das jedoch war nicht immer so. roastmarket erklärt über den Kaffee im Wandel der Zeit.

Das Kaffeeexperiment Gustavs III. und ein berühmter Kanon

Um den Kaffee als Getränk rankten sich früher viele Mythen. So zum Beispiel, wenn es in dem berühmten Kanon „C A F F E E trink nicht so viel Kaffee“ des sächsischen Komponisten Carl Gottlieb Hering (1766 bis 1853) heißt, dass der „Türkentrank blass und krank“ mache. Die Wirkung des Kaffees auf die Gesundheit des Menschen ist aktuell so gut erforscht, wie kaum ein anderer Effekt bei einem Getränk. Natürlich kommt es immer auf das Maß des Genusses an, jedoch, so sind sich die meisten Experten einig, kann Kaffee sogar gesundheitsfördernd sein.

Ein weiteres Kuriosum aus vergangen Zeiten ist das Experiment des schwedischen Königs Gustav III., das zur Erforschung der gesundheitlichen Wirkung des Kaffeekonsums diente und nach der anekdotischen Überlieferung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stattgefunden haben soll. So unterzog der König, besorgt über die Gefahren des Kaffees, eineiige Zwillinge einem Experiment. Dabei handelte es sich um zum Tode verurteilte Verbrecher. Sinn dieser Untersuchung war es, herauszufinden, ob Kaffee gefährlicher ist als Tee. Daher musste der Eine viel Tee, der Andere viel Kaffee trinken. Beide überlebten den Test des Königs, während die Mediziner, die das Experiment überwachten, noch vor seinem Abschluss starben. Auch König Gustav III. überlebte es nicht, denn er wurde durch ein Attentat getötet. Der Teetrinker starb, der Überlieferung nach, im hohen Alter von 83 Jahren, wobei das genaue Alter des Todes beim Kaffeetrinker nicht bekannt ist.kaffee im Wandel

Der Kaffee als absolutes Luxusgut

Der Kaffeegenuss in Deutschland war lange Zeit einzig wohlhabenden Kreisen vorbehalten. Um möglichst hohe Einnahmen in die Staatskasse zu spülen, verfügte Friedrich der Große, dass Kaffee ausschließlich von staatlichen Röstereien verarbeitet werden durfte. Da dieses Getränk für den „einfachen Mann“ schlichtweg zu teuer war, wurde es häufig durch Malzkaffee, genannt „Muckefuck“, ersetzt. Mit der Zeit hielt der Kaffee auch Einzug in die gute Stube des Mittelstandes, kam dort aber nur an besonderen Fest- und Feiertagen auf den Tisch. Bald gehörte es sogar zum guten Ton, seinen Gästen eine Tasse Kaffee zu servieren, was als Zeichen des Wohlstandes galt.

Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert konnten sich nun immer mehr Menschen in Deutschland den Genuss dieses Heißgetränks leisten. Etwa gegen 1850 war es für beinahe jedermann erschwinglich. Aktuell trinken die Deutschen pro Kopf im Jahr ungefähr 160 Liter Kaffee: Das ist mehr als Bier oder Mineralwasser!

Ein kleines Kaffee-Herkunfts-Brevier

damals-heute

Die Kaffee-Pflanze stammt aus Äthiopien und zwar aus der Region Kaffa, die im Südwesten des Landes liegt. Der Hirte Kaldi, so will es die Legende, soll die Kaffeepflanze entdeckt haben, weil seine Ziegen nach dem Verzehr der roten Kaffeekirschen völlig aufgedreht umhersprangen. In diesem Land war der Kaffeegenuss schon seit dem 9. Jahrhundert Sitte. Im 14. Jahrhundert gelangte der Kaffee nach Arabien und von da aus über das Osmanische Reich im 16. Jahrhundert dann nach Europa. Nicht in Deutschland, sondern in der italienischen Stadt Venedig wurde um das Jahr 1625 der erste Kaffee in Europa serviert.

Die Kaffeezubereitung damals und heute

Einst wurden zur Kaffeeherstellung die Samen der Kaffeekirschen geröstet, gemahlen und dann in Wasser gekocht. Die frühe Kaffeezubereitung in Europa ähnelte dabei der traditionellen Herstellung in Äthiopien. Hier wurden die Bohnen in einer Eisenpfanne geröstet und danach mit einem Mörser zerstampft. Die so aufbereiteten Bohnen wurden anschließend mit ein wenig Zucker und Wasser in einen bauchigen Tonkrug gefüllt und aufgekocht. Diese Methode des Aufgusses wird übrigens bis zum heutigen Tag, beispielsweise in Italien, sowie in vielen weiteren Ländern, zur Zubereitung des Kaffees angewandt.

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Das Mahlen von Hand ist unter Kaffeeliebhabern auch heute noch sehr beliebt, da einerseits die Korngröße genau eingestellt werden kann und das Aroma besonders gut erhalten bleibt. Das ist der Grund, weshalb in den letzten Jahren die traditionell handbetriebenen Kegelmühlen wieder äußerst populär geworden sind. Generell werden Kaffeemühlen in zwei Kategorien eingeteilt und zwar in Filterkaffeemühlen und Espressomühlen. Jedoch gibt es moderne Kaffeemühlen auch in elektrischer Ausführung mit Propeller-, Scheiben- oder Kegelmahlwerk. In der Propellermühle befindet sich ein kleiner Propeller, der die Bohnen gleichzeitig zerkleinert und erhitzt. Die Scheibenmühlen pressen die Bohnen, ähnlich einem Mahlstein, zwischen zwei Scheiben, wobei der Mahlgrad durch den Abstand der Scheiben festgelegt werden kann.

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An dem Grundprinzip der Zubereitung dieses Heißgetränks hat sich seit der Entstehung des Kaffees-Booms nicht viel geändert, da die Bohnen nach wie vor zermahlen werden müssen. Dies ist auch beim Kaffeevollautomaten der Fall, der nach der Espresso-Methode verschiedene Kaffee-Varianten herstellen kann. (Dabei darf ein solcher Automat nicht mit der klassischen Espressomaschine verwechselt werden.) Die Zubereitungsart entscheidet über den Feinheitsgrad. Damals wie heute werden die Kaffeebohnen durch das Aufgießen mit heißem Wasser zum Getränk.

Die Mazeration und die Perkolation

Generell basiert die Zubereitung des Kaffees auf zwei Methoden:

Die Mazeration: Dieser Begriff  bedeutet „ausweichen“ oder „auslaugen“. Hier wird das Kaffeepulver in kochendes Wasser gegeben und muss mindestens fünf Minuten darin ziehen. Auf diese Weise wird unter anderem türkischer Mokka zubereitet.

Die Perkolation:  Die Bezeichnung geht auf das lateinische Verb „percolare“ zurück, was „durchsickern“ oder „durchseihen“ bedeutet. Bei dieser Herstellungsart wird das Kaffeepulver von beinahe kochendem Wasser durchlaufen. Dieses Verfahren wird immer bei der Zubereitung von Kaffee in Kaffeevollautomaten durchgeführt.

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Veränderung in Handel und Wirtschaft

Aktuell ist Kaffee, nach Erdöl, das wichtigste aller Welthandelsgüter und vernetzt auf diese Weise Kontinente. Über 25 Millionen Menschen arbeiten im Anbau, der Verarbeitung und dem Handel mit Kaffee. Folglich hängt das Wohl ganzer Nationen von der Entwicklung der Weltmarktpreise dieses Rohproduktes ab, eine Dynamik, die sich an den Kaffeebörsen der westlichen Welt entscheidet. Der deutsche Fiskus profitiert enorm von der „Kaffeeliebe“ der Deutschen. Eingeführt durch Friedrich den Großen im Jahr 1781, war der Kaffeezoll vor der Gründung des Deutschen Reiches 1871 einer der wichtigsten Einnahmequellen der deutschen Einzelstaaten. Im Laufe der Zeit hat sich diese Steuer vom Einfuhrzoll zu einer Verbrauchersteuer gewandelt, wobei die Einfuhr der Kaffeebohnen selbst steuer- und zollfrei ist. Erst das Rösten macht Kaffee zu einem steuerpflichtigen Produkt, egal, ob löslich oder als Röst-Kaffee genossen. Dabei bringt die Kaffeesteuer dem Bund jedes Jahr eine Milliarde Euro ein!

Fazit: Kaffee im Wandel der Zeit

Kaffee hat sich vom ehemaligen Luxusgut für Reiche zu einem allseits beliebten Getränk entwickelt. Ursprünglich stammt die Kaffeepflanze aus Äthiopien. Der erste Kaffee in Europa wurde im Jahr 1625 in Venedig serviert.

  • Aktuell trinken die Deutschen ungefähr 160 Liter Kaffee jährlich. Das ist mehr als der Mineralwasser- und Bierkonsum
  • Einst wurden zur Kaffeeherstellung die Samen der Kaffeekirschen geröstet, gemahlen und dann in Wasser gekocht
  • Grundsätzlich hat sich an der Kaffee- Zubereitung, die weiterhin auf dem Zermahlen der Bohnen basiert, nicht viel geändert
  • Die Mazeration sowie die Perkolation sind die beiden grundlegenden Produktionsmöglichkeiten zur Getränke- Herstellung
  • Heutzutage ist Kaffe, nach Erdöl, das wichtigste Handelsgut der Welt
  • Der deutsche Staat kassiert aufgrund der Kaffeesteuer jährlich eine Milliarde Euro

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