Filterkaffee von Roast Market

Kaffee aus dem Filter ist nach wie vor die beliebteste Zubereitungsmethode – und trotzt allen Trends und Neuerfindungen. Dabei ist das Ergebnis alles andere als altbacken: Mit ein paar Tipps und dem richtigen Zubehör wird Filterkaffee zu einem Genuss, der an Aromenvielfalt kaum zu übertreffen ist.

Filterkaffee

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Gute Gründe für den Filterkaffee

Kaffee aus dem Filter ist für die Deutschen das, was dem Italiener sein Espresso ist: eine belebende Grundlage für den Tag. Er kommt ganz ohne Extras aus, bietet ein feines, rundes Aroma und eine ausgewogene Dosis Koffein. Kein Wunder also, wenn „Brews“ oder „Pour Overs“, wie Filterkaffee international genannt wird, plötzlich (wieder) hip sind.

  • Filterkaffee muss allein durch die Zubereitung, die Röstung und die Qualität der Bohnen überzeugen. Sirup, Milchschaum und andere Zusätze stören nur. Hier können die Rohstoffe ihr ganzes Wirken entfalten.
  • Filterkaffee ist ein echtes Handarbeitsprodukt: Wasserkontaktzeit, Kaffeemenge und andere Elemente können Sie ganz einfach variieren und das Endergebnis beeinflussen.
  • Dieser Methode wird nachgesagt, dass sich die etwa 900 Aromastoffe der Kaffeebohne hiermit am besten entfalten. Auch gelangen weniger Bitterstoffe in die fertige Tasse. Das Ergebnis ist weich, rund und äußerst aromatisch. Die Voraussetzung hierfür ist allerdings ein gekonnter Handaufguss.

INFO: Pro 100 ml hat Filterkaffee einen Koffeingehalt von 80 mg. Die gleiche Menge Espresso enthält 110 mg Koffein.

 

Mensch gegen Maschine: Wer bereitet Filterkaffee besser zu?

In guten Kaffeebars werden herkömmliche Filtermaschinen nicht eingesetzt, dort ist Kaffee ein Handwerk. Der Mensch kann hier viele Fehler machen, Filtermaschinen haben aber ebenfalls ihre Nachteile:

Die Wassertemperatur

Die Geräte sind darauf ausgerichtet, ein sofort trinkfertiges Produkt zu brühen. Darum wird das Wasser meist nicht ausreichend erhitzt – und infolgedessen viele Aromen der Kaffeebohne nicht aufgeschlüsselt. Beim Handaufguss können Sie die Wassertemperatur exakt auf den jeweiligen Kaffee abstimmen – dafür braucht es nur Erfahrung und ein Thermometer.

Der Wasserkontakt

Kaffee am Morgen

Ganz gleich, wie viel Kaffee eine Maschine zubereiten soll: Das Wasser erreicht das Kaffeemehl immer ungleichmäßig. Während die Mitte fast vollständig und sofort aufgeschwemmt wird, bleibt der Kaffee am Rand zunächst unberührt. Durch diesen unregelmäßigen Kontakt stimmen Kaffeemenge und gewünschtes Produkt fast nie überein – zumindest in Sachen Geschmack.

Die Warmhalteplatte

Kaffee schmeckt am besten direkt aufgebrüht – und zwar in genau der Menge, die auch sofort getrunken wird. Eine Filtermaschine besitzt eine Heizplatte, um den gebrühten Kaffee in der Kanne warmzuhalten. Diese ständige Wärmezufuhr ist der Feind jedes ausgewogenen Geschmacks. Mit zunehmender Verweildauer auf der Maschine stechen die Bitterstoffe im Kaffee deutlich hervor. Der Eindruck, dass der Filterkaffee verbrannt schmeckt, ist dann durchaus richtig.

Ein Plädoyer für die Filtermaschine

Wer schnell und ohne großen Aufwand eine größere Menge Filterkaffee kochen will, ist mit einer Filtermaschine immer gut bedient. Vor allem zu Hause, zum Beispiel wenn es morgens schnell gehen soll und mehrere Leute Kaffee trinken, können Sie sich damit viel Zeit und Nerven sparen. Zudem sind gute Maschinen bereits in günstigen Preiskategorien erhältlich. Mit rund 7 bis 20 Cent pro Tasse ist der Kaffee aus der Maschine eine kostengünstige Variante.


INFO: Bei einer perfekten Extraktion werden nur etwa 18 bis 22 Prozent der Inhaltsstoffe einer Kaffeebohne ausgeschwemmt.

 

Der Trend zurück zum Handaufguss ist nicht nur eine Rückwendung in scheinbar einfachere Zeiten. In diesem Bereich gibt es Neuentwicklungen, die den Kaffeegenuss noch steigern sollen:

  • Die Chemex ist mit ihrem schicken Design und der Anmutung wie aus dem Chemielabor vor allem etwas für Kaffeeästheten und Freunde von Ritualen.
  • Der V60 von Hario gilt als der Rolls-Royce unter den Filteraufsätzen: Er ist in verschiedenen Varianten für jeden Anspruch erhältlich.
  • Der Clever Coffee Dripper besitzt ein eingebautes Stopp-Ventil, was vor allem die Gefahr des Überlaufens senkt und die Extraktionszeit beliebig erhöht.
  • Outdoorfans und Individualreisende greifen häufig zur AeroPress. Der simple Kunststoffzylinder ermöglicht eine flexible Kaffeezubereitung an jedem Ort.

INFO: Melitta Bentz entwickelte den ersten Kaffeefilter, weil ihr der Kaffeesatz auf die Nerven ging. Das von ihr gegründete Unternehmen genießt heute Weltruhm.

 

Zubehör und Zutaten für den perfekten Filterkaffee

Beim Filterkaffee kommt es, wie bei allen anderen Zubereitungsarten auch, auf die richtigen Zutaten und das passende Zubehör an. Bei Filterkaffee schmecken Sie etwaige Fehler oder minderwertige Produkte noch stärker raus als bei anderen Extraktionsverfahren.

1. Der Rohstoff: Kaffeebohnen in exzellenter Qualität



Der Purismustrend um den Filterkaffee kommt vor allem für Kaffee-Erzeuger wie gerufen. Diese Zubereitungsart verlangt auf den Punkt geröstete Kaffeebohnen, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Bohnen von kleinen Plantagen und regionale Spezialitäten sind bei Filterkaffee besonders gut geeignet, um völlig neue Geschmacksvarianten zu erleben. Vorgemahlener Kaffee ist hier tabu! Nur wenn die Bohnen frisch gemahlen sind, können die Aromen später in der Tasse voll überzeugen.


TIPP: Viele Röstereien liefern ihren exklusiven Kaffee in kleinen Packungen. Ausprobieren und Experimentieren klappt also ohne Verschwendung.

 

2. Das Zubehör: Porzellan, Kunststoff oder Glas?

Aus welchem Material der Filteraufsatz sein sollte, ist eine Sache des persönlichen Geschmacks. Porzellan und Glas besitzen eine glatte, abgeschlossene Oberfläche, die keine Geschmacksstoffe abgibt. Beide Materialien sind aber sehr empfindlich. Metall und Kunststoff sind robuster, doch ist dieser aufgrund der eher minderwertigen Produkteigenschaften bei Kennern verpönt. Ein aktueller Trend sind Filter aus Kupfer, die robust und geschmacksneutral sind – dafür aber ihren Preis haben.


TIPP: Den Filteraufsatz direkt auf die Tasse setzen spart den Abwasch und erleichtert die Portionierung – vor allem, wenn die Tasse als Maß für das benötigte Wasser genutzt wird.

 

3. Der Mahlgrad: der goldene Mittelweg

Für Filterkaffee sollten die Bohnen zu einem leicht körnigen, mittelfeinen Kaffeemehl verarbeitet werden. Auch hier müssen Sie ausprobieren, welche Einstellung bei der eigenen Mühle die richtige für die gewählten Kaffeebohnen ist.

4. Die Dosierung: „Pi mal Daumen“ sorgt für schlechten Filterkaffee

Eine Digitalwaage ist für Kaffeeliebhaber ein unverzichtbares Zubehör. Mit ihrer Hilfe können Sie die benötigte Menge Kaffee genau auf die Zubereitungsmethode abstimmen. Bei Filterkaffee gilt: Für eine 100-ml-Tasse benötigen Sie ungefähr 6 bis 8 Gramm Kaffeemehl. Bei milden Kaffeesorten, zum Beispiel aus Äthiopien oder Indien, ist etwas mehr Kaffeemehl nötig, um nicht in die gefürchtete Blümchenkaffeefalle zu tappen.


TIPP: Die perfekte „brewing ratio“ als Verhältnis von Wasser zu Kaffeemehl wird international mit etwa 60 Gramm auf einen Liter Wasser angegeben.

 

5. Das Wasser: bloß nicht zu heiß

Kochendes Wasser ist der Feind perfekten Kaffees. Das Wasser sollte nur eine Temperatur von rund 90 Grad haben. Zu heißes Wasser löst überdurchschnittliche viele Bitterstoffe, zu kaltes lässt den Kaffee flach schmecken.

Filterkaffee: So funktioniert der Handaufguss

Hand Filterkaffee

Während vorangegangene Generationen noch im Hauswirtschaftsunterricht gelernt haben, wie ein anständiger Handaufguss funktioniert, ist es heute fast eine Geheimwissenschaft, die Sie sich erst wieder aneignen müssen. Den Filteraufsatz drauf, Wasser drüber und fertig ist der Kaffee – so einfach ist es leider wirklich nicht. Aber keine Sorge, hier folgt nun eine kompakte Anleitung.

1. Filtertüte richtig einsetzen

Die Filtertüte sollte an der geriffelten Kante geknickt und in den Aufsatz gesetzt werden. Dann wird der Filter kurz angefeuchtet. Dadurch öffnen sich die Poren im Papier und das Aroma des Kaffees kann sich besser in der Kanne konzentrieren.

2. Kaffeemehl einfüllen

Das Kaffeemehl muss glatt im Aufsatz verteilt werden, damit der Kontakt mit dem Wasser – also die Extraktion – überall gleich verlaufen kann.

3. Angießen

Das Wasser sollte zunächst nur kurz aufgegossen werden, damit das Kaffeemehl quellen kann. Das gesamte Mehl muss dabei bedeckt sein.

4. Richtig aufgießen

Bloß keine Eile: Ein Handaufguss wird besonders köstlich, wenn das Wasser langsam und kreisend aufgegossen wird. Experten raten dabei zu einer Bewegung von innen nach außen.



TIPP: Porzellanfilter vorher anwärmen, sonst wird der Kaffee noch während der Extraktion kalt.

TIPP: Filterkaffee benötigt etwa zwei Minuten für ein optimales Ergebnis.

 
Fotos/Videos von oben nach unten: © Yuli, fotolia – © determined, fotolia – © merydolla, fotolia - © malxes, iStock.