Geröstete Kaffeebohnen
27.12.2019

Dr. Malte Rubach: Kaffee aus dem Arabischen Emirat Dubai

Ernährungsexperte, Autor und roastmarket-Kolumnist Malte Rubach hat das Kaffeemuseum vor Ort besucht

Old Dubai oder wo ein Kaffeemuseum wahre Schätze birgt

Dubai hat man erst einmal nicht auf dem Schirm, wenn es um das Thema Kaffee geht. Zwar gibt es auch dort inzwischen eine wachsende Specialty Coffee-Szene, doch gelten die westlichen oder sogar fernöstlichen Mega-Metropolen von Mailand über New York bis Tokio eher als Trendbarometer für die neuesten Kaffee-Innovationen, aber wie so oft lohnt es sich, genauer hinzusehen. Zeit also für eine M.R.EXPERT-Recherche direkt vor Ort, denn das kleine Emirat Dubai hat in den letzten Jahren ja nicht nur durch wahnwitzige Rekordbauwerke und Shopping-Paradiese auf sich aufmerksam gemacht, sondern ab Herbst 2020 findet dort auch die Weltausstellung statt. Das Thema Food – inklusive Kaffee natürlich – wird auch dort eine Rolle spielen, eine richtige „Food Expo“ ist in Planung. Bereits jetzt kann dort jeder die Vorbereitungen beobachten, die für das nächste Jahr getroffen werden. „Old Dubai“, das alte Dubai wurde renoviert und vermittelt das Flair einer alten Nomadenstadt – unzählige Shops und Restaurants inbegriffen. Und siehe da, inmitten der alten Stadt findet sich ein Kaffeemuseum, das in sich wahre Schätze birgt.

Kaffeekultur von A bis Z

Manuelle Kaffeemühle

Wer sich mit den Ursprüngen der Kaffeekultur auseinandersetzen möchte, findet an wohl kaum einem anderen Ort auf dieser Welt eine derart reichhaltige Sammlung originaler Werkzeuge und Utensilien, die aus dem arabischen und ostafrikanischen Raum stammen. Zum Beispiel Röstpfannen, Mörser und Kaffeekannen, wie sie zur ersten Stunde der Kaffeekultur benutzt wurden. Was dort alles auf verhältnismäßig wenig Raum zu bewundern ist, würde andernorts als Einzelexponat in einem eigenen Raum ausgestellt werden. Das liegt zum einen an der geografischen Nähe, allem voran aber an der unermüdlichen Arbeit des Museums-Gründers, Khalid Al Mulla, der unermüdlich um die Welt reist, um höchstpersönlich sämtliche Schätze zusammenzuführen, die man im Museum bestaunen kann. So ist es zum Beispiel möglich, eine authentische äthiopische Kaffeezeremonie mitzuerleben, denn dafür wurde eine originale Sitz-, Koch- und Kaffeetassengarnitur gestaltet, inklusive einer „Barista“ im traditionellen Gewand. Interessanteste Erkenntnis: statt Zucker wird dort Salz in den Kaffee getan. Oder der Kaffee mit etwas über dem Feuer zubereitetem und gesalzenem Popcorn serviert. Das klingt zunächst vielleicht exotisch, ist aber mehr als logisch, wo Salz doch eine wichtige Komponente im Elektrolythaushalt ist, der durch starkes Schwitzen schneller aus der Balance gerät – besonders in wärmeren Klimazonen kann das natürlich schnell mal passieren. Doch damit sind die Requisiten natürlich lange nicht erschöpft, nein sie reichen von den Anfängen des Kaffeetrinkens bis zu den Röst- und Mahlwerken des 20 Jahrhunderts. Eindrucksvoll ist die historische Kaffeemühlensammlung von der Handmühle bis zum ersten industriellen Großmahlwerk. Natürlich lässt sich auch frischer Kaffee aus der eigenen Rösterei genießen, die dem Museum angeschlossen ist.

Was die Wüste sonst noch weiß

Braunes KamelLange bevor der Kaffee für die Menschen in den Wüstenregionen eine Rolle spielte, gab es bereits ein Grundnahrungsmittel, dass wir auch in Europa sehr gut kennen. Was könnte das wohl sein? Na klar, Milch. Aber nicht etwa von Kühen, sondern natürlich von Kamelen. Traditionell ist in sämtlichen Emiraten die jeweilige Herrscherfamilie für die Geschicke der Wirtschaft zum Wohl der Bevölkerung verantwortlich. Schon seit vielen Jahren baut die Herrscherfamilie neben dem High-Tech-Sektor deshalb auch eine Kamelfarm auf, mit der Absicht, Milch in der Wüste zu erzeugen, um nicht dauerhaft von ausländischen Importen abhängig zu seinIn Cafés und Eisdielen findet sich neben Eiscreme aus Kamelmilch daher auch eine Kaffeekreation namens „Camelcino“ wieder. Kaffee mit Kamelmilch also? Bei aller Liebe zu den Tieren, der „Kamelgeschmack“ schlägt bei dieser Kombination leider deutlich über die Stränge, wobei die Milch selbst in typischen regionalen Geschmacksrichtungen, wie Dattel oder Safran, gar nicht schlecht schmeckt. Alternativ wird dort dann auch noch ein Golden Coffee serviert, der eine „Gold-Crema“ trägt. Preislich kann das locker über 50 Dollar kosten, was aber in Dubai nicht ungewöhnlich ist: mit einem Kilopreis von 10.000 Dollar wurde dort auf einer Auktion wohl auch der bis dato teuerste Kaffeepreis überhaupt erzielt. Wer sich für Kaffee interessiert, wird in Dubai also mit Sicherheit fündig, die EXPO2020 wird das Spektrum nochmals erweitern.

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